Das Buch Klose

der-anglerIm Anfang schuf der Fußballgott Tor und Jäger. Und so ging auch Klose, um sich eintragen zu lassen in die Listen der Größten. Gott sah, dass es gut war.

Den Bibelfesten unter unseren aufmerksamen Lesern wird aufgefallen sein, dass die Bücher Klose noch lange nicht zugeschlagen sind – der Gänsekiel kratzt stattdessen noch lautstark über die Papyrusrollen. Doch schon jetzt kann Deutschlands Kickschuh-Apostel Nummer 1 auf sein Tagwerk zurückschauen und sagen: Isgut. Isziemlichgut. 55 Treffer im Nationaltrikot – das ist des Weltklasse-Fischers (Tore und Forellen) ganz persönlicher Pentateuch.

Nach den Lehrjahren in der Pfalz, die den Lauterer Youngster am Ende vor allem lehrten, dass in der sonst recht schmackhaften Bundesliga-Suppe auch fiese Graupen wie Stefan Malz (Hopfen ebenfalls verloren), Christian Timm (Wert: Keinen müden Taler) und Hervé Nzelo Lembi (nee, wissen wir auch nicht!) herumvegetieren, wagte der schüchterne Angreifer nach dem Überwinden der Oder-Neiße-Grenze 2004 schon den zweiten Exodus seines noch jungen Lebens.

In Bremen fand der passionierte Dynamit-Angler dann die idealen Fischgründe vor. Nach 15 Toren im ersten Jahr und den ersten Unkenrufen (nicht nur aus dem Weiher hinterm Haus) schoss sich Miro Internazionale pünktlich zum Weltturnier in der deutschen Wahlheimat in die Form seines Lebens. Nach der Bremer Siegerformel „25 aus 26“ folgten der lieben Tradition willen bei der WM in Schland wie schon „Zwozwo“ erneut fünf Richtige. Zwosechs – das Jahr in dem Miró, der Fußballkünstler, endgültig Weltruhm erlangte.

Erneut zog es den rastlosen Tausendsassa in die große weite Fußballwelt, in den Schlagschatten der Marienkirche. Doch nach zwei fetten Jahren brach die bayrische Heuschreckenplage über die Ernte des emsigen Ackerers herein. Was wurden dem armen Sünder die Levitiken gelesen – auch Zimmermann Jogi wollte man ins Handwerk pfuschen. Aber wie stets blieb alle Herumdeuteronomerei am Ende fruchtlos – Klöschen spielte auch Zwozehn und fügte seinem Schlüsselroman drei weitere Aha-Erlebnisse hinzu.

Und so wollen wir – statt wie hierzulande üblich das Haar in der Fischsuppe zu suchen – lieber aus ebenjenem Buch Klose zitieren, Vers 103,55: „Heute lag der Ball zweimal vor meinen Füßen und ich musste ihn nur reinschieben.“ Selig seien die Torjäger. Noch zehn Psalme bis zur Apokalypse des Gerd.

Bild: Flickr / Caldisyrose

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.