Der 2:1-Sieg des FC Bayern gegen Manchester United kommt einer Sensation gleich – vor dem Spiel jedenfalls hatten selbst die Spieler noch tiefgestapelt, Mark van Bommel wäre nach eigenen Angaben auch mit einem 0:0 zufrieden gewesen. Nun wurde es ein Sieg. Damit es soweit kam, wurde ein alter Bekannter wieder in München willkommen geheißen: Der liebe Dusel…
Es war kein schönes Spiel, das den 66.000 Zuschauern, die sich im Ufo auf der Müllhalde eingefunden hatten, geboten wurde. Daran waren in erster Linie die Bayern schuld, genauer Martin Demichelis. Der Mann, der selbst in der tiefsten Fastenzeit lustige Maskeraden spazieren trägt, vervollständigte seinen albernen Auftritt schon nach 60 Sekunden mit einer Aktion, die Laurel und Hardy unbesehen in ihre größten Hits des Slapstick aufgenommen hätten. Weil der lustige Argentinier im Sechzehner die uralte Bananenschalennummer abzog, hatte Manchesters Abwehr-Shrek Nummer 1 wenig Mühe, zum 0:1 zu vollenden. Zeit, sich vorher schlapp zu lachen, blieb dem gescheiterten Kirmesboxer sogar auch noch.
Eine solch grobe Narretei in der Karwoche stieß im erzkonservativen Bayern erwartungsgemäß auf wenig Gegenliebe. Konsterniert trotteten die Münchner fortan übers Feld, die elf Pubfreunde aus Nordengland zogen sich ganz gemütlich zu einem Pint am eigenen Strafraum zurück. Das reichte – vorerst. Ribery verhedderte sich mit seinen Lackschühchen (Größe 36) immer wieder in den Beinen der englischen Deckung, Altintop zirkelte seine Flanken stets passgenau auf die blaue Sprungmatte hinter der Werbebande und selbst van Bommels Wutvorstöße waren nicht von Erfolg gekrönt.
Schließlich war es mit Ribery passenderweise ein Moslem aus dem Laizismusparadies Frankreich, der trotz vorösterlicher Trauer (Jesus und so…) für ein bisschen Freude sorgte im Großraum München. Senor Gomez von der spanischen Inquisition versuchte noch, den kirchlichen Auftrag zu retten (No fun!), doch dann, ja dann dann kam er! Gestatten, good old Dusel mein Name.
Er kam passenderweise verkleidet, der alte Gefährte jenes Klubs, den alle in und um den Freistaat nur liebevoll den „FC Bähn“ nennen. Er fuhr in der gedrungenen Gestalt des Ivica Olic auf Manchester United hernieder. 92. Minute – da war doch was? Richtig, vor elf Jahren sorgte ein gewisser Ole Gunnar Solskjaer dafür, dass die Nachspielzeit in München so schnell nicht vergessen würde. Teil 1 der Retourkutsche ist damit geglückt.
So ein Last-Minute-Tor erfordert natürlich besondere Maßnahmen, und so stellte der Kroate deutlich zu lange seinen popeyesken Oberkörper zur Schau. Immerhin sorgte Olic damit für den amüsantesten Moment des Abends, weil Schiri de Bleeckere mit gezückter gelber Karte wie ein emsiger Streber hinter ihm her rennen musste… Dusel kann so lustig sein. Selbst in der Karwoche.
Ähnliche Artikel:



1 Kommentar
1 Erlend Nordmo // 1. Apr 2010 um 11:03 Uhr
Shrek hat viel zu wenig Unterstützung bekommen und jetzt ist es auch noch verletzt, uiuiui..England and the Yankees zittern..
Beitrag kommentieren