Abstiegspoesie

„Dunkel war’s, das Flutlicht helle…“ – Mauertaktik-Barde Ritschie K. (dritter Platz beim Gedichtswettbewerb in der fünften Klasse) ergießt all sein lyrisches Talent über diese heilige Seite. Eine Sternstunde der Poesie.

Dunkel war’s, das Flutlicht helle,
als ein Bällchen blitzesschnelle
langsam um den Pfosten bog.

Stehend flog der lange Hüter,
erhitzte dabei die Gemüter,
die flache Hand zur Faust geballt.

Seine Falten tief und tiefer,
erhellet durch die dunkle Nacht,
das Runde in das Eck’ge kracht.

’s Bällchen kurvt ganz grad geschossen,
effetvoll flach ins obre Eck,
und verstummet sehr zum Schreck,

Der Fans den lang gezognen Schrei.
Nur der Stürmer springt auf Knien,
brüllt ganz still “Es ist vorbei!“

Doch der weißgewandte Richter,
ganz in schwarz gekleidet pfeift,
Sturm zum Tor war nicht mal dichter,
wohl das Urteil trotzdem bleibt.

Der Ausgleich sollte noch nicht fallen,
stattdessen wohl ein Remis winkt,
der Trainer tanzt auf seinen Ballen,
und sein Trainerstuhl, der hinkt.

Aus drei Spielen nur neun Punkte,
das wird wohl zu wenig sein,
wer am Anfang Abstieg unkte,
weiß ab jetzt: ich war dabei!

1 Gedanke zu „Abstiegspoesie“

Kommentare sind geschlossen.