Australien hat einen neuen Nationaltrainer. Holger Osieck, der Michael Henke des internationalen Fußballs, schleppt fortan die Hütchen und Leibchen auf dem fünften Kontinent.
“Er ist unser Wunschtrainer”, flötete der australische Verbandspräsident bei der Neuvorstellung des charismatischen Schattenparkers im sonnigen Australien – wobei sich die Frage aufdrängt, ob der Funktionär auch für sein Leben gerne trocken Brot isst und sich dazu einen schönen Schluck lauwarmes Leitungswasser gönnt. Weitere Wünsche, das ist jedem, der sich mit Fußball ein bisschen auskennt, dürften sich jedoch schon bald aufdrängen, zum Beispiel der nach der Demission von Osieck. Doch bei genauerem Hinschauen offenbart sich: Der Duisburger hat sich längst vom Image des sprödesten DFB-Co-Trainers aller Zeiten emanzipiert (jedenfalls außerhalb der deutschen Landesgrenzen). In Japan verzauberte der 55-fache Zweitligaspieler die Massen mit Kartentricks und effizienter Zettelwirtschaft (”Sushi find ich klasse, hihi, gez. HO”). Mit vollem Erfolg: “Holger-san bester Mann” jubilierten die Fans der Urawa Red Diamonds, als der Ex-Kaiser-Assi sie zum Meistertitel coachte.
2000 bereits hatte Osieck mit der kanadischen Nationalmannschaft den Gold-Cup, die EM Nord- und Zentralamerikas, gewonnen. Um Osieck die Ausreise zu verstellen, nahmen die euphorisierten Kanadier kurzerhand seinen Sohn in Sippenhaft und inthronisierten ihn als Präsidenten des Fußballverbandes der Provinz Saskatchewan (kein Scherz). Ehrensache, dass diese wie auch alle anderen Heldentaten des Akribietalents seit Rom 1990 hierzulande vollkommen unbeachtet blieben. Für die meisten deutschen Fußballfans ist Osieck nach wie vor dieser biedere Typ, der direkt neben dem Teamchef im Duplo-Album klebte – und der nie in Erscheinung trat.
Toll: Osieck ist der bereits dritte deutsche Trainer der “Socceroos”. Von 1979 bis 1981 ließ sich Rudi Gutendorf die Sonne Queenslands auf den Pelz scheinen. Ihm sollte ein gewisser Les Scheinflug nachfolgen, der aber nie in Australien ankam (Probleme mit dem Flugschein).
Mauertaktik wünscht Ihnen, lieber Herr Osieck, jedenfalls nur das Beste down under! Zeigen Sie den Känguruhs mal, wo der Koala die Misteln holt!
Ähnliche Artikel:



7 Kommentare
1 wasendiego // 11. Aug 2010 um 21:35 Uhr
ÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄhm… Was ist denn heute in die Saarbrücker gefahren? Oder hatte beim FCS etwa die Wettmafia die Finger im Spiel, Herr Schleck?
2 Franco Persico // 11. Aug 2010 um 21:47 Uhr
“… und wenn der FCS marschiert, weiß ein jeder was passiert.”
3 Fränck von Schleck // 11. Aug 2010 um 21:58 Uhr
So schießt man sich aus der Krise!!! Der Wahnsinn. Durchmarsch in Liga zwo MUSS erfolgen. +1 Tore…
4 Ritschie Kampuntschinski // 11. Aug 2010 um 23:46 Uhr
ich glaub der FCS braucht nen trainer wie Wolfgang Sidka o.Ä – leider is der ja jetzt im Irak. Aber Wille Entenmann wär doch auch was
5 Fränck von Schleck // 12. Aug 2010 um 10:06 Uhr
Horst Ehrmanntraut muss wiederkommen! (Er hat seine “Vollkrise” mittlerweile überwunden…)
http://www.youtube.com/watch?v=odmODrlOmvk
Natürlich auch eine absolute Legende an der Saar, Klaus “Schlappi” Schlappner (hier in Diensten des SV Waldhof):
http://www.youtube.com/watch?v=Zt95SZhr1Os
6 wasendiego // 12. Aug 2010 um 10:45 Uhr
Wenn Schlappi zurückkommt, werde ich spontan zum FCS-Sympathisanten! Der Typ ist einfach ein Marke.
7 Franco Persico // 12. Aug 2010 um 21:34 Uhr
Auf eine kleine Ungenauigkeit im Artikel wollte ich noch hinweisen: Osieck ist leider nie mit Urawa Meister geworden. Das hat bis jetzt nur Guido der Große geschafft. Es berichtete sogar das ZDF:
http://www.youtube.com/watch?v=B_gxcBA–Gs&playnext=1&videos=YD_2uEqL4NY
Osieck hat aber mit den Reds die (asiatische) Champions League gewonnen. Hier die Bilder aus dem Rückspiel gegen Sepahan Isfahan (Iran):
http://www.youtube.com/watch?v=VpwWTe6kLVM
Beitrag kommentieren