Urlaub vom Leben

Zwei Länderspiele stehen an. Bundestrainer Joachim Löw empfängt seine Schäfchen im warmen Schoß der Nationalelf. Seit Jahren ist die deutsche Auswahl der Ort, in dem die welken Topfpflänzchen der deutschen Fußball-Elite für ein paar Tage aufblühen. Auch dieses Mal checken einige Spieler ein, bei denen es derzeit nicht allzu gut läuft. Besonders stark betroffen: Die Offensive.

Miroslav Klose

Durch den Nachmittag mit… Klöschen – am Sonntag im Dortmunder Stadion ein eher tristes Schauspiel. Denn Tulpen-Terrier Louis van G. setzte seinen Lieblingsschüler einmal mehr für 90 Minuten auf die Bank. Klose, als Hobby-Angler immerhin mit der nötigen Geduld für solche Spezialmissionen ausgestattet, weiß eigentlich seit dem Vorjahr, dass der Trainer nicht auf ihn setzt bzw. ihn lieber setzt. Anders ist das bei all den Bundes-Jogis von Völler über Klinsmann bis Löw – bei ihnen durfte Klose in den letzten zehn Jahren 103 Mal ran und erzielte 55 Tore. Mauertaktik-Tipp: Miro, genieß die zwei Spiele – das nächste ist dann erst am 17. November.

Mario Gomez

Ein bisschen anders gestaltet sich die Situation bei Mario G-Punkt, der nicht nur seit Monaten beim FC Bähn dilettiert, sondern seit der Euro 2008 auch im Nationaltrikot vollkommen wirkungslos blieb. Während Gomez in einem gewöhnlichen Spiel selten bis gar nicht im Strafraum geortet werden kann (meist wegen Außendienst verhindert), hatte er gegen Dortmund diverse Größtchancen. Der 30-Millionen-Mann erschrak darüber derart, dass er sie allesamt versemmelte. Besserung eher nicht in Sicht. Mauertaktik-Prognose: Wahrscheinlich wird der glücklose Ex-Stürmer nach 180 Minuten Bankdrücken einmal mehr seinem Frustessen fröhnen: Lecker Gommes-Majo.

Cacau

Noch schlimmer durch ein braunes Getränk gezogen als der Deutsche Meister wird der Klub des Germano-Brasilianers. Letzter Platz für die Grossisten. Zum Jubiläumstag wollte sich der Einheitskanzler gerne selbst beschenken, tat dies auch, doch die traurige Troika von Wendeverlierern bewarf das Unterfangen kurz vor Schluss mit Eiern. Kack…au! Nun soll David Hasselhoff das Traineramt bei den Schwaben übernehmen. Ähnliches Pech wie Cacau hat im Übrigen bislang sein Teamkollege Christian Träsch. Die bisherige Saison ist wahrhaft für die (weiße) Tonne. Mauertaktik-Hinweis: Wir sind das Volk.

Lukas Podolski

Dass die Nati für Poldi stets lange ersehnten Aktivurlaub vom ebenso erfolg- wie torlosen Liga-Alltag bedeutet, ist allseits bekannt. Wen wundert’s da, dass Prinz Peng vor den Länderspielen gegen die Türkei und Kasachstan einmal mehr gefrustet ist. Ein Boulevard-Blatt spürte den „heimlichen Kölner Kapitän“ telefonierend an einer Freiburger Bahnhofstoilette auf. Mauertaktik-Informationen zu Folge plant Poldi einen Ausstieg aus dem stressigen Bundesligaleben und strebt zur Überbrückung zwischen den Länderspielen eine Scouting-Tätigkeit beim DFB an.

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

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