Der Nächste bitte!

strandfutte

Und weiter geht die Party. In ein paar Stunden bitten unsere Jungs zum nächsten Tanz. Gegner ist dann Serbien, die nach ihrer Auftaktniederlage gegen Ghana bereits mit dem Rücken zur Wand stehen. Was uns da erwartet? Schwarz-rot-geil, was sonst!

Was war das für ein Fest gegen Australien letzten Sonntag. Eine Demonstration der Macht und das von der jüngsten deutschen Elf seit dem Bauernkrieg. Wahnsinn. Selbst die sonst gerade in Bezug auf Deutschland eher derbe englische Presse blieb die Spucke weg. Keine Rede von „Blitzkrieg“, kein Wort von „German Panzers“ – nichts. Nur die ehrwürdige Londoner Times bemerkte ebenso treffend wie fast schon resignierend: Es waren die Deutschen, aber nicht wie wir sie kennen! Ist ja auch kein Wunder, denn die meisten kannten wir ja, wenn man ganz ehrlich ist, bis vor kurzem auch nicht. Ein Thomas Müller kannte sich bis vor einem Jahr selbst nicht („Thomas Müller? Nie gehört!“). Es hat genau ein Spiel gedauert und seitdem weiß ein ganzes Land: Wir werden Weltmeister!

Und nun also gegen Serbien. Die Balkan-Brüder müssen gewinnen, um sich eine Chance auf den WM-Verbleib zu wahren. Wie soll das gegen diese deutsche Mannschaft gehen, fragen Sie sich jetzt völlig zu Recht. „Ich habe jeden einzelnen Spieler gebeten, dass er besser als normal spielt“, ließ Serbiens Trainer Radomir Antic wissen. Mann, Radomir! Ein Name wie ein Krieger in einem Hobbit-Film und dann hat er seine Spieler „gebeten“?? Also mal ganz im Ernst, er kann ja seine Spieler gerne „bitten“, beim Essen nicht so laut zu schmatzen, aber wenn er seine Mannen im wohl wichtigsten Spiel des Jahres, ach was des Jahrtausends, nur halbwegs motivieren will, dann sollte er es verbal vielleicht etwas mehr krachen lassen. Wie dem auch sei, uns kann’s Recht sein.

Eine Mischung aus Erfahrung und „Deutschen“

Spielerisch setzt Antic auf eine Mischung aus Erfahrung und Bundesligakennern. So darf neben Stuttgarts Kuzmanovic auch BVB-Jungprofi Neven Subotic im Spiel seines Lebens ran. Da das Talent aber sicherlich auch weiterhin in der Bundesliga spielen will, wird ihm wohl sicherlich der eine oder andere Bockic (zu Deutsch etwas so viel wie „Fehler“ oder „Malheur“) unterlaufen, um sich nicht die Karriere zu verbauen. Das sind Probleme, die wiederum einen Mann wie Dejan Stankovic überhaupt nicht schocken können. Der rastlose Weltenbummler hat nach 40 Einsätzen für Jugoslawien und 21 Spielen für Serbien und Montenegro nun auch immerhin 28 Begegnungen für Serbien offensichtlich seine fußballerische Heimat gefunden.

Um die Welt reisen, das scheint dem Jugo im Blut zu liegen. So auch Marko Pantelic, der in gut 10 Jahren für ca. 25 Vereine gegen den Ball trat (Außenrist). Doch ob der Balkan-Beau überhaupt ran darf, ist ebenso unklar wie egal. Denn schließlich hat der Bundes-Jogi die Parole ausgegeben, dass er und Hansi im letzten Spiel gegen Ghana kein KO-Spiel wünschen, ergo ein Sieg gegen die Serben her soll. Und die deutsche Elf hört auf Löw und Flick ungefähr so wie die weißen Tiger auf Siegfried und Roy. Also, wer soll uns eigentlich aufhalten? Nun, Serbien auf jeden Fall nicht.

(Bild: flickr.com / Alex France)

2 Gedanken zu „Der Nächste bitte!“

  1. „Der naechste Bitte!“

    …ups…

    wobei…der Vergleich mit Siegfried und Roy war gar nicht so verkehrt, am Ende biss auch der weisse Tiger zu.

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