Die Käsekrainer – Mauertaktikelf (6)

Heute präsentiert Ritschie K. eine neue Mauertaktikelf. Thema sind diesmal die besten Österreicher in der Geschichte der Bundesliga. Die Kult-Ösis feiern ja derzeit eine kleine Renaissance in der Liga, aber auch in der Vergangenheit waren sie bereits Stilikonen und Leistungsträger. Hier also die TOP-11:

TOR

Franz Wohlfahrt: Franzl aus Kärnten fiel in seiner Zeit beim VFB nicht nur durch seine unglaubliche Langsamkeit zwischen den Pfosten auf, die unvermeidlich zu den einschlägigen Vergleichen mit Bahnschranken führte, sondern auch durch seinen durchaus beachtlichen Stiernacken (Zitat: „Ich kann nichts dafür, dass ich stärker bin als die anderen“). Fußballerisch war Wohlfahrt nicht unbedingt eine Bereicherung, aber nach Klaus Lindenberger wohl immerhin einer der besten Keeper, die das Alpenland hervorgebracht hat.

ABWEHR

Harald Cerny: Der Wiener Bur erlernte das Fußballspielen beim Weltklub ASV Hinterbrühl und spielte insgesamt nicht weniger als 11 Jahre in der Bundesliga. Obwohl er seine Stiefel auch für den FC Bähn schnürte, ist er den Fans von 1860 (und wohl auch nur denen) mit seinen Flankenläufen im Gedächtnis geblieben. Der Rekordspieler der Löwen ist inzwischen stolzer Besitzer der A-Lizenz und hurt damit zwischen der U15 der Sechziger und der U14 des FCB hin und her.

Sebastian Prödl: Für 2,5 Millionen (Schilling?!) wechselte Prödl nach der durch und durch erfolglosen Heim-EM 2008 vom SK Sturm (…die spinnen die Ösis) zu den Grünweißen an die Weser. Bis heute fragt man sich, wieso ein Spieler der nicht mal an Zücho-Boenisch und Petri Pasanen vorbeikommt, so viel Ablöse kosten kann. Größter Erfolg war neben dem Gewinn eines Hobby-Carrerabahnrennens das an ihm verübte Foul bei der EM, welches zum einzigen Tor führte! Leider hatte Prödl niemand erklärt, dass man nach zwei gelben Karten bei internationalen Turnieren gesperrt wird, und so konnte sich Sebastian das Schlagerspiel gegen den DFB nur von der Tribüne aus anschauen.

Andreas Ibertsberger: Der Ibertsberger-Andreas schnürt seine Töppen seit 2008 für die TSG aus Hoffenheim. Volker Finke bezeichnete ihn einst als dynamisch und zweikampfstark. Beides ist er – leider nicht. Dafür hat er schöne rote Haare und tritt privat mit Andi Beck als Albino-Duett im Kraichgauer Nationalzirkus auf.

MITTELFELD

Andreas Herzog: Der Alpenmozart ist neben Hans Krankl wohl der einzige Fußballer mit europäischem Spitzenniveau. Österreichs Fußballer des Jahres 1992 kickte wunderschöne Wechselpässe für Werder Bremen und den FCB, wo er meist die Ersatzbank drückte. Wenn er doch mal mitspielen durfte geriet er durch seine lässige und behäbige Art mit seinen Kameraden aneinander (Oliver Kahn, Stirnbandattacke). Besondere Freundschaft verbindet ihn auch mit Stefan Effenberg („Der Pfau, der Superpfau, der Herr Effenberg. Da stolziert er über den Platz und dann verschießt er! Es gibt doch noch einen Fußballgott.“) Inzwischen ist er Teamchef der U21 des ÖFB, nachdem er als Assistent von Pepi Hickersberger zum Gespöt der Leute wurde:

Andreas Ivanschitz: Ein weiterer Kaiserschmarrn-Andreas wirbelt derzeit über die Wiesen der Bundesrepublik. Einst als größtes österreichisches Talent betitelt und als jüngster Kapitän der A-Auswahl des ÖFB gefeiert, rutschte Schitzi zwischendurch in die Gyros-Falle. Nach seiner erfolglosen Zeit bei Panathinaikos hauchte im Thorsten Tröte in Mainz neue Fußballlust ein und katapultierte ihn in die Gazetten rund um Wien und auf Platz 1 der Scorerliste. Leider reichte es nicht für eine Nominierung in der Nationalmannschaft und so ist Action-Andy zurück auf dem Boden der Tatsachen und im grauen Mainzer Mittelfeld angekommen.

Martin Harnik: Der geborene Hamburger kickt derzeit nur in Liga zwo bei der Fortuna aus Düsseldorf. Von Werder Bremen abgeschoben in den Westen der Republik zeigt Harnik wozu er bei seinem Heimatverein SC Vier-und Marschlande ausgebildet wurde: Toreschießen. Summa summarum sind es bereits 12 in der laufenden Saison. Da sein Leben sonst vor Langeweile nur so strotzt, belassen wir es bei einem kurzen Blick auf seine fußballerischen Fähigkeiten.

Kurt Jara: Der Grantler aus Innsbruck war nicht nur als Trainer in der BuLi, sondern auch als Grätscher für die Zebras und die Knappen aktiv. Ebenso erfolglos wie als Trainer durfte er aber immerhin knapp 200mal die Wiesen zertreten. Leider litt er sowohl als Spieler ,„Früher habe ich die Kugel am Elfmeterpunkt gestoppt, den Torwart gefragt, wie alt er ist und wo er wohnt – und habe sie dann reingeschossen.“, wie auch als Trainer an unglaublicher Selbstüberschätzung. Zuletzt wurde er bei RB Salzburg wegen Ungereimtheiten bei Spielertransfers entlassen und ist seitdem völlig zu Recht auf Jobsuche.

STURM

Peter Pacult: Durch die Vorliebe für fußballerische Aufbauhilfe der Löwen durfte auch der heutige Rapid-Trainer Pacult in den 90er Jahren seine Stollen in die Strafräume und Schienbeine treten. Nicht gerade mit technischer Rafinesse ausgestattet knippste Peter in 53 Spielen immerhin 21 mal. Als Trainer ist er insbesondere bei den Medienvertretern durch seine euphorischen Interviews beliebt und liefert stets hervorragend zitierbare Aussagen: „Meine Spieler haben alle einen Zipfel.“ (er wird doch nicht etwa beim Duschen zugeschaut haben?). Ebenso robust wie auf dem Spielfeld geht es bei den Pacults auch daheim im Wien zu, wo Pacult seine Frau nach eigenen Angaben nur sporadisch streichelt. Na dann…

Toni Polster: Thekenschlampe und Miniplielegende Toni Polster ist wohl der lustigste Ösi ever. Als weiterer Wien-Export ist er nicht nur Österreichs Rekordtorschütze sondern auch Liebling der Fans in Köln und Gladbach. Mit 39 Toren polsterte sich der Toni bereits 1987 zum Golden Schuh Europas. Inzwischen hält sich Toni Doppelpack als Berater vom LASK Linz und mit dubiosen Fernsehauftritten (im Doppelpass als Lattek-Sidekick) über Wasser.

8 Gedanken zu „Die Käsekrainer – Mauertaktikelf (6)“

  1. Und was ist mit Martin Stranzl? Immerhin hat er Andy Reinecke mal eben locker für zwei Monate das Essen aus dem Strohhalm saugen lassen.

  2. Reinhold Hintermaier (1. FC Nünberg) fällt mir spontan noch ein.

    Hat damals im Pokalfinale gegen Bayern ein Tor erzielt, wenn ich mich nicht täusche.

  3. Wahnsinn, wie scheisse der Kommentar ist. Ausser infantilen seitenhieben keine Qualität. Solld as etwas Humor sein? Kein Wunder warum die Ösis über uns lachen, dass wir keinen Humor kennen.
    Über das fachliche gar nicht zu schreiben…
    Prohaska zu vergessen, der in Italien eine große Nummer war zeigt, wieviel Ahnung der Autor wirklich hat.

  4. Ich kann „it sme“ nur zustimmen, wer Herbert Prohaska bei den Spielern auf europäischem Spitzenniveau vergisst, der beweist leider, dass er sehr wenig Ahnung hat..Gegenüber Prohaska konnte sowohl Krankl als auch Herzog einpacken..Ansonsten strotzt der Autor leider auch nicht vor Kreativität..
    Man kann sich über Österreich gerne lustig machen, aber das Niveau sollte stimmen und etwas geistreicher dürfte es sein..
    Lächeln kam mir beim Lesen keines aus, damit bin ich glaube ich nicht alleine…
    LG

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