Bye, Bye, Ballack?

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Ein Bild aus besseren Tagen: Michael und Simone Ballack

Es ist die Frage, die an diesem trüben Montag alle beschäftigt: Ist Leverkusens historische Klatsche lediglich dem ganz normalen „Liga-Wahnsinn“ (Bild) geschuldet – oder steckt mehr dahinter?

Die deutschen Gazetten jedenfalls überbieten sich in kunstvoll elaborierten Moritaten über Schuld und Schuldige des Schandwerks unterm Bayer-Kreuz. Im Fadenkreuz der Gänsekiel-Gestapo: Michael Ballack, the football artist formerly known as Capitano.

Unfit, unpräsent, unautoritär – so der wenig schmeichelhafte Dreisatz, den der „Spiegel“ vorrechnet. Und der farbenfrohste Baum im deutschen Blätterwald konstatierte bedeutungsschwanger: „Seine Frau musste alles mit ansehen.“ Nicht nur Mauertaktik-Leser fragen sich nun: Was ist dran an der kolportierten Hetero-Combo, deren Epizentrum kein geringerer als der schöne Mr. Görlitz sein soll? „Die Gerüchte fuhren mit nach Südafrika“, kabelte uns zu dieser Frage vor wenigen Minuten unser Serengeti-Korrespondent Oleg Asang und garnierte diese Botschaft mit zahlreichen Smileys.

Zwinker, zwinker! Wer da nicht vom Äußersten ausgeht, ist selber Schuld! Doch wo liegt der Sündenbock nun wirklich begraben und wer ist der Hund in dieser G’schicht? Ist es Joachim Löw, der Ballack schon aus bis heute nicht abschließend dargelegten Gründen nicht für die WM in Südafrika nominierte? Ist es Philipp Lahm, der allein aus naheliegenden anatomischen Gründen leichtes Spiel dabei hatte, an Ballacks Stuhl zu sägen, um nur wenige Wochen später alle Welt mit seiner blonden Traumhochzeit und seiner vollkommenen Glückseligkeit zu verzücken? Simone Ballack jedenfalls musste alles mit ansehen.

Oder ist es am Ende doch wieder olle Addi H. vom Inn, von dem alles Schlechte bis in die heutige Zeit ausstrahlt? Die Massen, das steht fest, sind ja fanatisiert wie seit 65 Jahren nicht mehr, mehr als 40.000 zwängen sich jedes Wochenende in die Betonburgen – und auch sonst ist alles wie damals im Luftschutzkeller. Es rummst und scheppert, dass es nur so kracht. Und so kann der „Spiegel“ uns Deutschen flinkerhand „eine perfide Freude am Untergang“ diagnostizieren. Wieder mal. Na toll.

Ist Ballack also der neue Bruno Ganz, der als ehemalige Lichtgestalt am Ende ganz alleine in seinem Bonker hockt und darauf wartet, dass der Alliierte Kontrollrat das Licht ausknipst? Nun, warten wir es ab, liebe Schlachtenbummler! Erfreuen wir uns einstweilen an diesem kurzweiligen medialen Gemetzel…

Bild: Flickr / Andrea Peverali

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

8 Gedanken zu „Bye, Bye, Ballack?“

  1. Beim Lesen dieses Artikels, stellt sich mir die Frage, ob der Micha auch die Autobahnen gebaut hat??

  2. oder wie meine Oma sagte, immerhin gabs damals keine Behinderten, aber davon möchte ich mich natürlich Sarazinesk distanzieren.

  3. vielleicht auch Ulle, weil der sagt ja immer die Wahrheit („…noch nie jemanden belogen oder…“)

  4. Ich glaube, Michael Ballack wird auch diesmal von den Untoten auferstehen. Totgesagte leben bekanntlich länger und das gilt auch für (von der Klatschpresse) Totgesägte. Micha B. wird das deutsche Kettensägenmassaker mit ein paar Schrammen überstehen, die ihn nicht umbringen werden, sondern nur stärker machen. Der Görlitzer wird die Nehmerqualitäten brauchen, denn in der Nationalmannschaft wartet ja bereits Poldi, der endlich mal wieder seinen gefürchteten rechten Wischer ausfahren will. Vielleicht darf er das ja, wenn Ballack nicht mehr DFB-Kapitän ist.

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