Vom Raulus zum Paulus

Ein Spanier nach 4 Stunden Schalke
Ein Spanier nach 4 Stunden Schalke

Es ist amtlich! Real Madrids Superstar mit Legendenstatus wechselt also nach 60 Jahren von seinem Heimatverein nach Gelsenkirchen. Mauertaktik-Erlebnisreporter Jügen H. Nuta ging mal wieder dahin, wo es richtig weh tut, und begleitete Raul bei seinem ersten Tag in der Provinz.

Das Gerücht hielt sich seit Tagen hartnäckig: Raul González Blanco angeblich vor Wechsel zu Schalke, hieß es und seit heute, kurz nach Siesta-Zeit, ist es offiziell. Kaum zu glauben, aber war. Raul wechselt von den echten Königlichen zu den Pseudos in Königsblau. Das ist in etwa so, als wäre König Juan Carlos I. ab sofort nur noch König von Mallorca. Was hat den 33-jährigen Superstar da nur geritten, fragt sich der gemeine Fußballfan. Oder mit anderen Worten: Wie königsblau muss der Mann gewesen sein, als er sich entschloss, Madrid gegen Gelsenkirchen einzutauschen? Nun, keine Ahnung.

Doch eine Antwort auf diese Frage hatte der Weltmann selbstverständlich auch gleich im Gepäck: „Hier wird attraktiver Fußball gespielt“, log sich der Mann, der auf Vereinsebene schon alles erreicht hat, die Welt schön. Eine Einschätzung, die sich nur wenige Minuten später beim ersten Training bestätigen sollte. Während Raul noch fleißig Autogramme an kleine Kinder und an den zufällig anwesenden Benedikt Höwedes verteilte, begrüßte ihn sein neuer Trainer mit zwei (blauen) Medizinbällen. „Das sind für die nächsten vier Wochen die einzigen Cojones, mit denen du spielen wirst, du Knecht“, flötete ihm Hobby-Diktator Magath entgegen.

Nach der lockeren Trainingseinheit (40km Entenlauf) war der Neuzugang auch gleich voll des Lobes: „Ich will sterben“, röchelte der eher filigrane Fußballer Magaths Handlanger Bernd Hollerbach entgegen, der ihn für diese Erkenntnis mit einer Extrarunde Faustball ohne Ball belohnte. Anschließend duschen (kalt) und Abendessen (trocken), Raul macht gute Miene zum bösen Spiel: „Habe die letzten Jahre auch wirklich gut genug gelebt. Haha bzw. Hilfe.“

Vielleicht nur ein schwacher Trost für den sympathischen Nicht-Welt- und Europameister, aber irren ist halt nun einmal menschlich resp. die nächste Transferperiode kommt bestimmt.

(Bild: flickr.com / Tiago Ribeiro)

4 Gedanken zu „Vom Raulus zum Paulus“

  1. Jede Wette: der überlebt noch nicht einmal das Trainingslager von Felix, ähh… „Quälix“ Magath! :-)

  2. Den schlimmsten Teil der Vorbereitung hat der clevere Fuchs ja schon verpasst dank Hinhaltetaktik.

  3. danke für diese erheiternden zeilen! wobei die kombination der worte „entenlauf“ und „faustball“ im selben absatz eine gewisse qualität geradezu garantiert…

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