Wer ist eigentlich… Thorsten Tröte?

vuvu-tuchelDer neue Stern am deutschen Trainerhimmel war vor einem Jahr noch ähnlich unbekannt wie die Vuvuzela. Was auch seinen ungewöhnlichen Kosenamen erklärt. Mauertaktik geht auf Tuchelfühlung…

Er kam über die Bundesliga wie ein feuchter Tropensturm über die ausgedörrte Steppe. Thorsten Tröte, der heißeste Nachwuchsstar im deutschen Trainer-Biz, fegt mit seinen Mainzern derzeit die Gegner vom Feld wie Katrina die Pappdächer von den Einweghäusern an der amerikanischen Golfküste. Doch wer ist dieser Tröte? Was macht ihn aus? Wie lässt er spielen? Und: Wie gibt sich der strebsame Mr. Dreitagebart so ganz privat? Das große Mauertaktik-Porträt.

Die Journaille rieb sich verwirrt die Augen, als vor gut einem Jahr auf der Bank des FSV Mainz 05 statt des strohblonden Wikinger-Hünen urplötzlich ein drahtiger Jungspund mit dunklem, strähnigem Haupthaar Platz nahm. Auch das Mauertaktik-Team war wie vor den Kopf geschlagen, wie ein Blick in den Liveticker des Spieltags beweist: „Wir sind in Mainz, wo ein guter Scherz immer noch mehr wert ist als eine Bundesligasaison. Da kann man dann auch vor dem 1. Spieltag mal den Trainer feuern. Wir freuen uns auf den neuen Coach Timm Taler, den lässigen Liganeuling. ‚Ich bin selbstverständlich angespannt‘, beruhigt er die Fans per Videobotschaft.“

Bald lernten die Mauertaktiker, a) dass der lässige Mann aus Krumbach eigentlich auf einen anderen Namen hört und b) dass die Saison gar nicht mal so erfolglos verlief wie gedacht. Schon im Laufe dieser ersten denkwürdigen 90 Minuten aber wurde ein Kult geboren: Thorsten Tröte, so der liebevolle Kosename, der den smarten BWL-Absolventen fortan begleiten sollte wie sein Trainerschein (Strebernote 1,4), schickte sich an, die Liga das Fürchten zu lehren. Nicht nur führte er Aufsteiger Mainz auf Anhieb auf einen einstelligen Tabellenplatz, nein, der passionierte Sittenwächter („maximal zwei Gin Tonic ohne Gin pro Jahr“) schockierte mit seiner Anti-Alkohol-Beichte die Stammtisch-Liga in ihren Grundfesten. Wenig verwunderlich: Einladungen in den Doppelpass sind in Anbetracht dieser verwerflichen Lebenseinstellung nicht zu erwarten…

Doch was soll einen noch wundern bei diesem Karnevalisten im Pedantengewand, der sich vor einem Spieltag extra einen Kloppo-Bart stehen lässt („Menno, will auch mal cool sein!“) und als Trainer-Vorbild Ralf Rangnick angibt? Nichts, eben. Denn das Wildeste, was TT nach eigener Aussage so treibt, ist nächtelang ausländische Fußballspiele zu analysieren. „Manchmal gucken wir sogar Fulham gegen West Ham, hihi“, so Tröte schelmisch. Aber maximal bis der Hahn kräht oder der Schiri abpfeift. Ein doller Düpp, dieser Duchel.

Auch privat lässt der passionierte Akribiker sich nicht die Perlen vom Abakus stibitzen. Seit Mai 2009 ist er mit der bezaubernden Sissi verheiratet – zusammen sind sie das begehrteste Promi-Paar seit Romy Schneider und Alain Delon (naja, fast). Aber das Beste: Die Beiden erwarten einen kleinen Tröterich. „Meine Frau ist schwanger und fühlt sich sehr gut“, bestätigte der Vuvu-Papa einem großen Boulevard-Blatt kürzlich mit Blick auf die Laktatwerte seiner Liebsten, der er auch in den kommenden Spielen von Beginn an vertrauen will.

Ein Leben wie ein Sahnetörtchen (natürlich ohne Zucker). Wer möchte nicht, wenigstens für einen trötigen Tag, mit diesem Tausendsassa tauschen? In diesem Sinne, Mr. T.: Törööööööö!!!

Bild: Flickr / sdhansay

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

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