Verkehrte Welt Bundesliga

directiopnKnapp ein Drittel der Saison ist absolviert und die bisherigen Überraschungsmannschaften machen immer noch keine Anstalten, Federn zu lassen. Doch am Wochenende wird sich genau das wohl nicht vermeiden lassen. Denn der 10. Spieltag hält einige Kracher parat.

Wer hätte das gedacht? Schalke unten, Mainz ganz oben, irgendwo dazwischen der FC Bayern. Das hat sich Franz Beckenbauer wahrscheinlich auch ganz anders vorgestellt, als er den Fußball hier erfunden hat. Und in der Tat, normalerweise wäre die Ansetzung des 10. Bundesligaspieltages so grau wie ein Sonntag Ende Oktober überhaupt nur sein kann. Doch nicht im Herbst 2010. Im „Jahr des Metall-Tigers“ (vgl. China) ist eben alles anders.

Insbesondere der Sonntag zeigt das ganze Ausmaß dieser Absurdität: Mainz gegen Dortmund und Hoffenheim gegen Hannover. Was sonst so aufregend klänge wie drei Folgen „Wetten dass…?“ am Stück (ohne Michelle Hunziker), ist heuer das G4-Treffen der Bundesliga. Und beide Duelle haben’s auch voll in sich. Es ist nicht nur das Duell des Ersten gegen den Zweiten und des Dritten gegen den Vierten, sondern es geht auch um Tuchel gegen Klopp, Slomka gegen Rangnick.

Auch Ehen gehen auseinander“

Noch im Februar 2010 verkündete Ralf Rangnick: „Es gehen auch Ehen auseinander, obwohl man sich am Anfang richtig gut verstanden hat.“ Gemeint war das mittlerweile gar nicht mehr so gute Verhältnis zwischen ihm und Ex-Frau Slomka, der die Trennung von einem „wunderbaren Menschen“ und gar „guten Freund“ seinerzeit auf Schalke nicht so gut verkraftete. Mirko Slomka wird wohl nicht zuletzt deshalb alles daran setzen, die Nase (!) vorn zu haben.

In Mainz keine Spur von Rosenkrieg. Thomas Tuchel und Kloppo Klopp sind Buddies. Beide tragen Drei-Tage-Bart, haben immer einen flotten Spruch auf Lager und beide haben gefühlt schon unter dem jeweils anderen gespielt. Sie sind einfach beide extrem lässig. Die Mainzer lieben Klopp, Klopp liebt Mainz und Mainz liebt Tuchel. Nein, hier geht wohl nicht so sehr um die Tabellenführung, sondern eher darum, wer die coolste Sau im Trainerbiz ist.

Als kleine Randnotiz sei abschließend vielleicht noch erwähnt, dass neben den Spitzenspielen auch das Spiel des großen FC Bayern gegen den eher kleinen SC Freiburg stattfindet. Es ist wohlgemerkt das Spiel des 11. gegen den 7. Und nicht, wie man erwarten würde, das Spiel des 1. gegen den 17. Verrückte Welt eben.

(Bild: flickr.com / jvc)

1 Gedanke zu „Verkehrte Welt Bundesliga“

  1. Tuchel mag zwar eine ziemlich coole Trainer-Sau sein, aber das mit dem Wasserflaschenwerfen muss er noch ein bisschen üben. Durch arrogant vorgetragenes leichtes „Anschnippen“ ist der Schiedsrichter-Assistent jedenfalls nicht zu treffen. Ich schlage dem Mainzer Trainer einen Trainingslehrgang bei dem Meister in dieser Disziplin vor: Paolo „Eisenpulle“ Guerrero.

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