Wer ist eigentlich… Marko Arnautović?

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Marko Astronautovic in jungen Jahren in der Heimat

Er hat es wieder getan! Marko Arnautović kann es nicht lassen. Scheiße spielen und dann pöbeln, das haben sich nicht einmal Stefan Effenberg oder Mario Basler getraut. Bremens Neu-Ösi derweil versteht die ganze Aufregung im Bremer „Saftladen“ nicht, hat er doch nicht einmal jemanden beleidigt.. Doch wer ist dieser Feingeist eigentlich? Mauertaktik hat sich umgehört.

Im Frühjahr 1989 erblickt der kleine Marko im schönen Österreich das Licht der Welt und wächst in der einzigen Ansammlung von Lehmhütten auf, der im Mittelalter irrtümlich einmal ein Stadtrecht verliehen wurde. Folgerichtig dribbelt sich der junge Marko Arnautović, Spross der Liebe eines Burgfräuleins aus dem Burgenland und eines serbischen Serben aus Serbien, durch sämtliche Wiener Jugendteams. Schnell langweilt sich der Supertalentierte im erbärmlichen Mittelmaß um ihn herum und anstatt auf dem Platz zu glänzen, verwendet er all seine Kraft darauf, sich über die anderen Kinder und ihre alberne Sprache lustig zu machen. Bereits früh wird Marko Arnautović abgestempelt wie ein Zweitklässler mit Migrationshintergrund in Berlin-Neukölln. Zudem erhält er auch von seinen frühen Trainern ein ähnliches Zeugnis: „unbequemer Freigeist ohne Mannschaftssinn“ und „verhaltensauffällig“ sind noch die freundlicheren Bewertungen seiner Landsleute.

Das Tischdeckerl mit der „Heimat“ scheint zerrissen, so muss Arnautović auch nicht lange überlegen, als ihn Trainerwitz Fred Rutten 2006 zu Twente Enschede holen will. Die anfängliche Freude des adoleszenten Arnautović über den Wechsel ins Ausland weicht schnell einer gewissen Enttäuschung. Nicht nur, weil es anfangs nur für „Jong FC Twente“ reicht, sondern vor allem weil diese Sprache noch rätselhafter klingt als das Kauderwelsch zuhause. Doch Arnautović glaubt an sein außergewöhnliches Talent und beginnt, anderen dauernd und ungefragt davon zu erzählen. Mit Erfolg: Vor seinem ersten Spiel für die Twente-Profis wird er als der „neue Zlatan Ibrahimovic“ angepriesen. Das ist zwar fast so, als würde man rotlackierte Wasserbomben aus dem Gewächshaus im Rest der Welt als Tomaten verkaufen wollen, denn der kesse Jungproll ist weder Schwede noch torgefährlich, sondern eben Österreicher; doch der Trick zieht in der holländischen Provinz und Arnautovic wird regelrecht zum Stürmerstar. Sagenhafte 12 Tore in 4 Jahren Holland-Liga!

Alles also eine Frage der Zeit, bis Marko Arnautovic zu Beginn der Saison 2009/2010 bei Inter Mailand unter Anleitung von Trainergott Jose Mourinho zu dem Weltstar am Fußballhimmel aufsteigen soll, für den er sich zu diesem Zeitpunkt schon sein gut 5 Jahren hält. Als Mourinho, weißgott kein Kind von Traurigkeit, Arrogantovic keine 12 Monate später seiner Einstellung wegen einen Wechsel nahelegt, hilft nur noch die Flucht nach vorne resp. nach Norden.

Nämlich ins beschauliche Bremen, dem natürlichen Feindesland aller Alleinunterhalter. Arnautović, der sich mittlerweile ausschließlich von Sachertorte und Starallüren ernährt, scheint im Werder-Idyll teilweise gereift zu sein. Vom obligatorischen Kleinkrieg mit den Verantwortlichen und von zahlreichen unqualifizierten Äußerungen, die einem jungen Mann im Eifer des Gefechts nun einmal so aus dem Mund blubbern (u.a. „Frauen laufen mir nach!“), einmal abgesehen, zieht der Megastar von Inter Mailand (3 Ligaspiele, null Tore) in seiner Bremer Erstsaison zumindest leistungsmäßig mit dem Rest der Mannschaft mit. Wer konnte ahnen, dass genau das dieses Mal nicht gefragt ist…

(Bild: flickr.com / fdecomite)

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