Hertha als gedacht

hertha-leere-sitzeDas war’s, over and out. Hertha BSC Berlin darf im kommenden Jahr zum Stadtderby in die Alte Försterei. Nicht ganz das, was man sich vorgestellt hat an der Spree. Mauertaktik hat die Protagonisten des Wandels aufgespürt.

Lucien Favre

Alles begann mit Lulu. Und das gar nicht mal so erfolgreich. Während der aus der Akribik stammende Trainer mit seinem Team im Vorjahr mit der Erbsenzählmethode fast bis zur Meisterschaft geschlichen wäre, klappte in diesem Jahr gar nix mehr. Nach drei Punkten aus sieben Spielen setzte der Schweizer Opernfan zum Finale furioso an – doch selbst eine mitreißende PK konnte nichts mehr retten. Lulu trat ab. Merci vielmals!

Friedhelm Funkel

Favres Nachfolger steuerte in den zehn verbleibenden Spielen der Vorrunde drei weitere Zähler bei. Schon Funkels zirkusreifer Einstand, bei dem ein Ochs mehrfach am brennenden Reifen scheiterte, geriet zur Farce. Viel besser wurde es auch danach nicht mehr. Mit der klassischen Taktik „auswärts gewinnen, zu Hause punkten“ ging es zwar ein bisschen bergauf (Rang 18), doch die sechs Hinrundenpunkte waren schlussendlich einfach zu viel resp. zu wenig.

Michael Preetz

Am liebsten hätte Herthas Rekordtorschütze die Dinger wohl selbst reingestochert. Ein trauriges Schauspiel gaben nicht nur die Berliner Angreifer, sondern auch die Preetzsche Mimik an der Seitenlinie ab, die irgendwann zerschmelzender Knete glich. Vor kurzem soll ihn seine Frau für Klaus Augenthaler gehalten haben.

Die Fans

Waren noch die aktivsten im Hertha-Umfeld. Der Generalmobilmachung zu Auswärtsfahrten anfangs der Rückrunde folgten leistungsfördernde Sprechgesänge („Wenn ihr absteigt, schlagen wir euch tot“), ein zünftiger Platzsturm und die Flucht in Galgenhumor beim Spiel in Wolfsburg („Hoeneß raus!“). Alles mit dabei also, was das Fanherz höher schlagen lässt. Die Althauer freuen sich schon auf Fahrten nach Remscheid und Meppen.

Artur Wichniarek

Der Pole mit der guten Quote (2 Tore in der Vorbereitung) ist so etwas wie der heimliche Liebling der Hertha-Anhänger. So streng geheim ist die Zuneigung der Fans, dass davon noch nie jemand etwas mitbekommen hat. Wichniareks Saison endete leider bereits am 6. Spieltag gegen Freiburg. Statt den Ball zum Anschlusstreffer ins leere Tor zu schieben, ließ er sich lieber fallen. Über eine Vertragsverlängerung wird von Vereinsseite nicht nachgedacht. Dabei hat Wichniarek in vier Spielzeiten vier Mal für die Hertha getroffen.

Bild: Flickr / peasap

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

5 Gedanken zu „Hertha als gedacht“

  1. Na herzlichen Glückwunsch, endlich gibts mal wieder ein richtige Stadtderby im Olympiastadion zu sehen. Hoffentlicht mit dem guten Artur vorne im Sturm…da kann echt beim direkten Wiederaufstieg nichts mehr schief gehen!

  2. Bin mal gespannt, ob die Stümperer im Vorstand mit ihrem glorreichen Präsidenten an der Spitze immer noch weitermachen dürfen. Im Mai soll es ja eine Mitgliederversammlung geben. Wenn die Hertha die Versager dann nicht los wird, sehe ich schwarz für den Wiederaufstieg…

  3. Und wenn sie die „Stümperer“ loswerden, sehe ich schwarz für die Lizenz. Wer holt dann die Kinder von der Strassse, wenn die Hertha nich mehr kann?
    Da versinkt Charlottenburg wohl im Elend, herrje.

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