Sommerschlusseinkauf

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Raupe Nimmersatt

Die Bundesliga kloppt sich mal wieder am Grabbeltisch. Gestern gingen die letzten Transferknaller über den Tresen. Mit unablehnbaren Angeboten war selbstverständlich Felice Magath, der Pate von Gelsenkirchen (bei Schalke), wieder ganz vorne mit dabei. Wo die Kohle herkommt, weiß man leider nicht so genau. Jedenfalls soll es da sehr dunkel sein. Aber auch der VfB Stuttgart und Werder Bremen holten bekannte Namen in die Liga.

Einen Knaller holte man in Bremen mit dem französischen Altinternationalen Mikaël Silvestre. Die Glatze von der Loire hatte beim FC Arsenal keinen Vertrag mehr bekommen. Finanzkrise und so. Da nimmt man auch mal schnell einen krisenfesten Job als Kaffeeröster in Bremen an. Nebenbei kann der Gute auch noch ein bisschen kicken und nun versuchen ähnlichen Kultstatus zu erreichen wie sein Landsmann Micoud vor ihm. Ein Sieg in München am nächsten Spieltag ist da schon mal Pflicht. Die Jahresendflügelfigur soll nun aber vor allem dabei helfen bei Werder das Scheunentor auf der linken Seite zu schließen, wo am Samstag noch Sebatian „Boenischman“ Boenisch zu Gange war.

Der VfB Stoccarda hat sich die Dienste von Mauro Germán Camoranesi gesichert. Das Mittelfeld-Talent ist in Argentinien geboren, aber inzwischen von italienischer Staatsangehörigkeit. Das kommt daher, dass er einer alten italienischen Zirkusfamilie entstammt. Seine Spezialitäten sind übrigens die menschliche Kanonenkugel und der sterbende Schwan. Mit dieser Vorqualifikation schaffte er es natürlich auch in die Squadra Azzura, mit der er 2006 … lassen wir das. Auf jeden Fall darf er wieder ins Bundesgebiet einreisen, was sich für die Ligaspiele als äußerst praktisch erweisen dürfte. Die längste Zeit seiner Vereinskarriere verbrachte der passionierte Zopfträger bei der alten Dame aus Turin. Er blieb den Piemontesern auch nach dem Zwangsabstieg 2006 erhalten, weil er das kürzere Steichholz zog. Nun sucht er eine neue Herausforderung und freut sich auf Spätzle all’arrabbiata.

Bei Schalke fährt ab nun auch Klaus-Jan Huntelaar ein. Der Huntinator hat zwei Kurztrips nach Spanien und Italien hinter sich und kommt nun in Gelsenkirchen vorbei. Seine Reiselust brachte ihm auch eine Nominierung für die WM in Südafrika ein. Dort holten die Orangen bekanntlich den zweiten Platz, was natürlich perfekt zu Schalke passt. Aber Klausi sollte nicht davon ausgehen, dass er es zwangsläufig in die erste Mannschaft schafft. Der Schalker Kaufrausch, der bald Man-City-eske Züge annimmt, sorgt für Überbevölkerung im Kader und Gedränge auf dem Mannschaftsfoto. Da landet man schnell in der Regionalliga West bei Schalke II, wo schon der SC Verl und die Sportfreunde Lotte warten. Aber das ist natürlich weder zu erwarten, noch zu hoffen. Eher wird KJ schon bald das Waldhorn zur Aufholjagd blasen. Horrido!

(Bild: wikimedia / Dierk Andresen unter creative commons)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.

4 Gedanken zu „Sommerschlusseinkauf“

  1. Such das Dilemma: Warum braucht man vorne einen Klaus-Jan, wenn man hinten einen Metze hat? Wenn es gut geht Herr Magath: Hut ab, wenn nicht: Tschüss Schalke! Albert Streit freut sich auf jeden Fall auf eine Menge neuer Teamkollegen und die erneute Chance mehr Spiele auf der Ersatzbank zu absolvieren, als auf dem schönen grünen Rasen!

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