Der große WM-Gruppen-Check (B)

gruppe-bDer große Gruppencheck geht weiter. Heute trifft die knallharte Analyse die Albiceleste, die Super-Adler, die Taeguk-Krieger und das Piratenschiff. Ergo: die Hammergruppe B.

Argentinien

Der zweimalige Weltmeister aus Südamerika gehört sicher zu den Favoriten (in Gruppe B). Sie haben zum einen den großen Vorteil, dass Sie ihr Maskottchen mit im Innenraum haben – und zwar auf der Trainerbank. D.A. Maradona macht nicht nur den Kasper mit wechselnden minderjährigen Bekanntschaften wie 2006, sondern muss sich jetzt auch als Taktikfuchs und Motivationsmogul beweisen. Eine Sache hat er sich schon ausgedacht: „Wenn wir die Weltmeisterschaft gewinnen, dann ziehe ich mich nackt aus und renne um den Obelisken.“ Wohlgemerkt um den in Buenos Aires, nicht den auf dem Petersplatz. Zum anderen haben die Gauchos auch den einen oder anderen begabten Spieler dabei. Dieser Messi soll ja ganz gut sein. Mit Juan-Sebastian Veron ist auch ein alter Bekannter zurück, der die WM 2006 schon als Fan vor dem Fernseher (7 Fernet-Cola pro Spiel) verbrachte. Ganz klar: die Mischung machts!

Mauertaktik-Prognose: Nach überzeugenden Siegen gegen Nigeria und Südkorea kann man im letzten Spiel eine B-Elf aufbieten und spielt mit verbundenen Augen und auf einem Bein (2:1 gegen Griechenland). Argentinien scheidet aber im Viertelfinale nach einigen kuriosen Schiedsrichterentscheidungen aus. Maradona wittert eine Verschwörung und bittet Blatter zum Faustkampf.

Nigeria

Die Mannschaft aus Westafrika ist eine der Hoffnungen Fußball-Afrikas auf eine erfolgreiche „afrikanische“ WM. Die „Super-Igel“ haben dabei aber wahrscheinlich ihre beste Zeit hinter sich. Die kauzigen Stacheltiere werden sich allerdings kaum einer Defensivtaktik hingeben, wie man ob ihres Spitznamens vermuten könnte. Die Stärken liegen eindeutig in der Offensive, wo man unter anderem auf den Exil-Russen Peter Odemwingie baut. Der aktuelle schwedische Übungsleiter Lars Lagerbäck kam überraschend in diesem März ins Amt, nachdem man beim Afrika-Cup im Halbfinale scheiterte. Bei diesem Posten herrscht ja eine recht hohe Fluktuation. Insgesamt haben es die Trainer in Nigeria immer sehr schwer sich durchzusetzen, da alle im Schatten einer alten Trainerlegende stehen: Berti „Hans-Hubert“ Vogts.

Mauertaktik-Prognose: Nigeria erreicht zwar die meisten Lattentreffer und Hackentricks der Vorrunde, aber das reicht nicht um 3 Punkte einzufahren. Man schafft es leider im Gegenteil regelmäßig sich ein Tor mehr einschenken zu lassen, als man selber zu schießen im Stande ist.

Südkorea

Die Südkoreaner hatten ihren größten internationalen Erfolg bekanntlich bei den Weltfestspielen von 2002, als man ins Halbfinale vordrang. Dort schied man ja im Halbfinale auch nur deshalb aus, weil man auch das letzte Spiel in einem heimischen Stadion austragen wollte. Inzwischen sind viele der koreanischen Spieler in europäischen Ligen unterwegs, allen voran Ji-Sung Park bei Manchester United. Dort gibt er seit 2005 den Duracell-Hasen und läuft mehre Marathons pro Spiel. Leider kriegt man dafür maximal ein Fleißbienchen ins Muttiheft, die Tore muss noch jemand anderes schießen. Da käme Chu-Young Park in Betracht, der beim AS Monaco seine Euronen verdient. Die große Frage ist allerdings ob der sich gegen die Abwehrschränke aus Griechenland, Nigeria oder Argentinien durchsetzen kann. Schwierig. Bei uns spielt ja Lahm auch nicht im Sturm …

Mauertaktik-Prognose: Südkorea wird der erwartet schwere Gegner und kämpft um den Finalrundeneinzug. Wahrscheinlich prallen sie aber an den Abwehrriesen der Gegner ab.

Griechenland

In der Hammergruppe B kommt es auch zur WM-Premiere von Otto Rehhagel. Insgesamt ist es erst die zweite WM-Teilnahme der Hellenen nach 1994. Da blieb man punkt- und torlos. Aber wir wissen ja, was Rehhagel bei seiner ersten EM erreicht hat. Mit Karagounis, Katsouranis und Charisteas sind noch drei Europameister von 2004 in der Wunschelf von König Otto. Damit wird auch die Schwäche der Griechen offenbar: Es ist überwiegend eine Ü-30-Party, bei der Jungspunde wie Hoffnungsträger Giorgios Samaras etwas verloren wirken. Aber das ist eben der Stil der Essener Trainerlegende. Einen Koloss haben sie ebenfalls wieder hinten drin. Dellas wurde hier vom Ex-Frankfurter Kyrgiakos abgelöst. Und auch bei dieser WM gilt: Ein 1:0-Sieg reicht zum Weiterkommen. Die Kritiker haben Otto ja auch noch nie wirklich interessiert: „Ich bin ein erfahrener Cowboy, mir pinkelt keiner in die Satteltasche.“

Mauertaktik-Prognose: Die Griechen haben eine gute Chance die Koreaner und Nigerianer wegzumauern. Dann kann man auch eine Niederlage gegen die Albiceleste verkraften. Und ist man erstmal im Achtelfinale ist sowieso alles drin.

Bild: Flickr / US Army Africa

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.

2 Gedanken zu „Der große WM-Gruppen-Check (B)“

  1. Ick dachte er is Trapper und ihm pinkelt keiner in die Flinte! so kann man sich irren…

    Habe übrigens einen Vorschlag für einen neuen Stammtisch:

    Ein Ronny macht noch keinen Sommer!

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