Kannste nich‘ machen!!

kaibara87
Eric C. hat lange geübt, bis er den Kick einem Fan gezeigt hat

Fußballern wird häufig vorgeworfen, dass sie in aller Regel, nunja, etwas einfacher gestrickt seien. Das muss natürlich nicht unbedingt stimmen. Doch lässt sich festhalten, dass die Kicker mit Frust nur bedingt gut umgehen können. Mauertaktik erinnert an die besten Aussetzer.

So, das hat er nun davon. Paolo Guerrero ist für 5 Spiele gesperrt worden, weil – ja, warum eigentlich? Ach, richtig, er hat einem durstigen Fan seine Trinkflasche gereicht resp. volle Lotte ins Gesicht gedroschen. Manche Fans sammeln Trikots, andere Sammel-Bildchen, wieder andere eben Trinkflaschen. Der Devotionalien-Hype im Fußball kennt keine Grenzen. Bruno Labbadia dagegen wäre wahrscheinlich froh, wenn der Peruaner auf dem Platz nur halb so viel Aggressivität an den Tag legen würde. Oder wenn er den harten Mann auch mal auf dem Flughafen markieren würde. Aber man kann ja nicht alles haben.

Noch viel mehr als nur eine Trinkflasche bekam anno 1995 ein namenloser Fan von Crystal Palace, als er ManU-Star Eric Cantona beleidigte. Das französische Enfant-terrible, das just nach Erhalt der roten Karte sowieso eher missmutig gelaunt war, räumte den Palace-Anhänger dann auch folgerichtig mit einem Flying Dropkick in die erste Zuschauerreihe ab. In England sitzt man nämlich nicht nur näher am Geschehen dran, sondern auch gefährlich. Sei’s drum, Cantona wurde für 9 (!) Monate gesperrt und konnte eine zweiwöchige Gefängnisstrafe wegen Körperverletzung durch das Ableisten von 120 Stunden Sozialdienst gerade noch abwenden.

Der ewige Vinnie und ein durchgeknallter Torhüter

Eine ganz neue Stufe von Cholerik entwickelte Vinnie „Die Axt“ Jones. Der ehemalige Star des FC Wimbledon, der heute passenderweise Actionfilme dreht, ließ praktisch nichts aus und ist bis heute Rekordhalter der schnellsten gelben Karte im Profifußball (3 Sekunden). Etwas mehr als gelb gab es dafür, dass er seinem Kollegen und Schottland-Legende Kenny Dalglish androhte, ihm das Ohr abzureißen und „ins Loch zu spucken“. In Deutschland kommen Leute schon für viel weniger in die Klapse, im Britannien von 1988 gibt das eine Ermahnung. Ein anderer Leckerbissen dann 1995; der waschechte Waliser wird vorgeladen, Grund: Biss in die Nase eines Journalisten… der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es zu keiner Verurteilung nicht kam.

Doch unsere Nachbarn von der Insel können auch lustig. So z.B. Liam Daish von Birmingham City. Im Mörderspiel gegen Chester feierte der Ire seinen Treffer zum 4:0 und sich selbst mit einer Trompete, die er sich von einem Fan geborgt hat und trötete sich um Kopf und Kragen. Der englische Fußballverband gab dem Neu-Musiker für die nächsten drei Spiele genügend Zeit zum Üben. Eher dumm statt lustig der Fall eines -ja, was wohl- Südamerikaners. Roberto Rojas aus Chile brach im Spätsommer 1989 im Qualifikationsspiel gegen Brasilien blutend zusammen, scheinbar von einem Wurfgeschoss getroffen. Wie sich später herausstellte, führte der Torwart im Handschuh ein Mini-Skalpell mit sich und fügte sich selbst Schnittwunden zu und blutete wie ein Schwein. Dieser Gag kostete dem Colo-Colo-Goalie ein paar lustige Narben und eine lebenslange Sperre.

(Bild: flickr.com / kaibara87)