Es geht um die Wurst

wurst It’s Derby-time in München. Die meisten reden von Dortmund gegen HSV, einige wenige von Mainz gegen Hannover und ganz Verrückte von Wolfsburg gegen Schalke als dem Spitzenspiel des 12. Spieltags der Bundesliga. „Blabla is‘ das“ (Thomas Doll), sag ich. Das Beste kommt wie immer am Schluss, nämlich am Sonntag.

Am Sonntag nämlich steigt in München das Bayern-Derby. Der große FC Bayern gegen aufständische Gallier, quatsch: Franken. Bei den Münchnern läuft es für die Mannschaft alles andere als rund. Vielleicht läuft das Runde derzeit auch einfach irgendwie anders als die Mannschaft. Fakt ist, dass das bisher Erreichte für die erfolgsverwöhnten Bayern viel zu wenig ist. Ganz anders dagegen verhält es sich beim Gegner aus Nürnberg.

Der Club hat nach 11 Spielen sageundschreibe 18 Punkte. Eigentlich haben Franken nach 18 Spielen vielleicht gerade so 11 Punkte, aber in dieser Spielzeit klappt derzeit einfach alles. Die Fankurve träumt sogar schon wieder vom „Eurrobabogaal“. Im Klartext heißt es für das Duell am Sonntag also, dass zurecht euphorische Nürnberger auf angeschlagene Bayern treffen. Doch der FC Bayern wäre wohl kaum der FC Bayern, wenn er nicht genau wüsste, wie er in dieser Situation zu reagieren hat. Denn der FC Bayern kennt alle Tricks…

Fiese Tricks und Tore, die keine sind

In der Regel reicht es für die Bayern gegen Nürnberg einfach, 11 Spieler aufs Geläuf zu schicken, aber es kommt bisweilen vor, dass man denkt, dem Erfolg etwas unter die Arme greifen zu müssen. So war es 1994, als man Helmers Phantomtor des Jahres brauchte, um gegen starke Nürnberger zu gewinnen, und so scheint es auch heuer zu sein. Dieses Mal bedienten sich die Münchner Verantwortlichen eines recht ausgefallenen Kniffs. Pünktlich zum Derby verblüfften sie nicht nur die Nürnberger mit einer neuen Bayernbibel: 70 cm hoch, 50 cm breit, 30 Kilo schwer und vollgestopft mit den größten Erfolgen. Die Intention ist klar: Während ihr mit euren Erfolgen nicht einmal ein Reclam-Buch vollschreiben könntet, brauchen wir einen Schinken mit den Maßen eines Kindersargs, um nur unsere größten Ereignisse für die Nachwelt festzuhalten!

Hinter all dem steckt natürlich Uli „Ulrich“ Hoeneß. Als die Clubberer Anfang der Achtziger Anstalten machten, den großen Nachbarn zu ärgern, schob Hoeneß dem ganzen einen fetten Riegel vor und eröffnete in Nürnberg eine Wurstfabrik. Während die Bayern in der Folgezeit noch mehr Talente förderten und Stars holten und noch erfolgreicher wurden, brachte man in Nürnberg eigentlich nur Würste hervor, die den sportlichen Höhenflug langfristig bremsten. Doch der letzte Bluff vom Wurst-Mogul scheiterte, denn seine sommerliche Kampagne für eine große Fleischbraterei zeigte bei den Franken absolut keine Wirkung, im Gegenteil. Vielleicht gehen die fiesen Tricks der Bayern dieses Mal nach hinten los, dann könnte es am Ende heißen: Sieg für die Nürnburger.

(Bild: flickr.com / erix!)

9 Gedanken zu „Es geht um die Wurst“

  1. Erste Runde Bukarest, zweite Runde Rom,
    in Kopenhagen schellt das Telefon,
    vielleicht nach Rotterdam,
    vielleicht nach Mailand,
    vielleicht auch Teneriffa eine Woche Sandstrand!

    Europapokal, Europapokal…

    Dritte Runde Salzburg, vierte Runde Wien,
    bis zum Prater rutschen wir auf Knien,
    mit dem Fahrrad wie der Erich Zabel,
    erst nach Bologna und dann weiter nach Neapel!

    Europapokal, Europapokal…

    Weiter geht’s nach Lissabon, die haun die Bayern raus,
    unter riesen Nürnberger Applaus,
    wir fahr’n nach Manchester über den Kanal
    und dann in London hol’n wir den Pokal!

    Europapokal, Europapokal…

  2. noch eine kleine koversation von zwei freunden (einer club fan, einer fc beijrn fan, aber das wird eh recht schnell klar!):

    „München, Stadt der Liebe, da treibts der Vater mit dem Sohn und die Mutter mit der Tochter, ja das ist hier Tradition!“

    Die Andwoord:
    „Euer HASS ist unser STOLZ – FC BAYERN MÜNCHEN!!!“

  3. @Ritschie: Am Montag wird im Stadion die neue Herthahymne von Frank Zander vorgestellt. Kurzer Textauszug: „So geht´s, so steht´s…. Ein Team, ein Geist, ein Fußballclub der Hertha heißt.“

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