Die Faust im Nacken

Neues aus Griechenland: Die sympathische Schmiergeldrepublik im Süden Europas kommt nicht zur Ruhe. Gefrustete Hartz-Tessera-Empfänger ließen ihren Frust nun auf dem Fußballfeld aus. Mauertaktik hat alles gefilmt.

Sie haben es wirklich nicht leicht die Hellenen. Von ganz Europa verspottet, von Rehhakles verlassen, blüht dem Europameister von 2004 das Schicksal, auf Jahre hinaus schlagbar zu sein. Aller Missmut bündelt sich mal wieder in der Hauptstadt Athen, in der jeder zweite Grieche und jeder dritte Straßenköter der Welt lebt. Bei Temperaturen von 40 bis 50 Grad zieht es die Menschen in die luftigen Fußballarenen ihres Landes (Gelder für Gegengerade wurden veruntreut), ganz egal, ob da nun ein wichtiges Ligaspiel oder ein Vorbereitungskick zwischen AEK Athen und einem gewissen Kallithea stattfindet. Doch weil sich bei dieser Scheißhitze und mit diesen Mordsschulden auf dem Buckel schlecht kühler Kopf bewahren lässt, sucht der gemeine (i.e. gewaltbereite) Grieche nach Ventilen. Schön, wenn ihm das dann in Form des ehemals abtrünnigen Cheftrainers Dusan Bajevic auf dem Silbertablett resp. Naturgrün präsentiert wird. Bajevic war einst zu Olympiakos Piräus gewechselt und hatte mit dem Hafenklub auch noch mehr Erfolg gehabt.

Die Vergangenheit holte den bosnischen Serben am Samstag Abend ein – in Form eines griechischen Mobs. Nachdem sich der AEK-Anhang mit abgenagten Fleischspießen (griech.: kalamaki) gegenseitig angestachelt hatte, ging man dazu über, dem ungeliebten Coach den klassischen griechischen Fausttanz zu demonstrieren. Kurz: Man spielte ein bisschen auf der Dusouki. Knalleffekte garantiert, und mit einem eingesprungenen Seitenhieb schaffte es einer der Kurvenhauer dann auch schlussendlich, den schon etwas gebrechlichen Jugo von den Beinen zu holen. Mauertaktik-Informationen zu Folge soll sich der Schläger danach in einschlägigen Hoolforen unter dem Pseudonym „Fausto Kloppi“ der Tat gerühmt haben. Wir stellen Ihnen, liebe User, die ungeschnittenen Bilder zur Verfügung, um die griechische Polizei (wie im Video zu sehen, in der Regel heillos überfordert) zu entlasten. Vielleicht erkennt der eine oder andere von Ihnen ja einen Kellner aus dem Kreta-Urlaub oder einen Krawalltouristen aus dem Heimatort wieder. Sachdienliche Hinweise bitte per Kommentarfunktion.

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

2 Gedanken zu „Die Faust im Nacken“

  1. auf jeden fall nen starker auftritt der polizei, nachsynchronisert könnte sich das ganze auch so angehört haben:
    „willst du bananae?“

Kommentare sind geschlossen.