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Ulrich II.

19. April 2010 · Fränck von Schleck · 3 Kommentare ·

burger-king-kroneVertrautes Bild zum Ende der Saison: Bayern keilt gegen die Konkurrenz. Im Auge des Orkans auf einmal: Christian Hoeneß, quatsch: Uli Nerlinger. Wie konnte es dazu kommen?

Christian Nerlinger war als Spieler der klassische „secundus inter pares“ – immer dabei, selten mittendrin. Die anderen schienen immer ein bisschen gleicher als der unscheinbare Mann vom TSV Forstenried. Am Anfang der Karriere, in München und Dortmund, spielte Nerli noch meist munter mit, doch diverse Wehwehchen (Steiß, Rücken, Schnappatmung) machten ihm beim BVB und auch später immer wieder zu schaffen. So blieb unterm Strich eine Karriere mit phantomgleichen Zügen stehen. Nerlinger war irgendwie immer erfolgreich, aber irgendwie auch nie zu sehen. Oder können sie sich an Chrissy mit dem UEFA-Cup erinnnern, dem schottischen Pokal oder der Trophäe für den deutschen B-Jugendmeister? Wir auch nicht.

Sowas schreit nach einer zweiten Chance und die bekam der sympathische Studienabbrecher (dreieinhalb Semester BWL) dann im vergangenen Jahr. Weil Ulrich Hoeneß sich auf die Dauer einen Blutdruck von 1800:690 nicht mehr leisten konnte und wollte, suchte und fand er in Nerlinger einen vermeintlich legitimen Nachfolger. Ulis Erbe durfte langsam, aber sicher die Geschäfte des in die Jahre gekommenen feurigen Aushängeschilds der Marke FCB übernehmen.

Nach anfänglichen Akklimatisierungsproblemen scheint Nerlinger nun die Lingua Hoeneß verinnerlicht zu haben. In Richtung Gelsenkirchen jedenfalls schleuderte der Hass-Azubi am Wochenende verbale Giftpfeile à la „Nur schauen, nicht anfassen!“, was zugegebenermaßen nicht besonders innovativ ist, aber doch von einer gewissen Bissigkeit des ehemals langweiligsten Profi der Liga (Öde-Fuxx 1995) zeugt.

Die Lern-DVD „Austeilen mit Stil“ hat Ulis folgsamer Schüler auswendig gelernt, droht aber vielleicht gerade deswegen, übers Ziel hinaus zu schießen. Für die nächsten Wochen soll er u.a. einen Sportstudio-Auftritt mit Willi Lemke angedacht haben. Jupp Heynckes jedenfalls sagte schon einmal prophylaktisch für alle Termine bis Ende 2013 ab.

Vom Chrissy zum Uli: Um sich seinem Ziehvater auch äußerlich noch mehr anzugleichen, stopft sich der drahtige 37-Jährige vor öffentlichen Auftritten stets ein paar Weißwürste in die Backen und gurgelt einige Schlucke Aftershave – mit frappierendem Erfolg! Christoph Daum würdigt den puterroten New-Economy-Aufsteiger in der Regel keines Blickes und nicht selten kommt es vor, dass Präsidentengattin Uschi ihrem Nerli-Uli in der Mixed Zone ein zünftiges Busserl auf die geschwollenen Wangen drückt.

Kein Zweifel: Dem westfälischen Verwandlungskünstler steht eine große Zukunft ins Haus. Und dafür musste er nicht mal in einem großen Finale einen Elfer verballern! Eine Geschichte wie direkt aus 1001 Nacht. Mauertaktik verneigt sich vor der sich erfolgreich fortsetzenden bayrischen Dynastie: Luitpold-Strauß-Hoeneß-Nerli…

Bild: http://www.flickr.com/photos/creative_tools/ / CC BY 2.0

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Kategorie: Bundesligen

3 Kommentare

  • 1 zechbauer // 19. Apr 2010 um 14:54 Uhr

    Der Ausspruch /”nur gucken…”) kam am Wochenende von Rummenigge – steht jedenfalls überall.

  • 2 Fränck von Schleck // 19. Apr 2010 um 17:09 Uhr

    Tja, das nennt man dann wohl Thema verfehlt. Scheiße.

  • 3 wasendiego // 19. Apr 2010 um 18:46 Uhr

    Hoeneß, Nerlinger, Rumgeficke: sind doch eh alles die gleichen, arroganten A….

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