Die neuen Topmannschaften

Wird er jetzt DFL-Präsident?
Wird er jetzt DFL-Präsident?

Stuttgart und Schalke befinden sich im Abstiegskampf – die Bayern dümpeln im grauen Mittelmaß herum. Zugegebenermaßen haben wir erst 6 Spieltage hinter uns und damit erst 17,65 % der Saison, aber das derzeitige Tabellenbild mutet doch schon sehr skurril an. Zum gleichen Zeitpunkt in der letzten Saison war der spätere Meister aus München mit lediglich 3 Punkten Rückstand auf Platz 3. Auch auf den beiden Abstiegsrängen standen bereits die Teams, die dann auch zu Saisonende dort unten zu finden waren. Also nicht zu früh um die These aufzustellen: Wir haben neue Topmannschaften! Wer behält aber den längeren Atem? Mauertaktik guckt rauf.

Hannover 96: Nach Platz 15 im letzten Jahr erscheint der Aufstieg der Niedersachsen besonders absurd. Verantwortlich dafür könnten die Neuzugänge sein. Hinter Moritz Stoppelkamp war im Sommer die ganze (zweite) Liga her, aber 96 machte das Rennen. Und kurz vor Saisonbeginn konnte man dann mit Mohammed „Moa“ Abdellaoue noch einen Knipser verpflichten, der schon den ein oder anderen Strahl von der Leine ließ. Das war auch nötig geworden, nachdem der „Präsident“ verfügte seine Vorgänger ins finsterste Verließ des „Vereinsheims“ zu sperren. Die Mannschaft wird dann von einigen talentierten Jungspielern komplettiert. Zu erwähnen sind da vor allem Konstantin „Koka“ Rausch und Alt-Spandauer Manuel Schmiedebach. Wohin wird der Weg der Hannoveraner nun führen? Mit Ex-Schalke-Trainer „Marry“ Slomka ist ja maximal Platz 2 drin. Also irgendwas zwischen 2 und 18. Da leg ich mich fest.

Borussia Dortmund: Die Rolle als Topmannschaft ist für den BVB nicht ganz so neu. Aber es ist schon ein bisschen her, als man ganz oben mitspielte. Nach der Meisterschaft 2002 ging es eigentlich stetig bergab, bis den Verantwortlichen ein Kloppo erschien. Und dieser baute eine neue Mannschaft auf und diesmal ganz ohne Brasilianer aus Italien mit fetten Klunkern inne Ohren, die zu viel Geld kosten. Stattdessen trumpft mit Kevin Großkreutz ein junger Dortmunder auf. Der schießt jetzt nicht nur Tore, sondern ist auch weg von der Straße. Zwei Fliegen mit einer Klappe – das System Kloppo funktioniert. Und das in jedem Mannschaftsteil: Hinten hält die Hummel dicht und neven ihm Subotic. Im Mittelfeld zieht Genius Sahin die Fäden, während vorne ein Flo und ein Panther für Gefahr sorgen. Was springt am Ende dabei raus? Das Dortmunder Rathaus hat auf jeden Fall einen Balkon.

FSV Mainz 05: Das 2:1 ein München war ein echter Knaller. Die Tuchel-Truppe geht derzeit ab wie ein Zäpfchen und ist jetzt auf 102-Punkte-Kurs. Auch die Machart der beiden Tore konnte jeden anständigen Fußballfan nur entzücken. Allagui streichelt den Ball mit der Hacke ins Netz und Szalai drobknallt die Murmel in den Winkel. Eine szallende Ohrfeige für den Meister und Fußballfeinkost für den Rest der Republik. Die Maximalausbeute von 18 Punkten ist schon unheimlich. Kann das so weitergehen? Klare Antwort: Jein! Mainz wird die Serie bis zum 11. Spieltag fortsetzen können. Nach dem 11.11. gibt es aber einen unerklärlichen Leistungsabfall und man startet eine Niederlagenserie, die bis zum 22. Spieltag anhält. Nach dem 17. Februar geht es dann wieder aufwärts.

(Bild: flickr.com / funky1opti)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.