Hools der Teufel!

hooligans-bvb-koelnDer internationale Hooliganismus rüstet auf. Rauchbomben, Pyros, Seitenschneider und Schweineblut gehören im 21. Jahrhundert zur Grundausstattung jedes Fußballschlägers, der was auf sich hält. Ein Rückblick auf „Los Hoolos“.

Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? Dieses uralte Spiel ließ die serbische Kurve am Dienstag in Genua wiederaufleben. Im Mittelpunkt: Ein gewisser Ivan Bogdanov, der von der internationalen Presse natürlich umgehend zu Ivan, dem Schrecklichen, wurde, in der „Bild“ gar zum „Hooligan-Monster“. Shrek, lass nach! Aber eigentlich auch gar kein so unpassender Titel für den Sturmhauben-Helden mit der Handgranate auf der rechten Zitze. Völlig unbeachtet dagegen blieb die akrobatische Leistung des serbischen Fleischkloßes auf der Balustrade. Schon in der dritten Klasse sei der heute 30-Jährige mit einer wagemutigen Kür Schulmeister auf dem Schwebebalken geworden, teilte sein Anwalt mit. Mauertaktik applaudiert der Magdalena Brzeska des internationalen Hooliganismus.

Weniger gekonnt dann jedoch der Ausreiseversuch der serbischen Totenkopf-Ballerina: Zusammengerollt wie eine fette Kohlroulade wollte der Rädelsführer im Kofferraum eines Fanbusses die italienischen Sicherheitskräfte narren. Denen aber waren die Kippen ausgegangen, weswegen sie die Gepäckfächer filzten. Pech für Ivan, dem jedoch kurzer Prozess gemacht werden soll, damit er schon beim nächsten Roter-Stern-Heimspiel in seiner Heimat Belgrad wieder den Vorturner geben kann. Denoch: Leichte Abzüge in der B-Note wegen des verpatzten Abgangs.

Wie sich dann herausstellte, war das erst der Auftakt zur internationalen Woche der Hools und Chaoten gewesen. Am Freitag in Köln ging es in die nächste Runde: Steinwurf. Der Rädelsführer hier: Ein gewisser Waldemar. Laut Kölner Polizei, weil es im Wald geschah. Ulk beiseite: Diesmal konnte kein Urheber identifiziert werden, auch weil Ganzkörper-Tattoos in der Kölner Fanszene sich noch nicht ultimativ durchgesetzt haben. Dementsprechend fällt eine Beurteilung der sportlichen Leistung schwer. An der Zielgenauigkeit immerhin darf noch gefeilt werden – das Wurfgeschoss traf nicht ins Schwarz-(Gelbe) und verfehlte das BVB-Wappen knapp.

Besonders, Achtung!, knüppeldick traf es dabei BVB-Abwehrmann Neven Subotic, seines Zeichens Serbe und dementsprechend Empfänger des Doppel-Hass-Whoppers in der englischen Woche. Subotic: „So kann es nicht weitergehen.“ Keine Sorge: Wird es auch nicht. Nächste Woche ist immerhin mal kein Länderspiel – und Dortmund darf zwei Mal zu Hause ran. Da wird nicht viel passieren – Stein und Bein!

Klarer Verlierer der Themenwochen „Los Hoolos“ sind dagegen die Anhänger der Frankfurter Eintracht. Sie hatten sich wirklich alle Mühe gegeben, um die Stimmung vor dem Derby beim Konkurrenten aus Kaiserslautern anzuheizen – inklusive falschem Schweineblut, das in Badewannen läuft. Ernüchternde Bilanz am Ende: 15 läppische Festnahmen. So, liebe Frankfurter Pseudoschläger, kommt man nicht in die Schlagzeilen. Vielleicht kann Ivan ja einen Nachhilfekurs im „Erschrecken“ geben mit Zusatz-Crash-Kurs „Seitenschneider“ und Modetipps für den Sturmhaubenträger von heute. Das wär‘ doch was! Oder? Wir sind jedenfalls schon mal gespannt!

Bild: Flickr / Nesster

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

6 Gedanken zu „Hools der Teufel!“

  1. dafür hat edelhool und frisurenikone Theofotzis G. ja ordentlich aufgedreht. Cave FCK!!!

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