Maltach sagen!

malta-kircheMorgen Abend steht für die deutsche Nationalelf das Testspiel gegen Malta an. Wenig verwunderlich, dass sich alte Recken wie Olli Neuville und Schnix Schneider diesen belanglosen Scheiß nicht mehr antun und gestern vorsichtshalber ihre Karriere beendet haben. Der Rest vom Schützenfest ist aber mit dabei. Hier ist der DFB-Fahrplan.

13.  Mai, GER – MAL

Zum neunten Mal versucht sich der sympathische Zwergenstaat am deutschen Scheinriesen. Malta, das ist der perfekte Brückenschlag zwischen Schland und Afrika, liegt das moderne Atlantis doch irgendwo im Mittelmeer. Wo genau weiß keiner, weshalb die Malteser auch nur Auswärtsspiele austragen. Malta, das ist auch der perfekte Aufbaugegner. Die mediterranen Hobbykicker werden in schöner Regelmäßigkeit vom mächtigen deutschen Greifvogel niedergerungen (0:0, 1:0, 2:1)…

Historisch die Maltareise (eigentlicher Austragungsort: Sardinien) im September 1998, die das völlig verfrühte Ende der Ära Vogts bedeutete. Was Maltaspiel 1998 und 2010 eint: Zwei No-Name-Truppen treffen aufeinander: Fragt sich nur, wer der moderne Stephan Paßlack wird, denn es war wirklich kein anderer als der mäßig talentierte Gladbacher, der damals den 2:1-Triumphtreffer erzielte.

29. Mai, UNG – GER

Die Neuauflage des legendären WM-Vorrundenspiels von 1954 (Endstand: 3:8, Sie erinnern sich, Toor, Toor, Toor und so…) verspricht einmal mehr 90 Minuten Spannung pur und grenzenlose Unterhaltung. Drei Tage nach dem Klassiker gegen die Pusztasöhne geht dann nichts mehr in punkto Kader. 23 aus 27 heißt es für Croupier Löw. Die Gesamtbilanz gegen die Magyaren ist ausgeglichen, beim letzten Test vor einem Turnier (2004) setzte es in Kaiserslautern eine 0:2-Klatsche. Vorsichtshalber wich man diesmal nach Budapest aus.

Vorher wird aber mit Familien und Entourage noch ein bisschen an der „Kondition“ gefeilt. Weil vor zwei Jahren auf Malle zu viel Trubel herrschte und man dauernd erkannt wurde, entschied sich der DFB-Tross in diesem Jahr für das idyllische Sizilien. Dort laute das Motto dann „volle Pulle für Südafrika“, wie es in offiziellen Kreisen hieß. Manager Bierhoff vielsagend: „Mit dieser Art des Trainingslagers haben wir in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht.“

3. Juni, GER – BOS

Der letzte Härtetest vor der WM. Endlich sind alle an Bord, die auch nach Südafrika mitfliegen (Klose, Ballack, Ziege, Basler). Mit den Jungs aus der Herzegowina gab es überhaupt erst ein Kräftemessen, 2002 trennte man sich schiedlich-friedlich 2:2. Skandalös, dass die Bosnier trotz überragender Spieler (Zwetschge, Edith, Sali u.a.) wegen politischer Unruhen auf dem Balkan auf das Turnier verzichten mussten. Die Dänen übernahmen (mal wieder) – und werden jetzt vermutlich Weltmeister.

Nach dem Bosnien-Spiel sind es noch genau zehn Tage bis zum deutschen WM-Auftakt gegen Australien. Darwin-Fan Löw hat sich nach Mauertaktik-Informationen wegen des Personalchaos (Form vs. Frisur) für die Bestimmung der ersten Elf passenderweise auf das „Zehn kleine Negerlein“-Prinzip festgelegt. Jeden Abend müssen zwei Konkurrenten beim Crocket im Hotelgarten ihre WM-Tauglichkeit unter Beweis stellen. Tim Wiese dazu: „Baseball kenn‘ ich aus dem Fernsehen!“

Jogi, Jungs: Viel Erfolg am Kap!

Foto: Flickr / harshilshah

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

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