Mainz macht Jagd auf roter Oktoberfest

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Thomas Tuchel (hi.re.) will den Sieg gegen die Bayern (überall)

Am Samstag steigt um Punkt 15.30 Uhr das Spitzenspiel des 6. Spieltages. Nix mit HSV-Bremen. Wen interessiert das Gekicke vom 6. gegen den 14.? Na eben. Bayern gegen Mainz ist derzeit das Maß aller Dinge in Liga eins. Zumindest was die Mainzer angeht. Doch der große FC Bayern ist natürlich auch in der größten Krise noch um Welten besser als die meisten Teams in gar keiner Krise. Mauertaktik hat den ultimativen Teamvergleich gemacht und weiß jetzt schon, wie das Spiel ausgeht.

(Me-)Tor(-salem)

Bei den Bayern hütet mit Hans-Jörg Butt (36) einer den Kasten, der auch gut und gerne schon Fußballrentner sein könnte, doch solange er sich fit fühlt, will der smarte Elfmeterschütze noch weitermachen. Doch als hätten die Mainzer diesen Vergleich kommen sehen, haben sie sich vor der Saison ohne Not Torwart-Fossil Martin Pieckenhagen (49) gekauft. Chapeau, liebe Mainzer, Punkt für euch.

Angriff

Bei den Mainzern haben 4 Stürmer bereits 7 Tore geschossen. Bei den Bayern haben ebenfalls 4 Stürmer lediglich 2 Tore geschossen und wenn man ehrlich ist, spielt Doppeltorschütze Müller auch eher im Mittelfeld, womit auf dem bajuwarischen Stürmertorkonto eine wenig vorzeigbare Null stünde. Dieses Ungleichgewicht spiegelt sich auch auf dem Platz wider: Während sich die Mainzer Jubeltraube nach einem Tor sofort in eine Band mit Sänger, Gitarristen und Schlagzeuger verwandelt, spielt bei den Bayern meist nur der Stehgeiger (M. Gomez) sein trauriges Lied. Klarer Punkt für Mainz.

System

Disziplin versus Kreativität. Louis van Gaals 4-5-1 hat klare Strukturen: Aus einer geordneten Abwehr heraus das Spiel aufbauen, im Mittelfeld Überzahl schaffen und vorne hilft dann der liebe Gott oder zumindest ab und an Thomas Müller. Da ist das Mainzer 11er-Rudel, das 90 Minuten lang von vorne nach hinten, links nach rechts und wieder zurück verschiebt (sogenannte Hau-Ruck-Kette), schon deutlich unkonventioneller. Doch der Erfolg gibt den Narren recht, also Punkteteilung!

Trainer

Louis van Gaal hat als Trainer so ziemlich alles gewonnen, was es so zu gewinnen gibt. Spanischer Meister, niederländischer Meister, deutscher Meister und das gleiche Spiel noch einmal mit den Landespokalen. Dazu der Uefa-Cup und gar der Weltpokal. Da wird es für Thomas Tuchel natürlich eng. Zwar wurde der Musterschüler in der Quinta einmal Zweiter beim Vier-Ecken-Latein und war in der Adoleszenz auch für einen Abend mal Erster bei der Krumbacher Weinkönigin, doch dieser Punkt geht klar und deutlich an den FC Bayern.

Ausfälle

Beide Trainer können am Samstag fast aus dem Vollen schöpfen. Ledidlich ein Spieler auf beiden Seiten muss verletzungsbedingt passen. Nicht nur, dass Bayerns Robbery bei einem Einsatz vermutlich deutlich mehr Torgefahr ausstrahlen würde als der malade Mainzer Heinz Müller, so plagt sich der Bayernspieler gleich mit zwei Verletzungen (Außenbandriss und Muskelriss), während der 05er Müller sich nur in der Reha nach einem Kreuzbandriss befindet. Gäbe es Doppelpunkte, so wäre dieser hier angebracht. So natürlich nur ein Punkt für den FCB.

Ergo: Mainz startet furios, doch Bayern kommt durch zwei Last-Minute-Treffer gerade so noch zum Ausgleich.

(Bild: wikimedia.commons.org / uk:Користувач:Gutsul)

8 Gedanken zu „Mainz macht Jagd auf roter Oktoberfest“

  1. ich war bei 4 ecken latein immer so schlecht, war aber nicht meine schuld, ich hatte einfach schlechte lehrer. aber bei china an der platte war ich immer recht gut.

  2. Ergo: Mainz startet furios, doch Bayern kommt durch zwei Last-Minute-Treffer gerade so noch zum Ausgleich.

    jaaa nee iss klar

  3. So alt ist Martin Pieckenhagen nun auch wieder nicht. 39 ist auch schon ein stolzes Fußballalter, man muss ihn nicht zehn Jahre älter machen als er ist ;-).

  4. ich will auch so tolle smileys unter meine -ich verstehe keine witze- beiträge machen können, aber leider bin ich dafür technisch zu unversiert.

  5. Sehr treffend analysiert … ach ja, und witzig :)
    Freue mich schon auf die Partie. Die Bayern werden sich anstrengen müssen, denn Tuchels Truppe kann mehr als nur singen und rocken. Die können auch richtig gut kicken.

  6. Bei dem Humorverständnis von s.Lang würde ich doch mal meinen er sei Mainzer.
    Die brauchen immer einen Tusch wenn`s witzig bleiben soll.

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