Die größten Irrtümer der WM

paprikaNur noch vier Mohikaner sind übrig beim diesjährigen Nationentreffen. Schland überragend, auch Spanien, Holland auf Kurs. Doch es war natürlich nicht alles eitel Sonnenschein im afrikanischen Winter. Zeit für uns, um zurückzublicken auf die größten Irrtümer der WM.

Un‘ estate italiana

Italien war für viele eigentlich gutmütige Beobachter des Spiels lange Zeit das Bayern München der Länderkämpfe – und dementsprechend ein steter Quell des Zorns. Immer vorne dabei, meist hässlich wie die Nacht, oft vom schwarzen Mann befördert, immer arrogant. Nun ist der FC Bayern seit einem Jahr nicht mehr, was er einmal war. Italien auch nicht. 83 Millionen von Grosso Gepeinigte jubilierten, dass die Azzurri mit vier Jahren Verspätung alles Pech und Unvermögen der Welt einholte. Bilanz: Letzter der Gruppe F. Hinter Neuseeland. Bitte. Danke.

Schweizer Käse

Otto und Ottmar sind ja alte Kumpels. Die Bundesliga haben sie jahrzehntelang unter sich aufgeteilt, sich das eine oder andere voneinander abgeschaut. Bei einer WM waren sie nun im fortgeschrittenen Alter beide das erste Mal. Der Griechencoach aus Essen startete dabei den untauglichen Versuch, mit einem innovativen System (5-5-0) einmal mehr das Establishment aufzumischen. Otze H. immerhin schaffte eine Sensation: Einen Mauersieg gegen Spanien. Doch als es dann ans Gestalten ging, gingen im Land der Galerien und Künstler die Lichter aus. Kein Tor gegen Spaßteilnehmer Honduras! Arm. Vielleicht die Strafe des bärtigen Oberschiedsrichters für Minarettverbote und Steuerhinterziehungstourismus? Bilanz jedenfalls: Herr Hitzfeld, für Sie immer noch Honsieras!

Black is beautiful

Afrika wollte wer werden bei dieser WM. Und rasselte um ein Haar in die größte Katastrophe seit dem Kolonialismus: Dem Ausscheiden aller Partizipanten noch in der Vorrunde. Beruhigend, dass sich im Scheitern dann wieder altbekannte Hüftschussreflexe zeigten, die wir an den Verbänden des Kontinenten stets so bewundert haben. Nigeria etwa macht jetzt erstmal zwei Jahre Urlaub. Das ist in etwa so toll wie Togo vom Afrika-Cup auszuschließen, weil sich die Spieler unverantwortlicherweise totschießen lassen. Wo kämen wir denn da auch hin? Vielleicht in die Erfolgsspur. Nein, nein, lassen Sie mal! Bilanz: Paprika!

F***en Sie das!

Man kann es aber auch machen wie die Franzosen, die 221 Jahre nach der Revolution noch einmal die Hinterlader aus dem Keller holten. 23 Knallköppe entsandte der Verband mit dem Gockel ans Kap der schlechten Stimmung. Weil Franzosen bekanntlich gegen alles und jeden rebellieren (Parkverbot, Steuererhöhung, deutsche Besatzer), dauerte es nicht lange, bis die Fetzen flogen. Die französischen Gaststudenten benahmen sich gar derart daneben, dass das südafrikanische Erasmus-Komitee die vorzeitige Heimreise verfügte. Kurz vorher versuchte das Fachblatt L’Equipe noch, Sprachbarrieren abzubauen: „Enculer qn. – das heißt…“ Alles vergebens. Bilanz: War für den Arsch.

Bild: Flickr / alancleaver_2000

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

1 Gedanke zu „Die größten Irrtümer der WM“

  1. „Vielleicht die Strafe des bärtigen Oberschiedsrichters für Minarettverbote und Steuerhinterziehungstourismus?“

    Bester. Satz. Dieser. WM. Ach was – bester Satz des Web 3.0. Bitte. Danke.

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