Hit the Grojak…

christian-gross-kojakChristian Grojaks Spezialmission am Neckar ist gescheitert. Mauertaktik hat die Hintergründe zur Demission des Lollipop-Mannes.

Sein letztes Statement als Chefcoach des VfB Stuttgart war ein süffisantes „Entzückend, Baby“. Dann setzte sich Lieutenant Christian „Theo“ Grojak ans Steuer seines Daimler-Dienstwagens und brauste durch die Hochhausschluchten der Neckar-Metropole von dannen. Nach nicht einmal einem Jahr ist die Spezialmission des Mannes für speziale Missionen gescheitert. Wie konnte es dazu kommen?

Der Anfang

Ho, ho, ho! Da staunten sie nicht schlecht, die Herren VfB-Profis, was ihnen der Canstatter Nikolaus im vergangenen Jahr da in die Töppen gestopft hatte. Den Lolli lässig im Mundwinkel empfing die Millionarios ein Schweizer Leistungsdenker zum ersten Training der neuen Zeitrechnung, und machte sich gleich daran, den schwäbischen Augiasstall auszumisten.

Während Trainer-Kadett Markus wie in den wilden Achtzigern vor allem Spaß wollte, mit seinem Hang zum PC-Game „Autobahn Raser III“ aber etwas zu tief in die Scherzartikelkiste griff, setzte Neutrainer Gross nicht wie zunächst erwartet auf Klugscheißer-Parolen („Wer hat’s erfundn?“ etc.), sondern ging directamente zur Hamstertaktik über: Punkte satt, bis die Bäckchen platzen. Der Gross-Einsatz in Bad Canstatt wurde zum Quotenrenner, der charmante Lollipop-Mann zum Publikumsliebling. Insgesamt hortete der Schweizer Schwabe immerhin 1,86 Punkte pro Spiel – auf 34 Spiele hochgerechnet nicht weniger als passable 63 Zähler. Leider reine Makulatur, denn eine volle Saison wird er nicht mehr erleben an den Neckar-Auen.

Das Ende

Vom 16. Tabellenplatz führte der smarte Headcoach den VfB in der Rückrunde noch auf Rang 6. Leider ging die rasende Verfolgungsjagd in der neuen Saison dann im Rückwärtsgang weiter, weswegen der Klub schlussendlich wieder da landete, wo er herkam: ganz unten. Inwieweit die Affäre „Stuttgart 21“, die Nicht-Berücksichtigung von Abwehrspieler Khalid Boulahrouz nach seinem Eigentor gegen Dortmund, in die Entlassung des skalplosen Oberindianers hineinspielte, ist unklar.

Wo der Hundt begraben liegt, kristallisierte sich unter der Woche heraus, als der Aufsichtsrat alle Schuld von sich wies. Er sei nicht dafür verantwortlich, dass „hochbezahlte Profis total ohne Form“ herumliefen, auch beste Torchancen zu verwerten läge nicht in der Kompetenz der Klub-Bosse. Schön und gut. Dafür, so führten einige an, gehört das Einstellen eines geeigneten Trainers schon eher in den Aufgabenbereich des Vorstands.

Der Abspann

Wie dem auch sei: Es scheint so, als ob die Stuttgarter (18.) nun vor dem Fritzl-Derby auf Schalke (17.) mit Jens Keller genau den richtigen Mann auf der Kommandobrücke haben… Also: Daumen drücken, Kinder! Es geht um nicht weniger als den Sonnenplatz im Schattenbiotop Bundesliga.

Fazit: Die erste Trainerentlassung der laufenden Bundesligasaison ist perfekt. Ärgerlich nicht nur für Gross, der sich seinen Ruf versauen ließ, sondern auch für Armin Veh, Zvonimir Soldo und Dieter Hecking: Ihnen gehen fünfstellige Beträge durch die Lappen, die sie auf ihre eigene Demission gesetzt hatten.

Bild: Flickr / Thomas Duchniki

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

3 Gedanken zu „Hit the Grojak…“

  1. Das war also die Lösung des Problems: Einfach den Trainer rauswerfen! Man, man, man, dass unsere Praktikanten im Vorstand da nicht schon früher draufgekommen sind…

  2. Bobic for President, vielleicht sollte er artur wichniarek aus posen als trainer holen, die haben schonmal zusammen gezeigt, dass sie ein tolles duo sind!

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