Mauertaktik-Liga-Check (2): Ein Stadion voller Narren

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Und weiter geht’s mit unserer kleinen Blog-Buster-Schau. Nachdem Kollege Persico gestern die Mannschaften vorgestellt hat, die ihre besten Zeiten bereits hinter sich haben, werfen wir heute einen Blick auf die Teams, deren beste Zeit vielleicht nie kommen wird. Jedenfalls nicht in der Bundesliga. Feiertechnisch ist bei denen allerdings alles im Lack. Die Karnevalisten der Bundesliga: Mainz, Köln und Freiburg.

FSV Mainz 05

Die sympathischen Jungspunde aus Rheinland-Pfalz gehen einmal mehr ohne richtigen Plan in eine neue Saison. Hat ja die letzten Jahre auch immer wunderbar geklappt. Entsprechend lesen sich die jüngsten Transfers der Mainzer: Haruna Babangida, Tufan Tosunoglu, Dragan Georgiev, Sami Allagui, Tofun Tosunoglu wieder weg. Immerhin hat man mit Lewis Holtby und Christian Fuchs auch noch Leute geholt, die sich in der Bundesliga nun, sagen wir, „bewährt“ haben. Und hoch oben auf diesem gelben Wagen sitzt Trainer und Chef-Ulker Thomas Tuchel und konnte jüngst Torwart-Oldie Martin Pieckenhagen (52) einen 5-Jahres-Vertrag aufschwatzen. Um auf Witzniveau zu bleiben: Das kann ja eiter werden…

Ultimative Mauertaktik-Prognose: Mainz startet ganz stark in die Saison, drückt dann aber zwischen Spieltag 10 und 29 gewaltig auf die Euphorie-Bremse, sammelt sich aber und läuft ganz sicher auf Platz 12 ein. Vielleicht passiert auch was ganz anderes, was weiß denn ich…

1. FC Köln

Wenn Kölns Manager Michael Meier über den Anspruch seines Teams referiert, hat das mit der Realität meistens so viel zu tun, wie bei dem Blinden, der von Farbe redet. Tosic, Maniche und Wome sind weg, dafür neu im Team Superstars wie Lanig, Jajalo und Uth. In Köln nennen sie das „punktuell verstärkt“. Doch Köln wäre nicht Köln, wenn es nicht auch was Lustiges zu berichten gäbe. So verpflichtete man den Brasilianer Andrezinho (wichtig: kein Akzent auf dem e); folgen sollen nach Mauertaktik-Insider-Informationen Manfredinho, Holgerano und Walterio. Dazu ein Trainer auf dem Schleudersitz. Wenn Podolski und Novakovic nicht bald mal eine Friedenspfeife zusammen rauchen, dann könnte das eine recht gruselige Saison für die Domstädter werden. Meier sollte in jedem Fall mal lieber den Dom in Kölle resp. die Kirche im Dorf lassen.

Ultimative Mauertaktik-Prognose: In dieser Saison geht wirklich alles schief: Zvonimir Soldo erreicht die Mannschaft bereits am 5. Spieltag nicht mehr, Meier reagiert und besetzt den vakanten Trainerposten mit Hennes VIII. Der neue Trainer bleibt ähnlich erfolglos und fordert in der Winterpause „mehr Qualität“, doch Meier versteht die ganze Meckerei nicht. Logische Konsequenz: Das erklärte Saisonziel Platz 5 wird mit Platz 17 gar nicht mal so knapp verfehlt.

SC Freiburg

Nicht ganz so lustig wie Mainz und Köln, aber Freiburg war doch schon immer der etwas andere Verein. Wirklich viel getan hat sich ja im Grunde genommen nichts, seit Volker Finke anno 2007 seinen Sonnenstuhl geräumt hat. Freiburgs Kader bleibt für Fußballfans nicht nachvollziebar, Phantasienamen vorne wie hinten, seit ein paar Jahren sogar auch auf der Trainerbank. Doch im Breisgau ticken die Uhren eben anders: Anstoß samstags um 15:28 und ein Kader, der sich liest wie ein Register einer Flüchtlingssammelstation, aber am Ende überlebt man doch irgendwie. Und im Mai fragen sich dann die Fans der Abstiegsmannschaften: Warum wir und nicht die?

Ultimative Mauertaktik-Prognose: Freiburg sammelt bis zum 33. Spieltag 7 Unentschieden und 25 Niederlagen, am Ende winkt wie durch ein Wunder Platz 15. Irre!

NICHT VERPASSEN: In der nächsten Folge geht es um die Teams, die international ihr Glück versuchen. Also, lest hier weiter, wenn es heißt: Ey Mann, wo steht der Mannschaftsbus?!

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