Reise nach Johannesburg

dfb-wieseSo langsam gehen Reiseleiter Löw die Mitfahrer aus. In wenigen Tagen soll die DFB-Kaffeefahrt in südliche Gefilde beginnen, doch derzeit ist unklar, wer letztendlich unter die karierten Heizdecken schlüpfen wird. Täglich hagelt es Absagen. Mauertaktik bilanziert.

Die Kevkuh
Der Martin Max der Moderne. Trifft seit acht Jahren in der Bundesliga zweistellig, beherzigte Jogis Modetipps (Schneide! Wasche! Lege!), schaltete nach seiner Fahnenflucht auf Canossa-Modus um – alles umsonscht. Die Vermutung liegt nahe, dass der patentierte Badenserschwabe ihm die zwei Dinger gegen Benztown nicht verziehen hat. Verlustfaktor: 3,5

Eddie the Eagle
Endlich hatte die DFB-Elf einen würdigen Maskottchen-Ersatz für Räude-Adler Paule gefunden. Der schöne René (Jr.) zeichnete sich besonders im Russlandfeldzug aus, entschärfte selbst die mächtigsten Bomben des Iwan, bekam aber durch die traumatischen Fronterfahrungen einen Knacks mit. Schade. Verlustfaktor: 8,8.

Hitze
Der Wechselblüter auf Namensforschung entfloh dem deutschen Hungerwinter und sonnt sich nun auf den Bänken Roms. Ersatzhandlungen sind aber für Jogi leider kein Qualifikationskriterium. Verlustfaktor: 1,2.

Metze
Wollte es 2007 ebenfalls etwas kuscheliger haben, landete aber statt im spanischen Idyll im fiesen Stahlbad. 23 Spiele und drei Jahre später ist der Mann, der immer zur WM da war, nicht zur WM da. Wer ist in dieser schlimmen Stunde für ihn da? Wir wissen es nicht. Verlustfaktor: 10.

Matse
Der Jungspund, der fast so heißt wie der ewige WM-Verteidiger, wurde aufgrund des bekannten Nutella-Fluchs im Januar vom Lehrgang ausgeladen. Nach erfolgter Neuorientierung (Pflümli, Philadelphia) könnte sich nun wieder eine Tür ins Lilalöwiland öffnen. Rehabilitierungschancenfaktor: 3,3 (Periode).

Jensemann
Der Antijungspund (geschätztes Alter: 480 argentinische Hundejahre) wittert durch den Lazarettaufenthalt des deutschen Adlers (s.o.) zum x-ten Mal südafrikanische Morgenluft. Dennoch wird wohl ein anderer Methusalem vorgezogen. Alter Fisch statt welkes Fleisch. Verlustfaktor: 5 (wg. Zettelwirtschaft und anderem Schabernack).

Mike H.
Wollte sich mit seinem einzigen Saisontor kurz vor Schluss noch auf die Safari schießen. Löw aber weiß, dass rund 82,9 Millionen Deutsche ihren Pass abgeben, wenn der Hannoveraner Antipath (Hobbys: Fans erschrecken, Playstation) mitfährt. Deshalb WM-Chance und Verlustfaktor gleich null.

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

3 Gedanken zu „Reise nach Johannesburg“

  1. Was ist mit Rolfes? Der perfekte Nachfolger vom ewig pöbelnden Thorsten. Halb Deutschland weiß doch, dass Schweinsteiger nicht der perfekte Ehemann für Ballack ist.

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