Kasachen gibt’s!

boratDie EM-Qualifikation verschlägt Jogis Löwen am Dienstag in die staubige Steppe Zentralasiens. Kasachstan! Drei A auf engstem Raum, die den gemeinen Zentraleuropäer irgendwie verunsichern. Um den deutschen Spielern die Angst vor dem fernen Flächenstaat zu nehmen, hier der Mauertaktik-Reiseführer.

Wo zur Hölle liegt Kasachstan?

Grob gesagt: irgendwo im Osten. Etwas feiner bemessen: kurz vor Turkmenistan, Usbekistan und Kirgisistan. Noch etwas genauer: zwischen den seichten Ufern des Kaspischen Meers und den Ausläufern der Mongolei. Kurz: am Arsch.

Ist Kasachstan groß?

Das kann man wohl sagen, Herrgottsakra! Im größten Binnenland der Erde verlieren sich aber nur gut 16 Millionen Einwohner – schlappe sechs Leute lungern auf einem Quadratkilometer herum. Demnach müssen die Fußballfelder in Kasachstan rund 3,7 Quadratkilometer groß sein, damit genügend Spieler auf beiden Seiten auflaufen können. Konditionell muss die Löw-Elf also topfit sein, um zu bestehen.

Wie ticken die Uhren in Kasachstan?

Anders. Die meisten Uhren gehen rund vier Stunden vor, um der notorischen Unpünktlichkeit der Bürger vorzubeugen. Es empfiehlt sich, entsprechend früh resp. spät loszufahren. Runter zum Frühstück also gegen fünf. Oder halt aufs Zimmer bringen lassen.

Welche Sportarten betreiben die Kasachen?

Neben den Volkssportarten Schaf-Dressur und Baumstamm-Mikado brausen besonders die Bewohner der Hauptstadt auch gerne auf dem Rennrad durch die angrenzende Tundra – allerdings nur auf Eigenblut. Da Staatsdoping im Fußball weniger verfängt und auch schlicht die breite Masse für diesen klassischen Breiten- und Massensport fehlt (s.o.), setzt die Nummer 126 der Fifa-Weltrangliste auf Deutschland-Re-Importe. Sergej Karimow (5 Bundesligaspiele für den VfL Wolfsburg) und der Vollblut-Asiate Heinrich Schmidtgal (Rot-Weiß Oberhausen, besitzt kasachischen Schwippschwager) sollen es gegen Deutschlands Recken richten. Um sein Team auf das perfekt geölte deutsche Fußballkonstrukt vorzubereiten, setzte der deutsche Coach Bernd Storck (Foto) im Vorfeld auf die Schulungs-VHS „Kulturelle Lernung von Deutschland um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen“. Erfolg ungewiss.

Wie stark ist die heimische Liga?

Joa, geht so. International haben Klubs wie Tobyl Kostanay und der FK Atyrau jetzt noch keine Baumstämme (s. ebenfalls o.) ausgerissen. Die meisten Nationalspieler stellen der FK aus der Bildbearbeitungs-Metropole Aktobe und Lokomotiv Astana – klassische Blockbildung wie zu Sowjetzeiten also. Doch wen wundert’s, spielen doch in der heimischen „Premier Liga“ (Namensrechtsverfahren vor dem englischen High Court läuft) nur zwölf Mannschaften – und nur sechs von ihnen um den Titel.

Was sollten sich die deutschen Spieler in Astana nicht entgehen lassen?

Das prächtigste Gebäude der Stadt ist die Nur-Astana-Moschee (sic!). Sie gibt es wirklich ausschließlich in der kasachischen Hauptstadt. Der Rest ist eigentlich Käse bzw. dann ist ja schon Anpfiff. Eins aber noch: Da sich nun wirklich kein einziger Kasache herablässt, Englisch oder Deutsch zu sprechen, sollten sich Spieler, die unbedingt noch in der Fuzo bummeln gehen müssen und sich dabei verirren, für Wegbeschreibungen an einen der 200 im Land ansässigen deutschen „Firmenvertreter und Experten“ wenden (Quelle: Auswärtiges Amt, tatsächliche Zahl kann abweichen). Na dann: viel Spaß und Erfolg, Jungs!

Bild: Flickr / theotherway

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

3 Gedanken zu „Kasachen gibt’s!“

  1. verbeiteter Sport übrigens auch eine Art Polo in der man ein Schaf in eine Art Brunnen befördern muss. ja sicher, sicherlich…

  2. Das schreibt der derjenige der sich als Deutscher nennt? Na ja, leider, die Zeiten von Goethe, Schiller, Hegel sind langs vorbei. Und so ein Artikel jetzt kann man lesen in eurosport? Was eigentlich mit deutschland los? Das ist die Frage und keiner weiss die Antwort. Leider.

Kommentare sind geschlossen.