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Fritz C. Klautermann (9)

klautermannKarwoche in Kaiserslautern: Der Heiland spricht und Fritzchen K. horcht gebannt. Die Kolumne heute ganz unter österlichen Vorzeichen.

Der Messias sprach von den Leiden Christi. Seine Jünger würden nun heimkehren zu ihren Familien, sagte er, sie würden Trauriges mitansehen müssen, Heston und Heilige, wie in jedem Jahr um diese Zeit. Wenn seine elf Schutzbefohlenen dann am Ostersonntag wieder auszögen, um die Worte des heiligen Fritz ins Land zu tragen, dann würde sich erweisen, ob sie seiner würdig seien. Keinen hätte es gewundert, wenn der Mann mit dem Mikrofon statt auf dem Betzen- auf dem Ölberg gestanden hätte, wenn kurz zuvor nicht der 1. FC Kaiserslautern, sondern Beitar Jerusalem Offenbarendes geleistet hätte.

Der Messias, das ist in der Pfalz natürlich kein anderer als Stefan Kuntz – der Ort, an dem sich Kuntz befand, wird unter der Hand gerne Stefans Dom genannt. Es ist das Stadion, in dem er selbst seine größten Erfolge als Vereinsspieler feierte. Wir schrieben den ersten Tag der Karwoche, als Kaiserslauterns Boss seiner Euphorie derart Ausdruck verlieh und sich gleichzeitig verfrühte Euphorie verbat.

Die Fastenzeit, sie dürfte allen Bremsmanövern zum Trotz bald vorbei sein für den Anhang der Pfälzer. Wenn alles perfekt läuft, könnte es schon am Weißen Sonntag so weit sein. Aber dafür müssen die Fürther den Fuggern ein paar Eier unter den Baum legen. Oder so ähnlich.

Mit Kuntz hat der FCK derweil den perfekten Bergprediger gefunden. Nach langen Jahren, in denen öffentliche Auftritte des Vereins zumeist aus geistlosem Gestammel bestanden, verleiht der Saarländer dem Pfälzer Traditionsverein nun wieder eine Stimme, der man gerne lauscht. Selig sind die Redseligen. Selbst Exkurse in das Fernsehprogramm der Osterfeiertage wie am Montag Abend nach dem Spiel, mit schmunzelndem Augenzwinkern vorgetragen, wirken bei Kuntz nicht deplatziert, sondern amüsant, authentisch, herzlich.

Kuntz IST derzeit der FCK, schon weil er die größte Strahlkraft aller Verantwortlichen besitzt. Ein Mann aus der Mitte des Vereins, der den Erfolg verkörpert wie kein zweiter. Sechs Jahre Spieler, 75 Tore, zwei Titel. Als der Erlöser einst dem Abendland den Rücken kehrte und ins Reich der Osmanen auszog, weinten Zehntausende.

Auch innerhalb der Mannschaft wächst die Anzahl derer, denen man abnimmt, dass sie nicht nur für den Klub spielen, sondern für ihn leben. Doch bis einer der Jünger des Stefan sich zum Apostel aufschwingt, wird noch einige Male die Sonne über dem Heiligen Land aufgehen.

Bild: TimTim.com

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Kategorie: Kolumne

4 Kommentare

  • 1 Ritschie Kampuntschinski // 4. Apr 2010 um 15:13 Uhr

    RWO RWO RWOOOOOOOOOO!!!!!!

  • 2 Fränck von Schleck // 4. Apr 2010 um 16:10 Uhr

    Contenance, Absteiger.

  • 3 wasendiego // 4. Apr 2010 um 19:02 Uhr

    Was passiert eigentlich mit dem Mauertaktiker, wenn es zum Relegationsspiel zwischen Hertha und dem FCK kommen sollte? Live-Ticker aus dem Stadion? Nicht das ich der Hertha eine Chance einräumen würde, aber…

  • 4 Fränck von Schleck // 4. Apr 2010 um 22:35 Uhr

    Der Konjunktiv wohnt beim Fußball in der Arme-Leute-Straße.

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