Der große WM-Gruppen-Check (H)

gruppe-hIn der abschließenden Gruppe H werden die internationalen spanischen Meisterschaften ausgetragen. Als wie immer neutraler Gastteilnehmer fungiert die Schweiz. Ob sich die Eidgenossen von General Hitzfeld mit ihrer traditionellen Hinhaltetaktik gegen die Armada durchsetzen können, erfahrt ihr im letzten Teil des großen WM-Checks.

Spanien

Die „rote Furie“ ist allen Deutschen noch aus dem EM-Finale von vor zwei Jahren in schlechtester Erinnerung. Nach den 90 Minuten von Wien musste eine ganze Fußballnation zähneknirschend eingestehen, dass wir in einem Endspiel noch nie so chancenlos waren, nicht mal 2002 oder 1982. Tja, an der spanischen Vormachtstellung hat sich, ehrlich eingestanden, seitdem nicht viel geändert. In den letzten 47 Länderspielen haben die Iberer nur eine Niederlage hinnehmen müssen, derzeit läuft mal wieder eine Siegesserie von 11 Partien.

Zu den legendär hochnäsigen Spaniern passt, dass kaum einer es für nötig hält, in der Fremde sein Geld zu verdienen. Cesc Fabregas (Arsenal) und Fernando Keineahnungwieweiter (Liverpool) sind die einzigen Legionäre in einem Team voller Stars. Natürlich stellen Barca (7) und Real (5) die meisten Spieler, wobei speziell bei den Akteuren aus der Katalanenmetropole die Doppelbelastung (Spanien und Katalonien-Auswahl) zu einem Problem werden könnte. Aber ansonsten überlassen wir es Ihnen, werte Leser, noch ein Haar in dieser verdammt leckeren Stiersuppe zu finden.

Mauertaktik-Prognose: Deutschland wird Weltmeister! Ätsch.

Schweiz

Eigentlich widerstrebt es ja den chronisch kneifenden Eidgenossen, sich mit anderen Nationen zu messen. Immer wenn es in Europa und der Welt zur Sache ging, schlugen sich die Alpinfans in die Berge und warteten bei lecker Milch und Käse, bis sich der Rauch verzogen hatte. Nun, beim Fußball, entdeckt der Schweizer endlich den Wettkämpfer in sich. Was auch damit zu tun haben könnte, dass man mit dem Ex-Dortmunder Alex Frei, Holland-Export und Urschweizer Blaise Nkufo, den Bundesliga-Gastspielern Barnetta und Benaglio sowie Edeltechniker Steve von Bolzen eine tolle Truppe beisammen hat. Nati-Coach Ottmar Hitzfeld ist dazu als passionierter Pickelhaubenträger perfekt geeignet, um den Rotweißen den letzten Schliff zu verpassen. Und dann heißt es stramm gestanden zu den Klängen der Nationalhymne: „Trittst im Morgenrot daher“. Was kann Krieg schön sein…

Mauertaktik-Prognose: Die Schweizer spielen das Turnier ihres Lebens, werden aber Opfer von maliziösen Spielabsprachen zwischen den drei spanisch sprechenden Mannschaften in ihrer Gruppe. Am Ende wedeln erzürnte Algerier wieder einmal am Zaun mit Geldscheinen und die Schweiz entfesselt aus Frust den dritten Weltkrieg.

Honduras

Noch so ein Exot, werden sich viele denken. Und das mit Recht, ist doch der propere Wohlstandsstaat aus dem Herzen Amerikas in diesem Jahr erst zum zweiten Mal dabei. Bei der bislang einzigen Teilnahme 1982 in Spanien reichte es immerhin zu zwei Toren und zwei Unentschieden. Dass es diesmal sogar ein Sieg werden könnte, daran glauben aber nicht mal die hartgesottensten Optimisten.

Dabei verdienen ein paar Honduraner immerhin in England und Italien ihre (kleinen) Brötchen. Mehr als die Hälfte des Kaders jedoch schnürt in der Heimat bei Fantasie-Teams wie CD Olimpia, CD Marathon oder Real Espana die Stiefel. Die honduranische Liga scheint von durchgeknallten Baron-de-Coubertin-Jüngern und sonstigen Sancho Pansas hochgezogen worden zu sein. Viel mehr muss man auch nicht wissen über die Nation, der nicht mal Außenseiterchancen in der H-Gruppe eingeräumt werden. Doch, eins noch vielleicht: Der Spitzname der Mittelamerikaner lautet „Los Catrachos“. Was übersetzt laut Online-Wörterbuch so viel wie „die Honduraner“ heißt. Achso, ahja, gutgut.

Mauertaktik-Prognose: Nach dem furiosem WM-Debüt vor 28 Jahren kommen zur ewigen Turnierbilanz heuer 0 Tore und ebensoviele Punkte hinzu.

Chile

Die Tage von „Bam Bam“ Zamorano und „Matador“ Marcelo Salas sind lange gezählt (Mauertaktik berichtete). Unterdessen ist im drolligen Schlauchland westlich der Anden eine neue Fußballergeneration herangewachsen, die nicht minder große Ziele anstrebt wie die beiden Gottväter der Neunziger. „La Roja“ will hoch hinaus, das Achtelfinale soll es mindestens sein, dementsprechend werden Vorrundengegner wie Honduras von Hardcore-Chilenen leichthin als „nicht existent“ bezeichnet.

Dabei ereilte die Chilenen vor der WM ein ähnlicher Schock wie Schland mit Ballack-Gate. Sturmhoffnung Humberto Suazo zog sich einen Muskelfaserriss zu. Doch mit Hilfe von feuerländischen Wunderheilmitteln scheint die Genesung bis zum Auftaktspiel zu gelingen. Und wenn der Andenpakt auf Kosten der Schweiz tatsächlich zustande kommt, ist für „die Rote“ vielleicht gar der große Wurf wie 1962 möglich, als man im eigenen Land den dritten Platz belegte. Alles andere wäre für die euphorisierten chilenischen Sportfanatiker, die zuletzt jubeln durfte, als Marcelo Rios 1998 in Roland-Garros die dritte Runde erreichte, wohl auch eine nicht zu ertragende Enttäuschung.

Mauertaktik-Prognose: Chile besiegt zum Auftakt die chancenlosen Honduraner klar, verliert dann gegen die Schweiz, kommt aber dank eines Nichtangriffspakts mit den bereits qualifizierten Spaniern ins Achtelfinale. Das abschließende 0:0 geht als „Schande von Pretoria“ in die WM-Geschichte ein.

Bild: Flickr / US Army Africa

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

2 Gedanken zu „Der große WM-Gruppen-Check (H)“

  1. Honduras war auch schon 1982 in einer Gruppe mit Spanien, damals gab’s ein 1:1, also aufpassen liebe Iberer

  2. verliert dann gegen die Schweiz…?? vergiss es!
    Chile wird Weltmeister!! 😉
    or mindestens sollte in der Achtelfinale sein haha

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