GER – TÜR histor.: Kantersieg und Wolkenbruch

blitz_fGanz Berlin ist eine Wolke. Und alle sind heute Abend im Olympiastadion, wenn der Geschichte des Spiels Deutschland gegen Türkei ein neues Kapitel hinzugefügt wird. Mauertaktik macht einen kleinen Streifzug durch diese Historie.

23. Juni 1954: Schland – Türkye 7:2 (3:1)

Den Anfang bildet natürlich das legendäre Entscheidungsspiel bei der WM 1954, als die Herberger-Elf auf die Puppo-Elf traf. Ja, richtig: Die Türken hatten damals einen italienischen Übungsleiter namens Sandro Puppo. Berühmter ist allerdings sein Sohn, der später in schlechte Gesellschaft kam und sich von einem Fuchs und einem Kater sein Geld abnehmen ließ. Mit dem klassischen Catenaccio konnte Puppo dann auch ein 2:7 ermauern und schied somit im Halb-Viertelfinale aus.

Und so sah das aus damals…

Wie aber konnte es überhaupt zu diesem Spiel im Züricher Hardturmstadion kommen? Die FIFA hatte sich einen lustigen Modus einfallen lassen: Manche gegen einige in der Vorrunde, das aber mehrfach. Zumindest in der Finalrunde ging dann alles mit rechten Dingen zu: Walter, Wunder, Weltmeister.

9. Oktober 1999: Schland – Türkye 0:0

Das letzte Heimspiel für die DFB-Auswahl fand bekanntlich im Oktober 1999 im Münchener Olympiastadion statt. Statt rauschender Ballnacht gab es dort aber nur ein 0:0 mit alkoholfreiem Bier. Stars der deutschen Truppe waren vor allem der reaktivierte Lothar Matthäus und Kreativspieler Jens Jeremies. Aber auch „Jerry“ konnte das nicht ausgleichen, was Übungsleiter Ribbeck bereits an falschen Kommandos ausgegeben hatte: „Strich- vor Punktrechnung!“, „Erst die Säure, dann das Wasser!“. Ein Trauerspiel.

Für die Europameisterschaft 2000 konnten sich am Ende beide Teams qualifizieren. Für das deutsche wurde das Turnier dann aber zum Debakel. Die Entscheidung im Olympiastadion nicht mehr Fußball spielen zu wollen erscheint vor diesem Hintergrund nur folgerichtig. Heutzutage trifft man ja im Olympiapark höchstens mal Gerd Rubenbauer beim Nordic Walking.

25. Juni 2008: Schland – Türkye 3:2 (1:1)

Ein richtig wichtiges Spiel konnten wir dann vor zwei Jahren bestaunen, als zum EM-Halbfinale in Basel gepfiffen wurde. Der Sieg in letzter Minute gegen die Last-Minute-Türken. Das Highlight dieses Spiels war aber sicher das Gewitter, was ja vor dem Spiel noch eigens nach Wien verlegt wurde. Allerdings war dort das Internationale Sendezentrum, bei dem dann der Strom ausfiel. Amateure. Spielerisch hatte das Spiel auch einiges zu bieten. Ein Hin und Her wie beim Tauziehen (olympisch bis 1920), das Philipp Lahm schließlich entscheiden konnte. „Die schönsten Tore sind doch diejenigen, bei denen der Ball schön flach oben rein geht.“ (Scholl)

Die Tore im Lego-Schnelldurchlauf

(Bild: flickr.com / Marrakech99)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.