Ein Schweini namens Steiger

Bayern siegte trotz teils großer Schwierigkeiten mit 2:1 in Basel. Am Ende war dem deutschen Meister klar, wem der Erfolg zu verdanken war: Bastian Schweinsteiger, Zweifachtorschütze, ehemals Everybody’s Darling und Poldi-Sidekick, heute Dominator und Spielentscheider. Vom Schweini zum Steiger – ein steter Aufstieg des deutschen Wunderknaben von einst, den Mauertaktik nachzeichnet.

Eins vorweg: Lothar Matthäus zittert. Bestimmt. Muss er. Denn der ewige deutsche Libero, der beim „Wunder von Bern“ dritter Torwart war, im Finale von München in der letzten Minute eingewechselt wurde und nach dem WM-Sieg ’90 und 10 weiteren mäßig erfolgreichen Jährchen nach nur 150 Länderspielen seine bis auf die Sohle durchgelaufenen Treter viel zu früh in die Tonne schmiss, hat einen veritablen Konkurrenten.

Loddar flieht nach Karpatistan

Gestatten: Schweinsteiger. 26 Jahre, 83 Länderspiele. Gehen wir mal davon aus, dass der Schweinator noch acht weitere Jahre dranhängt, kann er die Zahl locker noch verdoppeln (nicht auszudenken, wenn Schweini den Matthäus macht und noch 14 Lenze am Start bleibt)… Kein Wunder also, dass Loddar sich lieber in obskuren Karpatenstaaten vergräbt, als hier in Deutschland der Wahrheit ins Gesicht zu blicken.

Aber kommen wir zurück zu Schweinimpossibile! Bei dem Jüngling aus Kolbermoor hatte man lange Zeit die Befürchtung, er würde die klassische Karriere eines viel zu früh viel zu hoch eingeschätzten Profis machen – praktisch den Benny Lauth drei Level höher. Doch statt dräuendem Karriereknick wurden die Vorstellungen von „Ein Schweini namens Steiger“ immer besser – und waren selten nicht ausverkauft.

Nach Auf und Ab und rosarotem Ringel-Happy-End bei der Heim-WM 2006 kombinierte sich der Bayern-Boy mit seinem ewigen Kumpel aus Köln zwei Jahre später in die Herzen des deutschen Anhangs – und 2010, im Jahr 1 post Ballack (A. D.), hat er sich umbenannt, will mit Ex Poldi nur noch auf dem Platz gesehen werden und lebt nach eigener Aussage „nur noch für den Fußball“.

Lecker junges Gemüse!

Und tatsächlich: An die Stelle wechselnder Cousinen, mit denen sich Schweini Superstar in diversen Entmüdungsbecken dieser Republik früher die Zeit vertrieb, ist Model Sarah Brandner getreten, die der Gala einst gestand: „Ich bin kein Stück Fleisch!“ Das scheint ganz gut zu passen, eine junge Gemüsebeilage für die leckeren „Pork Chops“ also. Frei nach dem Motto: Schweini, hier kommt der Genuss! Wirklich toll, wenn sich ein Pärchen so ergänzt.

Wo wird er enden, der lange Weg des Bastian S.? Einstweilen ist er als Johnny Kontrolletti bei den Bayern wie auch in der Nati nicht wegzudenken. Bastis beste Freundin Angie jedenfalls bot schon einen Beamtenkontrakt auf Lebenszeit an (Zitat: „Schweinigeil, der Tüpp, echt jetzt, den kenn ich!“) – doch noch spielt Schweinsteiger auf Zeit. Denn jedes Tor steigert seinen Wert. Ob gegen Wolfsburg, Basel oder im EM-Finale 2012 in der 89. Minute Spanien… Hach, Schweini, du flinker Steiger!

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.