Mauertaktik-Liga-Check (4): Stirb langsam (Jetzt erst recht)

ligacheck3Nachdem gestern das helle Mauertaktik-Licht über den Mannschaftsbussen stand, folgen in der heutigen Kiebitz-Stunde die Teams, die froh sind, sich überhaupt einen Mannschaftsbus leisten zu können. Die Anwärter auf die Plätze 18-16, vulgo: St. Pauli, Kaiserslautern, Nürnberg.

FC St. Pauli

Die Heiligen vom Kiez kommen auch in dieser Saison mit den traditionell flitzekackebraunen Trikots daher. Mächtig investiert wurde mit Hilfe der Abwrackprämie in gescheiterte Existenzen anderer Clubs. DJ Asa ist die neue Leitfigur und soll mit Antritten in Zeitlupentempo die rechte Seite beackern. Das offensive Dreigestirn wird abgerundet von den siamesischen Zwillingen Takyi und Naki mit ihrem berüchtigten Teufelszweier. Im Tor steht mit Hain Blöd ein langjähriger „Mausstar“ und erfahrener Bundesligakicker, doch der eigentliche Star des Teams ist der 12. Mann und der brandneue stadioneigene Kindergarten. Die gutgemeinte Verpflichtung von Bruce Willis als Mentaltrainer könnte schnell mit einer nächtlichen Hatz über die Reeperbahn inklusive explodierender Helikopter enden und das Team in eine tiefe Krise stürzen.

Ultimative MT-Prognose: Nach Sensationserfolgen in beiden Derbys spült die Fan-T-Shirt-Initiative „Doppelderbygewinner“ etwas Kleingeld in die klammen Kassen, doch die Einnahmen versickern leider sofort in den Ritzen des Kiez und so muss das Team mit Marius Ebbers als einzigem (leider nur zweitligatauglichen) Stürmer auskommen. Dennoch rettet sich der Kiezclub am letzten Spieltag. Als ans Licht kommt, dass die Mainzer Spieler in der Nacht davor von leichten Mädchen abgelenkt wurden, wird natürlich umgehend die DFB-Ethikkommission eingeschaltet. Ausgang ungewiss…

1.FC Kaiserslautern

Vier lange Jahre in den Irrungen und Wirrungen der 2.Liga verschollen, ist der Klub aus der Pfalz zurück im Oberhaus. Ohne Nobelpreisträgerin Jelinek im Sturm und dem Hobby-Hobbit Sam sucht Marco Kurz eine neue Startelf. Bei den Verpflichtungen, deren Namen auch dem größten Fan nur riesige Fragezeichen ins Gesicht zaubern, ist die Erstligareife ebenso ungewiss wie beim neuen-traditionellen Trikot und Logo Wappen. Unter dem Motto „Kurz-Arbeit soll sich wieder lohnen“ versucht sich der Coach in Hitzfeldscher Rotationstaktik – aller Voraussicht nach ohne Erfolg. Es bleibt abzuwarten, ob es außer der ungebrochenen Begeisterung und der schier unendlichen Leidensfähigkeit der Fans und dem Trikotsponsor noch mehr Positives zu berichten geben wird.

Ultimative MT-Prognose: Nach der Hinrunde hat das Team noch niemanden aus den Latschen(kiefern) gehauen, zur Rückrunde muss Verstärkung her. Doch spektakuläre Rückholaktionen diverser Altstars scheitern entweder an körperlicher Fitness (Basler, Brehme) oder an Alter (Walter). Einzig Ciri Sforza stolziert noch einmal im brdeauxroten Dress über den Betzenberg, kann jedoch das Ruder auch nicht mehr herumreißen. Auf Bald 2014!

1.FC Nürnberg

Der Relegationsrekordgewinner aus Nürnberg begeht die neue Saison mit wenig Neuem. Auf der Trainerbank immer noch Dieter Hecking und im Vorstand die ewig jung gebliebene MichaelA Roth. Verstärkt wird das Team durch den (Auto-)Schieber aus Stuttgart und Ekici aus Minga. Ekici wer? Genau das ist das Motto der Clubberer in dieser Saison. Unbekannte Leihspieler aus aller Herren Länder spielen eine verwirrende 1-6-3 Taktik mit vielen Positionswechseln und Rochaden. Da jedes Team eine Konstante braucht, wurde 0-Tore-Stürmer und Kopfballungestüm Harry Charisteas mit einem neuen Fantasiekontrakt ausgestattet und bleibt den Nürnburgern auf jeden Fall bis zur nächsten Relegation erhalten. Das Gefährlichste, das der Club in dieser Spielzeit zu bieten hat, ist dann wohl die Schwarze-Kapuzenpullover-Fraktion auf den Rängen.

Ultimative MT-Prognose: Mit 34 Unentschieden und einer Bilanz von 0:0 Toren stellt der Club einen neuen Weltrekord auf. Leider sammeln sie damit genau einen Punkt weniger als die Kontrahenten im Abstiegskampf und steigen direkt in die 2. Liga ab. Aus Traditionsgründen lässt Hecking gegen Nürnberg II Relegation spielen und erntet für diese Idee selbst von Altfrau Roth nur Hohn und Spott.

NICHT VERPASSEN: Von der Hölle in den Himmel oder so ähnlich. Nach den Kellerkindern geht es morgen mit dem Spitzentrio weiter: Bayern, Bayer und Schalke.

5 Gedanken zu „Mauertaktik-Liga-Check (4): Stirb langsam (Jetzt erst recht)“

  1. Ohne hier den Klugscheisser spielen zu wollen, aber hat der Glubb nicht gestern seinen Griechen einem ahnungslosen Franzosen-Verein aufs Auge drücken können?

  2. Euroharry is raus, fast so spektakulär wie Mesut.

    Und wo in dieser Reihe soll sich bitte Hannover einordnen? Ja wohl nicht vor allen dreien!

  3. @diego: du als alter Schreiberling, weißt doch, dass es deadlines gibt…

    @WWM: Ruisch, Ruisch, können ja aber leider auch nur 3 absteigen…

  4. Da brat mir einer n Storch und nenn mich Shlomo; wenn die nicht absteigen, werd i narrisch.

Kommentare sind geschlossen.