Doppelnull im Abwehrzentrum | Deutsche Einzelkritik

ticket-deutschland-tuerkeiMauertaktik mit dem Betriebsausflug ins Olympiastadion (siehe Bild links). Unaufällig mischten sich die Hobby-Satiriker unter die deutsche Minderheit im weiten Rund. So konnten wir den elf deutschen Spielern aus nächster Nähe auf die Finger resp. Füße gucken. Hier die Einzelkritik. Das Halbmondszeugnis quasi.

Neuer
Tolles Spiel von Manutella, vor allem auch, weil er Halil Altintop wunderbar die Butter vom Brot nahm. Manu ins Tor – da hast du was drauf!

Lahm
Alles andere als das! Immer flink, immer wachsam, tolle Ballgewinne, effektive Flanken, feines Pässchen vor dem 2:0. Harika bir iş.

Merte
Turm in der… lassen wir das. Machte fast sein Tor in der 50. Minute (der ersten Halbzeit). Hinten in der Regel sicher, eine herausragende Rettung gegen Altintop. Abwehrlatte heißt auf Türkisch übrigens „savunma bar“.

Badstuber
Die deutsche Doppelnull im Abwehrzentrum einmal mehr nassforsch. Duschte die türkischen Angreifer reihenweise kalt ab. Top-Ebayer, gerne wieder.

Westermann
Gebt dem Alsmann-Sidekick sein Zimmer in der Innenverteidiger-WG wieder! Danke. Bitte.

Khedira
Zentral. Sicher. Wichtig. Khontinuar!

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Kroos
Wirklich erstaunlich, wie viel Arroganz man in jungem Alter schon auf dem Platz zur Schau tragen kann. Der bajuwarische Pfau machte Ballacks größtem Gockelgehabe Konkurrenz, ohne dabei jemals annähernd so viel Dominanz im zentralen Mittelfeld auszustrahlen. Statt im Olympiastadion wähnte sich Kroos wohl auf dem zeitgleich stattfindenden art forum – und spielte folgerichtig vor allem für die Galerie. Nie hätte ein Schweini dem Spiel besser getan!

Özil
Pfiffiger Auftritt des deutschen Spielgestalters in zweierlei Hinsicht. Wenn ihn bisher noch Zweifel plagten, hat er seine Heimat nach den 90 Minuten von Berlin gefunden. Schlandete das Ding zum 2:0 ins Netz, jubelte dann noch weniger als Poldi gegen Polen. Als Quittung aus der roten Ecke gab’s: Pfiffe. Pfff.

Großes, langes Müller
Verdiente sich beim 1:0 mindestens anderthalb Scorerpunkte. Das lauffreudige Gegnstück zu Poldi (s.u.) auf der rechten Seite. Fazit: Musstu bringen, wirstu Meister.

Poldi
Versuchte sich in der ersten Hälfte als Seitenlinien-Chamäleon – was erstaunlich gut klappte, vermutlich auch weil der Kölner im DFB-Dress selten blasser blieb. Hatte dann in Halbzeit immerhin ein, zwei ordentliche Dribblings und Pech, dass Klose vor dem 3:0 nicht das tat, was er eigentlich sonst nie lassen kann: Rüberspielen.

Klöschen
Der Angler warf schon früh den Käscher aus, lief selbst den aussichtslosesten Bällen hinterher – und hatte am Ende wieder zwei Prachtexemplare aus dem Tümpel gefischt. Drollig der Seitenblick beim zweiten (s.o.) – ließ den Altruismus dann aber glücklicherweise doch Altruismus sein. Noch 11 bis Gerd. Vielleicht Deutschlands wertvollster Stürmer aller Zeiten. Und: Hoffentlich hat van Gaal zugeschaut und baut sein System endlich mal dahingehend um, dass Klose auch im Klub aufblüht.

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

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