Jogi und Michi – der Wortlaut

ballack-13Es ist das Gespräch der Gespräche, die Unterhaltung des Jahres. Jogi Löw spricht sich mit Michael Ballack aus. Es geht um die Kapitänsfrage, die Wehrpflicht und den Frieden im Nahen Osten (Görlitz). Mauertaktik war dabei und hat mitgeschrieben.

Löw (geschäftsmäßig): „Ja, grüß dich, Michi, ringel die Natter, altes Haus, wie geht’s denn so?“

Ballack (happy): „Alles primadonna, Trainer, wirklich, ist alles perfektomat verheilt!“

Löw (nachdenklich): „Ja? Soso…“

Ballack (nachdrücklich): „Ja, Coach, ehrlich, hab doch 90 Minuten gespielt am Sonntag, hamse das nich gesehn?“

Löw (fühlt sich ertappt, war in Mainz): „Äh… doch na klaro… Ehrensache… bist ja noch mein… äh… na sach…“

Ballack (hoffnungsvoll): „Capitano?“

Löw (abwesend): „Hmjoa…“

Ballack (ehrgeizig): „Trainer, 2012, 2014, das ist doch alles noch supidupi machbar, ich will da spielen. Ei wörked hart for sis kompetischn, ju nou?“

Löw (herablassend): „Na, jetzt lass mal die Engländer ausm Spiel, Michi! Hast ja gesehen, 4:1 und so, ne, klingelt was?“

Ballack (eifrig): „Na klar, na klar, hab ich am Fernsehen gesehen!“

Löw (seufzt): „Ja, genau das ist ja die Krux…“

Ballack (ratlos): „Wie? Was?“

Löw (in Mundart ausweichend): „Michi, du bisch scho au ei wichtigr Spielr für mich un de Hansi, wir müsse jetzt halt e kühle Kopf bewahre, durchschnaufe, erschtma sacke lasse des Ganze, und dann werde mer uns sicher entscheide, für bla oder für bla, eins von beide…“

Ballack (verdutzt): „Bla oder bla?!“

Löw (in Gedanken): „Was? Naja, du, Michi, ich muss erschtema mit dr Äinschie spreche, wie die das so macht in solche kritische Situatione. Ich meld mich bei dir, gell, Michi? Dei Nummer hab ich ja…“ (Löw ab. Ballack bleibt verdattert zurück. Vorhang.)

Bild: Flickr / DaveBleasdale

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

32 Gedanken zu „Jogi und Michi – der Wortlaut“

  1. Was wird eigentlich aus Ballacks Trikot-Nummer 13? Die hat doch jetzt Thomas Müller und freiwillig gibt er sie sicher nicht mehr her.
    Vielleicht schafft man beim DFB eigens für den verdienten Görlitzer eine 13B.

  2. Diese Satire finde ich unerreicht, und man darf mir glauben, dass mir als Bruder des langjährigen Aachner- Karnevalsvereinsgeschäftsführer Christian Mourad Humor wohl vertraut ist. Sie trifft die gesamte Situation in ihrer Komik, aber nicht minder vorhandenen Tragik für Ballack auf den Punkt, indem Löws Nichtfestlegbarkeit vor vielen Entscheidungen, auch innerhalb der letzten Jahre, in billigstes Schmierenkomödiantentum umgemünzt wird.
    Man könnte sich diesen Dialog im Willowitsch-Theater in Köln vorstellen. Nur gibt es einen traurigen Denkanstoß bei aller Komik. Der junge Mann, der um die Anerkennung seiner verdienstvollen zurückliegenden Jahre für die Nationalmannschaft bitterst kämpft, war in einen Sog schlimmster Diffamierungen und Angriffe von Pressejournalisten reingerissen worden, und dies geschah durch diese in vollem Bewußtsein über den Schaden, den dieser Mensch, der für jeden von uns immer ein Idol gewesen war, an seiner Seele erleiden würde. Und er hat Schaden genommen, und zwar zwischenmenschlich. Das hätte ihm nach meinem Dafürhalten erspart bleiben müssen, dass man ihn so behandelte. Er wurde von einigen Journalisten regelrecht zerfleischt, und das, obwohl er sich in seiner Mannschaft stets vor jeden gestellt hat, wenn es drauf ankam. Er hatte das nicht verdient, was ihm widerfuhr, und erst recht nicht in dieser geballten, unnachgiebigen Gewalt gegen seine Seele! Am schlimmsten war die Chefredakteurin der Bunte.
    Was Ordinäreres als deren Mundwerk hörte ich noch nirgendwo ertönen, und das ist aber auch gut so. Wir können dankend auf ihre verbal allerordinärsten Einlassungen verzichten.

  3. Eines muß ich doch noch als Nachschlag anführen: was das Diffamierungspotential für Klatschreporter an anderen Fußballern anbetrifft, das aber wohlgemerkt nicht bedient werden soll, denn wie ich ja sagte, soll das Niveau, auf dem sich die besagte Dame der Bunte befindet, nicht bedient werden, liefert so mancher Kandidat des DFB geradezu allerexplosivstes Verreiß- und Skandalpotential.
    Ich gehe sogar, so weit zu sagen, dass ich glaube, dass eine bestimmte Person sogar aus dem Amt gedrängt werden würde langfristig gesehen, die Michael Ballack als Vorgesetzter vorangestellt ist. Aber da gerade weder Michael Ballack noch sonst wer die Klatschreporter auf dem Platz sehen will, sondern statt derer nur die fußballinteressierten Sportjournalisten, die uns gierige Fans wieder mit tollen Berichterstattungen verwöhnen, angereichert mit geradezu unendlichen Metaphern der deutschen Sprache, wird es diese Bombe, Gott sei Dank, wird es diese skandalträchtigen und nach medialer Breittretung lechzenden Enthüllungen sicher nicht geben. Sicher hielt auch ein Michael Ballack unter seiner Spielführerschaft immer erfolgreich die Hände über potentielle Opfer von Klatsch und Tratsch. Auch das gehört in die Waagschale aller Für-und-Wider-Erwägungen gefälligst mit hinein, die seine Karriere und seine Zukunft in der Nationalmannschaft zwingend und unwiderruflich festlegen werden. Ich erwarte allerhöchsten moralischen Anstand bei diesen Erwägungen, Herr Löw!!

  4. Den Kommentar in Büttenreden-Form geschrieben, dann könnte man dem durchaus wahren Inhalt sehr viel leichter folgen! 😉

  5. Lieber wasendiego,
    ich schreibe gerne eine Büttenrede, wenn ich ab nächster Woche wieder mehr lachen kann. Wenn Ballack abgesetzt wird, wird das nicht so sein.

  6. Schade, denn ich befürchte das es genau so kommen wird. Mit der Nicht-Nominierung hat sich Jogi nur ein bisschen Zeit in der K-Frage erkauft. Aber das Thema wird in den Medien auch in Abwesenheit von Ballack so hochkochen, dass es eine Entscheidung geben muss. Und die wird ohne Ballack bestimmt nicht positiv für ihn ausfallen – fürchte ich!

  7. Ich habe die Hoffnung immer noch nicht aufgegeben, dass Löw doch noch auf Ballacks Rückkehr wartet, ihm dann die Binde wiedergibt,
    und dass er dann beiden vorschlägt, in welchem Jahr die Übergabe der Binde für immer an Lahm angedacht werden sollte zweckmäßigerweise.
    Ich fände fies, wenn er nicht bis Oktober auf ihn warten würde. Ich habe immer noch die Zuversicht, dass Löw den Anstand hat, den ich ihm immer von vorneherein in all den Jahren unterstellt habe. Er war immer ein toller Trainer.
    Die Ballack-Absetzung würde an seiner Fassade kratzen, wenn er ihm das antun würde.
    Verwechsel niemals Roß und Reiter,
    innere Einkehr ist jetzt gescheiter,
    laß Michi für uns im Amt verbleiben,
    ganz dankbar werd ich Dir dann schreiben,
    ihn wegzutun, wär Hintertreiben,
    die Presse wird danach sich Dich einverleiben!
    So bedenke, lieber Jogi:
    was Du nicht willst, dass man’s Dir tu,
    das füg auch keinem andren zu!
    Vorhang auf fürs nächste Stück:
    Jogi begegnet doch tatsächlich völlig zufällig seiner Freundin Angie in der Wellnessanlage:
    Jogi: „Och das isch jo jetzt a Überraschung, ich wollt Dich doch toatsäschlich angerufe habe, ich hab doch da so a Problem, mit dem ich net ganz klar kommen tu. Du kennst doch noch unsren Michi, Du, den hatt ich ja schon ganz vergessen ghabt. Der sagt, er wär so was wie mei Kapitän.
    Weißsscht Du, was der eventuell da meine könnt?“
    Angie: Lieber Jogi, dass Du ihn nicht wiedererkanntest, lag doch nur an Deiner Altzheimer, er war für Dich der Raufbolzen bei den Jungs, wenn die nicht so spurten, wie Du wolltest.“
    Jogi: „Aber Angie, Du weisscht doch, dass ich goar net gwußt hob, ob ich Trainer bleib, und dassch dasch auch irgendwie mit der Altzhauser oder wie dasch da heißscht, zu tun ghabt hat.
    Eben sprach mich hier a gwißer Philipp an, ich hätte ihm gsagt, dass bei mir zwei Kapitäne legitim scheien, obwohl dasch im Fußschball schonst net so üblich ist. Und dasch der Zwanziger getönt hätt, als ich dem Jogi sein Vertrag verlängert hab, da wollt ich aber net, dasch der uns in seiner Amtszeit jetzt die Koschten hier so in die Höh treibt mit 2 zu zahlenden Gehältern für Michi und Philipp.“
    Angie: „Lieber Jogi, das hast Du Dir bei mir abgeguckt: aufgeblähte Ministerien mit zusätzlich neu geschaffenen Posten bei gleichzeitig stets an Stühlen klebender Ämterpatronage. Dann kannst Du es Deinen beiden Jungs, Michi, und Philipp, doch nicht übel nehmen. Aber ich geb Dir einen Rat:
    um Dich nicht mit dem DFB anzulegen, sagtse Philipp halt, dass Du Dich wegen Deiner Altzheimer gar nicht mehr daran erinnern kannst, dass Du seinen Anspruch auf das Kapitänsamt zu einem Zeitpunkt, als dieses bereits vergeben war, als legitim bezeichnet hast.“
    Logi: „Du, dem, werd isch es aber geben, Angie.
    Wie hießsch nochmal dasch Wort: legionär?“
    Vorhangt fällt!

  8. Mein allerhöchsten Respekt Andreas Mourad! Geiler Kommentar, geiler Reim und wirklich lustige Fortsetzung der Schleck-Aufführung (wobei es mir immer noch kalt den Schauer herunterläuft, wenn ich daran denke, Angie in einer Wellness-Landschaft sehen zu müssen)! Aber an den Kulissen kann man ja bestimmt noch arbeiten… 😉

  9. Ich freue mich darüber, dass es gut ankam.
    Löw hat heute gesagt, dass er mit Michael gesprochen hat am Mittwoch. Er wartet auf ihn bis Oktober….das heißt doch, dass Michi Kapitän bleibt! Oder?

  10. Ich glaube, Löw behält Ballack im Amt. Wenn man mich fragt, ist das das tatsächliche Omen dafür!

  11. Eines muß ich noch loswerden zu meiner lieben Freundin Angie: Dass sie damals das berühmte Kleid getragen hatte auf dem Wiener Opernball, fand ich total super. Man hatte diese Dame vorher ausschließlich nur in Hosenanzügen oder Kostümen gekannt, dann trägt sie mal ein Kleid, und alle sind direkt empört. Ich fand das super mutig, was sie sich da „geleistet hat“, sage ich jetzt mal scherzhaft. Vielleicht war es für eine Frau Dr. Merkel ungewöhnlich mutig, die wir sonst immer nur zugeknöpft und geschäftsmäßig gekleidet kannten, aber das Kleid hatte Stil und war keinesfalls dem Anlaß unangemessen, sie präsentierte sich mit Würde und Glanz darin. Von mir hat sie für dieses Wagnis damals ein „summa cum laude“ erhalten, ein „Sehr gut plus“!

  12. Ich lese gerade, Jogi sagt es doch nächste Woche.
    Ich wünsche mir, dass es kein Donnerwetter
    der Gefühlsausbrüche wird. Wenn er Ballack das antut, hätte ich Probleme, Löw noch als ehrbaren Menschen zu sehen. Die Übergabe kann man ganz galant so durchführen, dass Michael die Binde bekommt und zu dritt beraten wird, ab wann Philipp dann weitermacht, das Amt wird Philipp ja sicher auch wie alle Vorgänger 6 oder 7 oder 8 oder noch viel mehr Jahre führen, es läuft ihm doch nichts weg. Man kann die Sache so lösen, dass Michael und Philipp zufrieden sind und dabei toller Fußball gespielt wird. Keinem wird dadurch vor den Kopf gestoßen. Und Michael würde 100prozentig unter dieser Variante auch gerne unter Philipp spielen, warum sollte er dann noch Philipp noch nachtragend sein? Das glaube ich nicht.
    Löw hat jetzt in der Hand, wie die beiden sich weiter vertragen werden.

  13. Drum Vorhang auf zum dritten Akt „Jogi,Angie , Angie , Guido, und andere Mitwirkende“:
    Jogi, wie kann es anders sein, trifft erneut auf seine alte Freundin Angie in der Wellnessanlage:
    Jogi: „Du, ich hab mit dem Philipp noch nich gesprochn, aber mal was andres: Du, wie Dein Guido mit seinem Freund so selbstverständlich die gooanze Welt bereisen tut, also da könnt sich bei uns im Fußball so manch einer a Scheib von abschneide, gel. “
    Angie: „Ach, tatsächlich?“
    Jogi: „Ja, die verkruschtete Schtrukure bei uns im DFB machen scho was ja glatt undenkbar.
    Ich könnt mir schon vorstelle, dasch der eine oder andere mit seinem Outing net so viel Probleme hätt, gäb’s da net immer diese miesepetrig einherschreibenden Schreiberlinge vom Käseblättchenwäldchen auf der Sandkaulstraßenniveau. Du, diese Frau von der Bunte, die hat mir rischtig Angst eingeflößt. Wer weißsch, wasch die sonst no so alles enttarne will. Jetzt wo die Euern Guido net mehr oute kann, mußsch die sich ja a andre Opfer suche.“
    Angie: „Mach Dir doch keine Sorgen, Jogi. Setz doch wie bei Deinem Michi auf das Leistungsprinzip: Wie sagtest Du ihm so schön am Telefon nach der WM: wenn Du weiter gut spielst, was hättest Du denn dann zu fürchten?“
    Jogi: „Ich tu ja net spiele, das ist ja die Krux.“
    Angie: „Ach, dann machst Du es halt so: Du rufst Dir Michi und Philipp heran und teilst ihne mit, dass Du selbst der neue Kapitän der Mannschaft geworden bist, damit hast Du mit einer Klatsche gleich 2 Probleme erfolgreich vom Tisch gefegt.
    Gerd würde sein Dörchen Schröder-Köpf jetzt gefragt haben: Und, wie war ich?“
    Angie: „Also wenn ich so a clevere Freundin wie Dich nich hätt. Und sag dem Guido, er ischt so manch einem in vielem was vorausch, die Tante von der Bunte hat er erfolgreich entwaffnet, Du, wenn der Karl Theodor eines Tages nitt mehr ministriere will, dann tät ich Guido glatt als neue Verteidigungsminister nehme, der ist ja gemeingefährlich, und dabei lächelt er nur.
    Wobei ich zugeben mußch, dasch mein Lächeln manchmal nit weniger gefährlich ischt. Dasch hat ja jetzt auch mein Michi wieder ganz schön zu spüre bekomme. Dasch mußte eben beherrschen: Nett sein und doch unverbindlich.
    Nur während bei Euch Politikern die Verbindlichkeit vor den Wahlen immer rapide ansteigt, nimmt sie bei mir kurz vor „Wahlen“ wieder rapide ab.“
    Angie: „Hauptsache, Du erkennst an, dass Du Dir das auch wieder von mir abgeguckt hast. Also lernfähig bist Du ja, mein lieber Jogi, trotz einer Altzheimer.“
    Vorhang fällt

  14. Und weil das alles so zutreffend und schön war, lasse ich mich zu einem 4. Akt hinreißen:
    Erneut treffen sich Jogi und Angie in der Wellnessanlage.
    Drum Vorhang auf:
    Jogi: „Du, Angie, ich bin so froh, dasch ich Dich treffe. Ich mußsch mit Dir reden. Wußschtescht
    Du, dasch der Elvis 1977 nicht so rein zufällig gestorben sein soll? Also so es soll so gewesen sein: der Vater vom Elvis, der Vernon Presley, hat dem Elvis gesagt, also diese Schlägereien, die der Red West, der Sonny West und der Dave Hebler immer provozieren tun und die Du dann widerwillig im Bewußtschtsein Deiner ständigen Rufschädigung durch diese immer bezahlt hascht,
    nehme ich nich mehr hin. Darum feuerte er sie am 13.7.1976. Der Elvis soll gesagt haben: Mein Vater hat es gemacht, weil er ihnen zeigen wollte, was auch der alte Vernon Preschley auf Graceschland noch zu sagen haben tut.
    Du, Angie, da haben die 3 gesagt: jetzt mochen wir en fertig: Jetzt bringen wir er a Buch rausch und sagen, er war wohl a Drogenjunkie.
    Meinst Du, wenn ich der Michi jetzt absetzen tu, dasch dann a Buch über mich erscheint, Jogi, wie er wirklich ischt?“
    Angie: „Lieber Jogi, erstens weiß eh schon jeder, wie Du wirklich bist, nämlich immer freundlich, aber nie darauf so festnagelbar, dass man nur einen Hauch auf Dein gegebenes Wort etwas zählen oder geben konnte, und zweitens hast Du ja alle Deine Gegner eh stets in ruhige Gewißheit gelächelt, die Überraschung kam für alle Beteiligten aber stets auf dem Fuße, oder stante pede, wie der Lateiner sagen würde.“
    Jogi: „Alscho wo wir grad beim Lateinische sind, wenn doch dieser Red West, der ja in den U.SCH.A so wie diese Tante von der Bunte urbi et orbi gesprochen hat, obwohl ich immer dachte, dasch dasch nur der Papscht so tue darf, dem Elvis scho viel Unleid angetan hat, könnt mich diese Chefredakteurin von der Bunte nicht auch dazu bringe, dasch ich wie der Elvisch ma nächste Tournee nicht antrete will?“
    Angie: “ Lieber Jogi, vielleicht mußtest Du erst ins Amt berufen werden, damit an Dir eindrucksvoll ein Exempel statuiert werden kann. Du statuiertest ja auch gerne ein Exempel an Deinem wehrlos vor sich hin humpelnden Objekt Ballack, war es nicht so, lieber Jogi?
    Deine Freundin Angie trat Dir gegenüber noch nie so widerspenstig auf, aber ich sagte Dir ja bereits: Gerd würde sein Dörchen Schröder-Köpf gefragt haben: Und, wie war ich? Dachtest Du, lieber Jogi, man machte mir den Weg frei, weil ich vor Nettigkeiten nur so überschäumte in meiner Amtszeit? Wohl kaum! Du erinnerst Dich doch noch gut an jenen Finanzexperten der CDU, dem ich außer einer Rolle im AKV-Narrenkäfig am Schluß nichts mehr auf dem Teller übrig ließ.“
    Jogi: „Angie, mit Dir möchte ich nie Krach habe müsse.“
    Angie: „Ich bin froh, dass wir uns darin einig sind. Laß meinen lieben, ehrbaren Michi in Ruhe, sonst lernst Du mich kennen. Ich schaute mit ihm das Spiel gegen Argentinien, er ist wie ein Ersatzsohn für mich. Er ist nett, er ist aufrichtig, er tut keinem was, aber wenn Du ihm was tust, lernst Du mich kennen.“
    Vorhang fällt

  15. Drum Vorhang auf zum 5. und letzten Akt: Wußtet Ihr, dass man im DFB es eben doch sein kann, und zwar so lange, bis einem einer auf die Schliche kommt. Und ich tat es, mit Verlaub. Aber der Angesprochene wird nie den Mut haben, es zuzugeben. Er ist darin fern jeder mutigen Handlung, die sein Charisma vielleicht nach außen hin geprägt hätte. Darin ist er nur verklemmte, falsche Ringelnatter, eben der smilende falsche Fuffziger, der er nunmal ist, aber den wir da gemeinsam wegkriegen müssen, oder wollt Ihr da so einen widerlichen, intriganten, falschen Fuffziger? Schämt Ihr Euch nicht für den? Ich ekel mich mich vor dem, und ich bin stockschwul!

  16. Hallo Wasendiego,
    ich bin unsagbar glücklich. Und ich freue mich, dass Jogi Löw doch noch Charakter bewies.
    Ich war ganz fertig wegen der fiesen Kampagne in der Presse.
    Ich lese gerade, sein Anwalt wurde nochmal aufgefordert, zu sagen, warum ihm das Wort Schwulencombo über die Lippen kam. Es war doch so: natürlich hatte Michael Ballack erfahren, dass eine Attacke in der Presse gegen ihn angeleihert werden sollte. Natürlich war auch Folgendes klar: eine junge Frau hatte sich in ihn verliebt und gehofft, sie werde sein neuer großer Star in seinem Leben. Das ging aber schon deswegen nicht, weil er doch schon einen Star hatte, nämlich seine Frau Simone.
    Aus gekränkter Eitelkeit entstanden Rachegelüste: „Wie kann ich ihn vielleicht fertig machen? Wie kann ich ihn lächerlich machen?“
    Dann kam ihr die Idee mit der Bunten…
    Ballacks Anwalt sagte sich, wenn wir uns alle unfreiwillig auf so einem Niveau treffen müssen, dann könnte ich auch etwas zur Plauderei beitragen… Er tat es aber nicht, weil er so was auch nie wollte und anstrebte.
    Natürlich gibt es auch in der Bundesliga anders Orientierte bezüglich des Liebeslebens.
    Und derer könnte ich Namen nennen, ich käme auf 5, ein super erfolgreicher Trainer inklusive,
    ich meine jetzt einen Bundesligatrainer. Aber warum etwas kaputt machen?
    Warum soll ich Hooligans, deren Gedankengut sich ganz unten befindet, bedienen? Warum soll man Leuten die Möglichkeit nehmen, wieder auf die Straße zu gehen, nur weil es Kraulöffel gibt, die ihnen dann was Böses wollen?
    Das tue ich nicht, das tut auch ein Dr. Becker nicht, das tut auch ein Michael Ballack nicht.
    Ich weiß von mindestens 5, dass sie schwul sind. Aber kein anderer als sie selbst müssen entscheiden, wem sie es wann sagen wollen oder auch eben nicht! Ich mag keine Gewaltakte!
    Und ich will jedem Fußballidol Gewaltakte erspart wissen. Der Mann, dessen Chrakter ich zunächst in Zweifel zog, ist rehabilitiert für mich, und das auch unwiderruflich! Ich rede nicht von Ballack!

  17. Also nochmal für alle zum Mitschreiben: für mich ist Jogi Löw rehabilitiert, sein dem Michael gegebenes Wort hatte Gültigkeit und darum ist und bleibt Jogi Löw für mich eine respektable Persönlichkeit!!
    Er hat uns alle schwer leiden lassen, der Jogi, das gebe ich wohl auch zu, indem er es so spannend machte. Der arme Michael, der noch nie einer Menschenseele je etwas getan hat, hatte das nicht verdient. Und der Michael Ballack ist sehr, sehr verletzbar, er hat sehr viele Emotionen. Das ist ihm nage geggangen, aber, Gott sei Dank, war auf seinen Chef noch Verlaß. Wie hätte man Michael vermitteln können, „Das Dir von Deinem Chef gestern noch gegebene Wort gilt heute gar nichts mehr?“ Nur der Unsensibelste unter der Sonne vermag nicht nachzuempfinden, wie man sich dann fühlen würde!!

  18. Und Arne Friedrich zählt nicht! Von dem weiß man nämlich bereits lange, dass er in Wirklichkeit mit Marco Schreyl zusammen ist. Also her mit den neuen, geheimen Namen! Ich bin für wilde Spekulationen offen… 😉

  19. Theo Zwanziger hat die Explosivität der Angelegenheit sehr genau und sehr scharfsinnig für den Fußball erkannt: es handelt sich um einen Männersport. Bei diesem Männersport geht es um enorme Werbeeinnahmen, denn jedes namhafte Unternehmen läßt sich gerne in Fußballstadien bewerben.
    Die Fußballzuschauerklientel ist eine zumeist konservative. Jemand, der sich outen würde, hätte die Hölle auf Erden zu befürchten von Hooligans, und Werbeträger würden gegebenenfalls sagen: „Ja, wenn beim Anblick einzelner Fußballer der Fernseher aus wertkonservativer Motiviertheit, also Abneigung, abgeschaltet wird, dann werben wir im Fußball einfach nicht mehr, sondern suchen uns Ausweichmöglichkeiten.“
    Jeder Werbetreibende will grundsätzlich immer die größtmögliche Einschaltquote. Aber diese Werbeindustrie finanziert den Fußball eben nicht unerheblich mit.
    Das ist das erste Gegenargument. Das zweite Gegenargument sind soziale Bindungen, die für den Geouteten plötzlich in die Brüche gehen könnten.
    Es ist mit folgendem stets erlebbaren Fall vergleichbar: eine geschiedene Frau erlebt nicht selten, dass sie plötzlich auf alle möglichen Partys, auf denen sie früher gerne gesehen war, nicht mehr eingeladen wird. Das liegt daran, dass viele Ehefrauen befürchten: „Vielleicht versucht die sich ja jetzt meinen Ehemann anzulachen. Die ist ja jetzt solo.“
    So ähnlich würde es dem Geouteten plötzlich auch ergehen, aber aus der Tatsache heraus, dass man ihm falsch gelagerte Annäherungsversuche von vorneherein unterstellen würde und auf einmal nicht mehr seine fußballerischen Leistungen im Vordergrund stünden, sondern sein Privatleben.
    Herr Zwanziger hat das sehr intelligent erkannt.
    Darum sage ich „Nein“ zum Zwangsouting im Fußball, ich sage sogar auch zum freiwilligen, selbst durchgeführten Outing eine klare Nein-Empfehlung!!! Männerfußball ist ein Sport, dessen Schönheit durch so etwas sofort in Frage gestellt würde. So altbacken es anmutet, es ist nun mal leider so. Ich glaube, die Betroffenen haben genug Selbstbewußtsein, um damit trotzdem leben zu können und die Lust am Fußball weiter zu empfinden, sie ist nämlich davon völlig unabhängig.

  20. Eine Sache beschäftigt mich allerdings doch: warum starb Robert Enke? Was war die Ursache? Warum glaubte er, was ich vermute, es keinem sagen zu können, was der Grund für seine Unzufriedenheit war? Wenn der Grund, wie ich komischerweise von Anfang an geglaubt habe, darin liegt, dass er dachte, wie soll ich es denn den anderen sagen, dann wäre das tragisch. Wenn unerfüllte Verliebtheit hinzukam, noch tragischer. Dann hätte Theo Zwanziger Recht in seinem Vorgehen, für die Zukunft zu fordern: eh es zukünftig nochmal bei jemandem so endet, fordere ich, Zwanziger, dass es machbar wird für Spieler, so zu sein. Ich weiß nicht, ob es bei Enke der Grund war, aber irgendein Gefühl sagt mir, ja, das war der Grund. Und es wäre ein tragischer, weil ein verhinderbarer. Ich weiß von 2 Trainerern, dass es sie auch betrifft. Beide sind nicht im entferntesten selbstmordgefährdet.
    Aber sollte sich jemand deswegen umgebracht haben, weil er so war, wie ich es auch bin, würde es für den Fußball eine neue Klärungspriorität einfordern, trotz aller meiner zuvor gesagten Worte. Wenn Enke sich umbrachte, weil er schwul war, was ich nicht weiß, aber glaube, brauchen wir die Hoffähigkeit von Homosexuellen im Fußball. Das darf nicht noch passieren, wenn das Enkes Grund war. Ich werde das verdammte Gefühl nicht los, wenn ich Fotos von ihm sehe, dass er so war, ohne ihm was Böses zu wollen, denn ich bin es ja auch.
    Ich kannte ihn vorher nicht, ich achtete darum nie so auf ihn. Aber seit er tot ist, frage ich mich immer, warum er sich das antat, wissend, wie grell sichtbar seine Vorgehensweise gegen sich selbst für uns alle sichtbar sein würde. Er wußte um sein Posthum-Publikum, warum also wollte er also dieses Publikum? Er wollte uns doch noch irgendetwas sagen und stecken damit, wie man so salopp sagt. Aber was? Der hat doch noch am Schluß, in seiner letzten Sekunde, etwas sagen wollen damit! Aber was? Nur diese Erklärung bleibt mir als gutem Beobachter, der oft vieles auf Entfernung schon erkennen kann, als einzig denkbare Antwort übrig! Er war, so glaube ich, sogar in jemanden verliebt. Aber in wen, das weiß ich natürlich nicht. Es kann ein Nachbar, es kann aber auch ein Fußballer gewesen sein.

  21. @ AM: „…was ich nicht weiß, aber glaube…“ „Ich werde das verdammte Gefühl nicht los, wenn ich Fotos von ihm sehe, dass er so war…“

    Solche Unterstellungen und Mutmaßungen finde ich wenig hilfreich. Fest steht: Robert Enke hat sich umgebracht, weil er krankhaft depressiv war. Darüber zu spekulieren, was seine Depressionen nun ausgelöst haben mag, bringt schlicht gar nichts – bringt ihn nicht zurück und hilft auch seinen Hinterbliebenen sicher nicht weiter. Was in ihm vorgegangen ist, geht uns alle auch schlicht überhaupt nichts an!

    (Andere Kommentare von Dir waren ja durchaus amüsant und in der Sache richtig – das kann ich bei diesem leider nicht feststellen.)

  22. dem kann ich mich nur anschließen. is doch ehct vollkommen egal, und ich finde es reicht schon, dass die Medien alles immer so durchkauen.

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