Teufelszeug!

Gerry-Ehrmann-Graffiti in KL
Ehrmann-Graffiti in KL

Der FCK ist wieder da. Obwohl sich der Pfälzer Traditionsklub am Freitag noch selbst in die Aufstiegssuppe spuckte, wurde am Sonntag ab 15:20 Uhr dann doch gefeiert. Mauertaktik gratuliert und zeigt, auf wen sich die Liga besonders freuen darf.

Stefan Kuntz

Der smarte Police Officer aus dem saarländischen Hinterland hat Recht und Ordnung im Chaosverein aus San Andreas wieder Geltung verschafft. Alles, was der Deutsche Meister von 1991 macht, hat Hand und Fuß: So lässig, wie Kuntz 1996 seinen Elfer gegen England reinlatzte, so begegnet er auch Medienhaien, Stadtvertretern und anderen dunklen Gestalten (z.B. Atze Friedrich in der Lauterer Fuzo). Der Ex-Starspieler des FCK erinnert sich dabei wenn nötig auch an erfolgsbewährte Rituale: Im vergangenen Frühjahr packte Kuntz einmal mehr die legendäre Säge aus und entledigte sich des Hobby-Diktatoren Milan S. Die Demokratie in der Barbarossastadt ist seitdem gesichert. Es lebe der Kön… äh… Vorstand!

Marco Kurz

„Schnappt Shorty!“, lautete das von Chefprofiler Kuntz ausgegebene Motto für die Trainersuche im Sommer 2009. Ratinho hatte keine Zeit, Luhukay schon einen Job und Aleksandar Ristic keine Bonbons mehr auf Täsch: So wurde Marco Kurz Cheftrainer des 1. FC Kaiserslautern. „Hm“, grummelten die einen, „naja“, die anderen, doch Kurz avancierte zur Toplösung, brachte neben den obligaten, Vorsicht!, Kurzpässen auch den Teufelskreis mit, in dem sich die Gegner reihenweise verloren. Kurzum: Der FCK-Coach lebte Fußball pur, nahm seine kleinen Jungs an die Hand und marschierte mit ihnen hinaus ins Abenteuerland. Wunderbärchen.

Gerry Ehrmann

Der Mann, vor dem selbst Chuck Norris Angst hat, züchtet mit Vorliebe Weltklasse-Torhüter. Weil Wiese den Friseur wechselte und Fromlowitz jemand einen Floh von wegen Niedersachsen ins Ohr setzte, sprang Gerrys jüngstes Mündel Tobi Sippel in die Bresche. Der Bäckerssohn aus der Vorderpfalz buk alles andere als kleine Brötchen, holte für seine Mannschaft ein ums andere Mal die Maronen aus dem Steinofen und bekam dafür auch mal einen Tag muckibudenfrei von Papa Gerry, der Sippel zum Aufstieg seinen Leitspruch („Sieger zweifeln nicht“) hinter die Ohren tätowierte. Die Kurve feiert ihr Idol: Ehrmann, Ehrmann!

Roger Lutz

Seit Lutz vor 22 Jahren zum FCK stieß, rätselt eine ganze Region über die korrekte Aussprache seines Vornamens. Ob sich selbiger nun auf eine tollkühne Heldenspezies, auf einen Staat in Südostasien oder das Gebetshaus der Muslime reimt, ist letztlich aber irrelevant. Denn bei Lutz war einfach immer schon alles Roger. Weil der Urpfälzer mittlerweile kein Spieler mehr ist, trägt er in seiner Funktion als Co-Trainer statt einst Wasser nunmehr Hütchen und Leibchen. Sonst ist alles beim alten. Weitermachen!

Die Mannschaft

„11 Freunde müsst ihr sein“, wusste schon Sepp Herberger. Seit der Sondereinheit „Backenfutter“ beim FCK-Training vor zwei Wochen wissen wir, dass die Zahl beim aktuellen Kader auf maximal neun zusammengeschrumpft ist. Nichtsdestotrotz: Die Roten Teufel haben den Fans jede Menge Freude bereitet, traten als Team geschlossener auf als die verrückteste Anstalt. Gerry Junior, Käpt’n Amedick, Wusel-Sam, Buggy d. Ä., Daddy Cool Rodnei, Dauerläufer Dick, Klamotten-Schorsch, Staubsauger-Jiri, Ivo, der Schreckliche, Adam Riese, Elfriede Jelinek, Joker Lucky – war schön mit euch. Das Team ist die Mannschaft ist die Truppe ist der Star.

Axel Roos

Die unerschrockene FCK-Dauerwurst (Hobby: Vom Einmeterbrett springen) ist heute so etwas wie der geistige Verwalter des Erfolgs im Hintergrund. Noch heute ist unklar, was Roos in seinen 303 Spielen für den Verein eigentlich genau gemacht hat. Trotzdem (oder gerade deswegen?!): Der kompakte Minipli-Mensch war 17 Jahre lang nicht wegzudenken aus dem Lauterer Kader. Aus dieser langen Zeit sind weder Traumtore noch herausragende Fertigkeiten des Manns ohne Eigenschaften überliefert. Was die Vermutung nahelegt: Die Legende aus Thaleischweiler-Fröschen machte es genau wie der FCK: Er war einfach immer da.

Bild: Flickr / annainaustin

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

5 Gedanken zu „Teufelszeug!“

  1. Jetzt wollen wir nur hoffen, dass der FCK auch eine erstligareife Truppe zusammenstellt und sich nicht wieder mit solchen Granaten wie Carsten Jancker oder Christian Nerlinger „verstärkt“. Ich drücke dem Kuntz auf jeden Fall die Daumen!

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