Vier Holländer in einem Wohnwagen

wohni_200Das Champions League Finale! Langerwartender Höhepunkt der Saison und hoffentlich ein würdiger Abschluss. Wer ist dabei, wer macht das Rennen?Die Niederländer bilden mit vier beteiligten Protagonisten eine sehr starke Fraktion. Aus Angst vor der Aschewolke sind sie auch auf dem Landweg angereist (Operation Hymer). Ebenfalls gut vertreten im Finale sind mit vermutlich fünf Spielern in der Startformation die Fraktionen der deutschen (Anreise im Zeppelin auf Sicht) und argentinischen Spieler.

Eine besondere Geschichte schreibt natürlich das Wiedersehen von Louis „feestbeest“ van Gaal und José „the special one“ Mourinho. Einst war José noch der Zauberlehrling, nun ist er selbst als veritabler Hexer unterwegs. Inzwischen haben sich beide einmal die europäische Krone aufsetzen dürfen. 1995 stemmte der Kapitän von Ajax Amsterdam und das damalige rechte Auge von van Gaal, Danny Blind, den Pott in den Wiener Nachthimmel. Van Gaal bewies damals schon sein legendäres Näschen und wechselte den Siegtorschützen Patrick Kluivert in der 69. Minute ein. Rioja für alle!

Jede Menge Portwein wurde dann 2004 in Gelsenkirchen wegjeschlürft. José und der Rest vom FC Porto vernaschten nebenbei auch noch die Mittelmeeranrainer aus Monaco mit 3:0 als Canapé. Dado Pršo wedelte wütend mit dem Haupthaar, während Mourinho im Mittelkreis mit Maniche zum Fado ansetzte. Später mit Chelsea lief es nicht ganz so prickelnd in der Königsklasse. Zweimal war Liverpool Endstation im Halbfinale. Nun kommt er also im italienischen Gewand (Seide) daher und schaffte es in seiner zweiten Saison ins Finale.

Aber das Spiel entscheiden sollen ja die Spieler. Dies werden sie dann auch tun, wenn Schiri Howard Webb nicht das Spiel wider Erwarten an sich reißt. Dort gibt es auf dem Platz dann auch das nächste Wiedersehen, nämlich das von Robben und Sneijder, den beiden Ex-Realos. Sowohl das tapfere Sneijderlein, als auch der gute Arjen würden Anfang der Saison bei Real Madrid rausgeekelt, damit sich Christian Ronald und Kaka da breitmachen durften. Der Lohn für Real: Achtelfinale. Robben und Sneijder feiern nun im Champions-League-Finale ihr Wiedersehen. Was sie in Spanien aber selbstverständlich verpasst bekommen haben ist ein ordentlicher Spitzname. Das war wahrscheinlich auch der eigentliche Grund für einen Wechsel zu Real. Robben darf man nunmehr offiziell als „galgo de Bedum“ (Windhund von Bedum) bezeichnen. Und die Bayern muss man vor „francotirador“ (Heckenschütze) Sneijder warnen.

Aber wer holt den nun den Pott? Das Triple? Man kann auf jeden Fall optimistisch sein, da ja gestern das erste von drei großen internationalen Endspielen mit deutscher Beteiligung in diesem Jahr schon erfolgreich bestritten wurde. Ich wünsche auf jeden Fall allen Mauertaktiklesern ein unterhaltsames Spiel!

(Bild: flickr.com / Frollein 2007)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.