Attacke gegen General!

hoeness-van-gaal
Die Wurst des Anstoßes

Clash der Alpha-Männchen in München! Die Springer-Presse läutet nach Uli Hoeneß‘ vergifteten Verbaltulpen gegen Louis XIV. etwas verfrüht bereits „das Ende der Ära van Gaal“ ein, die seriöseren Organe rätseln immerhin, was es mit den deutlichen Worten aus der Bayern-Chefetage auf sich hat. Mauertaktik spekuliert mit.

Eins vorweg: WIR haben’s natürlich immer gewusst…

„Ich habe mit van Gaal nicht mehr viel zu besprechen“, sprach Uli H. am Sonntag. Das überrascht insofern ein wenig, da besagter Niederländer immerhin der Cheftrainer jenes Großkonzerns ist, dem Hoeneß als Präsident vorsteht. Das eine oder andere Gespräch zwischen Chef und Angestellten ist ja dem Binnenklima durchaus förderlich, wie man aus einschlägigen Studien weiß – egal wie belanglos die Konversation ist. Zuletzt soll bei der IG Bayern jedoch selbst der Small-Talk am Kaffeeautomaten zum Kräftemessen zwischen den beiden Frontmännern geworden sein: „Ungenießbar die Brühe, Louis, wie?“ – „ICH habe diesen Kaffee nicht geholt, Uli!“

Nun platzte Herrn Nürnburger die Pelle. „Es ist ähnlich wie bei Felix Magath“, echauffierte sich Hoeneß am Sonntagabend. „Aber ein Verein ist heutzutage keine One-Man-Show mehr.“ Genau diesen Eindruck aber hat Hoeneß offenbar bei seinem Cheftrainer. Im Sommer noch als „Feierbiest“ bejubelt, wirkt Hoeneß im Spätherbst, nun ja: stark verbiestert. Der Magath-Vergleich immerhin darf wie ein Persilschein für den eigenwilligen Holländer verstanden werden, denn hält er so lange in München durch wie weiland der Aschaffenburger Geheimrat, darf er noch bis Januar 2012 bleiben… Das kommt hin, wurde der Kontrakt mit dem Holländer doch erst Ende September bis übernächstes Jahr verlängert. „Wir ändern unsere Meinung nicht nach einer Niederlage“, sagte Hoeneß-Sidekick Kalle R. damals. Aber offenbar nach einem Sieg, wie sich jetzt herausstellt…

Und van Gaal, das muss man ihm lassen, gibt sich nach wie vor alle Mühe, sein Diktator-Image mit egozentrischen Streuseln aufrecht zu erhalten. Auf die entscheidenden Aktionen der von ihm lange verschmähten Demichelis, Timoschtschuk und Pranjic gegen Freiburg angesprochen, fragte er nur zurück, wer die denn wohl aufgestellt und bei den Standards an die entscheidende Stelle beordert habe? Man kann sagen, der Holländer führt die sinnige Sentenz seines Vorvorgängers an der Isar fort: Während es bei Giovanni Trapattoni noch hieß „Ein Trainer ist nicht ein Idiot“, lautet das Motto bei van Gaal: „Ich bin der Trainer, alle anderen sind Idioten!“

Laut Mauertaktik-Informationen wird die Fehde zwischen LvG und UH auch auf einer anderen Ebene ausgetragen. So soll der Bayern-Boss vor der Saison mit der HoWe Wurstwaren KG einen neuen Cateringpartner ins Spiel gebracht haben, den Genuss-Veganer van Gaal („Gemüse ist mein Fleisch“) strikt ablehnt. Und: „Alles hat ein Ende nur van Gaal hat zwei“, soll Hoeneß am Sonntagabend abseits der Kameras noch gesagt haben. Ein weiterer Affront gegen den dünn- resp. schwimmhäutigen Schwemmländer.

Die „Bild“ frohlockt jedenfalls schon vorauseilend: „Ob sich der Holländer das bieten lässt?“ Die Antwort: Wohl schon bald an dieser Stelle.

Derweil sieht sich Hoeneß schon mal nach neuen Absatzmärkten um…

Bild: Flickr / poolie

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.