Verzagt nicht, Söhne Afrikas!

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Mit einem blauen Auge davon gekommen...

Afrika, oh, Afrika! Du exotischster aller Kontinente. Du Mutter unzähliger Märchen und Mythen. Du Wiege mannigfaltiger Kultur und Lebensfreude. Mama Afrika, was hast Du uns enttäuscht.

Du hattest Deine Söhne ausgesandt an Dein südliches Ende, um für sich zu werben. Um uns eines Besseren zu belehren. Nie mehr sollten wir zweifeln an den tapferen Sportsmännern von Algier bis Kapstadt, nie mehr uns in Klischees verirren, nach denen das schöne Spiel auf dem schwarzen Kontinent eine Melange aus planloser Rudeltaktik, hoffnungslosen Fernschüssen und absurden Einzelaktionen, kurzum: weitestgehend brotlose Kunst sei, begleitet von ohrenbetäubendem Getröte. Das hatten wir ja alle zwei Jahre beim Afrika-Cup zur Genüge bestaunen können, jenem hier bei uns als sympathisches Nischen-Event empfundenen Turnier, das im TV-Programm eines europäischen Senders irgendwo zwischen Snooker-WM und Motocross-Grand-Prix gezeigt wurde.

Und nun? Nun sind wir genauso schlau wie vorher. Nehmen wir die Algerier – sie wollten ohne einen einzigen Angreifer obsiegen – und schossen dann auch genau so viele Tore. Angst essen Angriff auf. Nehmen wir die wackeren Gastgeber. Sie mühten sich, das muss man sagen, schossen auch gleich zum Auftakt ein Traumtor, das einen alten Fangesang neu auflegte („Shabalala!“), aber am Ende blieb auch dieses Fußballwunder trotz Abschlusssiegs gegen die französischen Streithähne aus. Nehmen wir Nigeria, die Wiege Okochas, Ammunikes, Olisehs – besonders super waren die Eagles heuer nicht. Ein Pünktchen reichte nicht. Und die Kameruner Löwen schließlich waren mehr als einfach zu bezähmen.

Nur Du Ghana, Du letzter treuer Sohn des Kontinents, hast Deiner Mutter keine Schande bereitet. Mutig stürmtest Du in die zweite und dann dritte Runde. Und wer mittendrin? Zwei Deutsche. Na, das verstehe noch einer. Ob Kaiser Franz, der ewige WM-Organisator, am Ende da wieder seine Finger im Spiel hatte?

Wie dem auch sei: Verzagt nur nicht, geht nicht unter, ihr schwarzen Sterne, damit Mama weiter stolz auf euch ist!

Bild: Flickr / Axel Bührmann

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.