Engtanz beim Titelwalzer

engtanz-walzerEin Vierunddreißigstel der Bundesligasaison 2010/11 ist absolviert, und es zeichnen sich bereits klare Konturen im Meisterschaftskampf ab. Mauertaktik analysiert für Sie die Blitztabelle im Titelrennen.

Was für ein Wahnsinnsauftakt für den Herbstmeister von 2008! Im 112. Jahr des Bestehens soll es nun endlich, endlich klappen mit dem lange ersehnten Titel für den Traditionsverein aus dem Kraichgau. Bei der Formulierung der Ambitionen nach dem 4:1 gegen den viermaligen Deutschen Meister Werder Bremen schoss Cheftrainer Rangnick allerdings etwas über das Ziel hinaus: „Jetzt wollen wir Weltmeister werden!“

Vorsicht ist aber allemal geboten. Denn dem Spitzenreiter ist mit den beiden Aufsteigern ein Überraschungsduo auf den Fersen. Während beim FCK ein Meistertitel im Jahr nach dem Aufstieg fast schon zum Pflichtprogramm gehört, will der FC St. Pauli vor allem den ungeliebten Rivalen in der Hansestadt überflügeln. Für das Unternehmen „Hamburg 1“ planen die Paulianer den Sensations-Coup: Chefraucher Walter Frosch (14978 Kippen, 8 Tore für den Kiezklub) soll noch vor Ende der Transferperiode vom FC Altenteil verpflichtet werden – und den gegnerischen Stürmern so richtig was husten.

So langsam bedrohlich wird es dagegen für den amtierenden Meister. Nur ein Sieg aus dem letzten Spiel, dazu bereits 107 Tage nicht mehr Spitzenreiter. Kein Zweifel: Feierbiest van G. hat derzeit wenig Grund zum Lachen. Platz 6 kann jedenfalls nicht der Anspruch des Rekordmeisters sein. Louis XIV kündigte seinen Millionarios schon einmal die Freundschaft: „Die müsse jetzt laufe, bis sie kotze!“

Erstaunlich dünn derzeit das Mittelfeld der außergewöhnlichsten Liga der Welt – mit Gladbach und Nürnberg tummeln sich nur zwei Vereine im Niemandsland. Für beide kann es jetzt nur noch darum gehen, die Saison ausklingen zu lassen. „Viel Spiel und Spaß, aber keine Überraschung“, kündigte dann auch Gladbachs Trainer Michael Frontzeck für die restlichen Partien der laufenden Spielzeit an. Der „Club“ erwägt gar einen Verzicht auf die restlichen Paarungen zu Gunsten einer Asienreise (Hecking dazu: „Wegen die Kohle, woll!“)

Und dann beginnt auch schon der harte Existenzkampf. Etwas überraschend darin verstrickt sind der FC Schalke (Magath: „Scheißschiri ist schuld“), der VfL Wolfsburg (Veh: „Isnochnichallertageabendgnagna“), Borussia Dortmund (Klopp: „Argh, Alter!“) und der VfB Stuttgart (Babbel: „Ha, ha!“). Das hätten sich die lieben Herren Gutbetucht sicher etwas anders vorgestellt. Aber wie sagt man doch so schön: Am Arsch der Hammer resp. Holla die Waldfee oder Scheiß die Wand an!

Bei Tabellenschlussreiter Werder Bremen gehen derweil bereits die Lichter aus. „Zu Flutlichtspielen treten wir nicht mehr an“, kündigte Manager Allofs das neue Stromsparkonzept an, der Verein plane bereits für den kompletten Neuanfang im Unterhaus, so Allofs, der personelle Konsequenzen nur für sich selbst ausschloss.

Bild: Flickr / dok1

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

7 Gedanken zu „Engtanz beim Titelwalzer“

  1. Trotzdem lässt die Mannschaft auch den neuen Coach im Regen stehen! Nur hat er diesmal wenigstens keinen Schirm dabei. :-)

  2. @ Heinrich Mann: Großartig! Das Schönste ist, wie man den Ball genüsslich anfliegen sieht… Und dann dieses dumpfe Geräusch, ein Meilenstein der dt. Fernsehgeschichte.

  3. sky at its best!!!
    Ich möcht nich wissen, was derjenige, der die Stute abgeschossen hat dafür als Wetteinsatz in die Mannschaftskasse resp. daraus bekommen hat.!!!
    So ein Esel…

  4. Das war der Kannibale höchstpersönlich! Aber so wie Boulharouz am Sonntag gespielt hat, wird er von den Teamkollegen (hoffentlich) höchstens einen Arschtritt bekommen haben. Idiot! Ein über sieben Meter breites Tor trifft er nicht, aber den winzigen Quadratschädel schon…

Kommentare sind geschlossen.