Der Kick für den Augenblick

Der Heiko packt die Koffer
Der Heiko packt die Koffer

Die Arminia aus Bielefeld hat letztes Jahr den Trend wiederbelebt. Der Trainer-Quickie für das Saisonende. Nun also das Ende der Herrlichkeit in Bochum, nachdem in dieser Woche schon Labbadia durch Moniz ersetzt wurde. Macht das Sinn? Zwar holte der VfL keinen neuen Mann, obwohl Rolf Schafstall sicherlich bereit gestanden hätte, aber auch an der Ruhr hofft die Führungsetage durch einen kurzfristigen Rausschmiss eine Wende noch am vorletzten oder letzten Spieltag zu erzwingen. Man fühlt sich irgendwie erinnert an die Ablösung Otto Rehhagels für frischen Wind im UEFA-Cup-Finale.

Heiko Herrlich hatte schon einen peppigen Antritt als Trainer in Bochum. Er startete mit einer schönen Metapher aus der Tierwelt: „Fußball ist wie in der Natur! Die starken Tiere fressen die schwachen Tiere schnell weg!“ Nun wurde Herrlich von einer Zaubermaus verputzt. Wirklich Ironie des Schicksals, dass der Trainer nun selbst Opfer einer internen Turbo-Evolution wurde. Mal sehen, ob damit das Aussterben in Liga 1 verhindert werden kann.

Die positive Wirkung von solchen Trainerrochaden in den letzten Zügen der Saison kann allerdings durchaus bezweifelt werden. Jörg Berger verspielte letztes Jahr am 34. Spieltag noch den Relegationsplatz und parkte mit seinem Feuerwehrauto am Ende auf Platz 18. Gestern konnte Ricardo Moniz den HSV zwar soweit wiederherstellen, dass man ein spannendes Spiel lieferte, aber für’s Finale hat es trotzdem leider nicht gereicht. Vielleicht hätte sich Herrlich dann noch einen Spruch für den Abgang raussuchen sollen. „Fußball ist wie in der Natur! Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“ wäre da eine Möglichkeit.

Die große Frage ist aber, ob diese Methode in dieser Spielzeit noch Nachahmer findet. Je nach dem Verlauf des 33. Spieltags könnten sich noch einige Vereine gezwungen sehen sich für den letzten Spieltag noch neue Übungsleiter zuzulegen. Sollte also zum Beispiel Hannover 96 auch nächste Woche noch im Abstiegskampf vertreten sein, könnte das für Mirko Slomka nochmal eng werden. Martin Kind vereinigt dann eventuell spontan das Präsidenten- mit dem Traineramt. Wahrscheinlicher ist das aber natürlich nach einer Niederlage. Sollte also Freiburg in Köln verlieren, könnte es zu einer spektakulären Rückholaktion von Volker Finke kommen. Im Breisgau werden derzeit schon reichlich Yen für die Ablöse gesammelt, die an den derzeitigen Arbeitgeber in Japan zu zahlen wären. Man darf gespannt sein.

(Bild: flickr.com / stacy michelle unter creative commons)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.

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