Die Tränen des Socrates

socrates-brasilienDieser Tage wird viel darüber berichtet, dass die brasilianische Auswahl nie deutscher war als 2010. Nun, sie war wohl selten brasilianischer als 1982. Beim Turnier in Spanien starb ein ganzes Land in Schönheit.

15 Tore in fünf Spielen – und dennoch das Aus in der Zwischenrunde. Espana 82, eine Demonstration der Spielkultur durch die Selecao. Socrates, der bärtige Kinderarzt aus Belem, Zico, Falcao, Eder (nicht Norbert) – statt der Namen können selbst die wenigen Bilder doch viel mehr sagen über die Art und Weise wie dieses Team Fußball gespielt hat. Hier die elf schönsten brasilianischen Tore dieser WM nebst Entstehung, die teils noch schöner ist. Ein unnachahmlich lässiges Hacke-Spitze…

Absurderweise endete der brasilianische Weg ausgerechnet gegen Italien. Während die Brasilianer mit 6-0 Punkten ihre Vorrundengegner förmlich überrollt hatten, mutet die Genese des WM-Gewinns der Stiefelbewohner im Rückblick fast noch abscheuerregender an als der vor vier Jahren. 0:0 gegen Polen, 1:1 gegen Peru, 1:1 gegen Kamerun, das war 1982 die stolze italienische Bilanz nach der Vorrunde. Und das reichte für die Zwischenrunde!!! Am Ende dann der WM-Titel, auch weil Brasilien sich im Endspiel der Zwischenrunde (ein Remis hätte Socrates und Co. gereicht) von den Italos übertölpeln ließ. Seht selbst!

Bild: Flickr / oyosan

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

4 Gedanken zu „Die Tränen des Socrates“

  1. einfach wunderschön, wunderwunderschön!
    perfektes timing, unglaubliches gefühl, talent, kraft und raffinesse!
    das rührt einen zu tränen wie dieses orchester harmoniert und einen verzaubert!
    einfach ein toller song –
    die tore sind auch nich schlecht…

  2. Socrates, der einzige Spieler in der ruhmreichen Fußballgeschichte, der häufiger die Hacke als den Mittelfuß für seine Pässe nutzte. Ein Idol meiner frühesten Kindheit.

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