Was macht eigentlich … Filippo Inzaghi?

pippo_200Er hat es wieder getan: Eingenetzt zum 69. und 70. Mal in einem Europäischen Wettbewerb. Superpippo! Mal wieder eine größere Schandtat vom Diavolo des Fußballs, nachdem es kurzzeitig etwas stiller um ihn wurde. Wie ist es, ohne die Zuhilfenahme schwarzer Magie, zu erklären, dass dieser Typ einfach immer trifft? Kaum. Sympathy for the Pippo gibt es dadurch natürlich nur bei den jeweils eigenen Fans. Seine Spielweise sorgt beim Rest der Welt immer noch für Wut, Hass und ein bisschen Angst. Filippo Inzaghi hat seinem Heimatland einen solchen Imageschaden (bei mir) eingebrockt, das können Italo Disco und cucina italiana kaum aufwiegen. Wie kam es dazu? Mauertaktik geht auf Spurensuche.

Die Karriere des Pippo beginnt in Piacenza. Aber dort hält es ihn nicht lange, denn zunächst fürchtet der junge Filippo lange Verträge wie das Weihwasser. So kam dann auch ein einjähriges Gastspiel bei der Zirkustruppe vom UC AlbinoLeffe zustande. Dort als Kleinkünstler durchgefallen, folgen weitere einjährige Kurzauftritte in Verona, Parma und Bergamo. Sollte es immer so weitergehen? Nein, Filippo sehnte sich nach einem Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft. Einige Pentagramme später war es dann soweit: Mit neuer Energie wechselt er zur vecchia signoria nach Turin, wo er sein mysteriöses Talent zur Perfektion bringt: Irgendwie fallen ihm die Bälle immer auf den Kopf und den Fuß, was dann zum Torerfolg führt. Die normale Physik scheint außer Kraft gesetzt. 2001 folgt dann die Gretchenfrage: Wie hältst Du es mit Berlusconi? Das Ergebnis ist bekannt. Pippo hebt derzeit den Altersschnitt beim AC Milan, was in der aktuellen Besetzung gar nicht so einfach ist.

Unverwechselbar macht den Inzaghi aber vor allem sein Spielstil. Seine größten Waffen sind das Lamento, der fiese Piekser in die Seite und der einfache Toeloop. Kaum ein anderer Spieler schafft es so wie er seine Flugbewegung mit dem flachen und direkten Hinführen des Spielbeines an die Stützstelle so zu kombinieren, dass er Zeit hat, die vertikale Stützbeschleunigung nach oben zu initiieren, bevor er auf vorwärts gedreht hat. Außerdem schafft er es in den meisten Fällen schon während des „Fouls“ beim Schiedsrichter zu reklamieren, oft sogar schon davor. Viele Spieler haben im Laufe der Zeit versucht diesen Stil zu imitieren und sind daran gescheitert. Im Vergleich zu Superpippo wirkt selbst Schmierenkomödiant Alberto Gilardino wie ein blutiger Anfänger.

Was kann die Zukunft bringen? Eine Bude muss er noch machen, damit Schalke-Urgestein Raul wieder abgehängt ist. Aber dann ist auch mal gut. Oder doch noch ein Wechsel? Zu RB Leipzig vielleicht …

(Bild: wikimedia / Simo82 unter creative commons)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.

7 Gedanken zu „Was macht eigentlich … Filippo Inzaghi?“

  1. er ist einfach wahnsinn. irgendwie find ich ihn schon wieder geil, so erfolgreich und dabei so unangenehm. herrlich. wat nen ekelduo ibra und bippo. und dahinter der prince.

  2. Bippo ist krass! 70 Tore…Gleich mit Raul, ich wette sie wollen beide den Rekord haben, aber der Spanier hat ja einen kleinen Altersvorteil…Hut ab!!

  3. So wenig ich den Kerl mag, aber so ein Karriereende hat er nicht verdient – eher so, dass er im Champions League-Finale den entscheidenden Elfer verschießt! :-)

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