DFB inteam

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Mit Spannung wird das „Finalspiel“ der deutschen Elf gegen Ghana erwartet, in dem es für die DFB-Auswahl bereits um alles oder nüscht geht. Entsprechend hoch ist die Anspannung. Mauertaktik hat die Mannschaft vor diesem Nervenkrimi einen Tag lang exklusiv begleitet.

Während das WM-Quartier der Deutschen einem Hochsicherheitstrakt gleicht, hat Mauertaktik seinen Maulwurf aus dem französischen Lager abgezogen und völlig legal in den illegal erbauten Luxusbunker in Pretoria geschmuggelt. Nur einen Tag lang einmal Maulwurf spielen…

07:15 Uhr: Jogi Löw und Hansi Flick (mit Gitarre) schleichen von Zimmer zu Zimmer und wecken das Team. Während Flick mit einer einstudierten D-Dur-Taktik auf der Klampfe überzeugt, säuselt der Bundes-Löw traumhaft schön: „Danke für diesen guten Morgen, danke für jeden WM-Tag“. „Danke für meine Arbeitsstelle“, gähnt Tim Wiese müde zurück und dreht sich auf seinem Solariumbett noch einmal um.

10:45 Uhr: Alternatives Training am Vormittag. Nachdem Löw in den letzten Tagen seine Kicker bereits Rugby, Stabhochsprung und Bahnrad-Verfolgung trainieren ließ, steht der 23er-Kader nun an der hoteleigenen Elfenbein-Tischtennisplatte: „Eine Runde Chinesisch, meine Herren!“, fordert der Coach. Eine Mordsgaudi entbrennt an der Platte, bis Arne Friedrich eine gemein angedrehte Rückhand-Angabe von Per Mertesacker auf der falschen Seite gesehen haben will. „Falscher Acker!“, stänkert der sonst so freundliche Friedrich immer wieder gegen den langen Bremer. Die Situation droht zu eskalieren.

12:30 Uhr: Essen fassen in Pretoria. DFB-Koch Holger „Bernd“ Stromberg hat auf Anordnung von ganz oben den ganzen Vormittag in der Küche verbracht und aus Spätzleteig kleine WM-Pokale geformt und kombiniert diesen Kniff mit dem möglichen Spielplan der Deutschen. Herauskommt eine Paella (Halbfinale), schön mit einem saftigen Steak belegt (Viertelfinale) und raffiniert in einem Bohneneintopf (Finale) versenkt, garniert das ganze mit Pfefferminzsoße (Achtelfinale) und eben diesen kessen WM-Spätzle (After-Finale-Party). „Hmpf, der Hunger treibt’s rein, der Ekel treibt’s runter“, so Scheunendrescher Lahm.

16:30 Uhr: Siesta im WM-Quartier. Wiese treibt auf seiner Solarium-Luftmatratze selig im Pool und macht Schlummi, Poldi putzt sich das Pech von seinen Schuhen, Bierhoff spielt einhändig Schach gegen sich selbst, Jerome Boateng guckt staunend zu und Mario Gomez schaut die DVD „Die 11 schönsten WM-Tore von Miro Klose“. Schweinsteiger spielt auf der Playstation die Begegnung Deutschland vs Ghana und schießt mit sich selbst 4 Tore, ein Zimmer weiter zerlegt Jörg Butt binnen 20 Minuten 10 Joysticks, als er auf seinem Amiga 500 bei „SummerGames“ ungewohnte Emotionen zeigt.

22:00 Uhr: Großer Zapfenstreich im Mannschaftshotel. Trainer-(Bald-)General Löw lässt seine Mannen noch einmal vor den Zimmern („Stuben“) antreten und hält eine martialische Einschwörungsansprache. Sein Adjutant Flick spielt auf Khediras Ghettoblaster eine selbstgebrannte Kassette mit den schönsten Marschmelodien in Zimmerlautstärke (Hausordnung!). Die Mannschaft ist müde, tut aber so, als würde sie diese groteske Szenerie verstehen und darf „wegtreten“. Die Marschroute ist klar: Nationalhymne, Sieg, Champagnerdusche. Auf geht’s.

(Bild: flickr.com / zenera)

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