Moderner Dreikampf

triathlon-radfahrenNach zwei Bayern-Schlappen in Folge ist die vorübergehende Vormachtstellung der Münchner unterbrochen. Schalke führt, Bayern jagt, Bayer hechelt hinterher – so das aktuelle Tabellenszenario. Eine Bestandsaufnahme der drei Titelkandidaten.

Bayer Leverkusen

Zu Beginn der Rückrunde schien es so, als hätte sich die Werkself vor der Saison hinter den Kulissen einen neuen Sponsor geangelt. Eine bekannte irische Brauerei schien die Geschicke der Rheinanrainer aus dem Verborgenen zu lenken. Ende März wissen wir: Der Guinness-Deal ist geplatzt, wenn er denn je zustande gekommen war. Die Leichtigkeit des fußballerischen Seins wurde den Mannen von Trainer-Don Jupp irgendwann gleichsam unerträglich – die Mannschaft entdeckte ihren Heißhunger auf satte Schlappen. Nürnberg, Dortmund, Schalke, garniert immerhin mit einem Dreier gegen den HSV – aber wer lässt schon in der Rückrunde Punkte gegen Labbadia? Bayers Betriebstemperatur nähert sich 0 Kelvin an. Ein heißer Titelanwärter sieht anders aus.

Bayern München

Wochen der Wahrheit stehen an für den Deutschen Meister von 1932. All-In-Situation im Isartal: In vier Spielen können die Bayern alles verzocken, oder aber als Chipleader in die finalen Wochen der Saison gehen. Es ist ein bisschen wie beim Hamburger SV vor einem Jahr, nur dass der Gegner statt tausend Mal Werder Bremen Schalkeleverkusenmanchester heißt. Ein dreiköpfiges Ungetüm, das dem alten Kerberos Konkurrenz macht. Da im modernen Fußball – wie alle Asterix-Kenner wissen – das gleiche Gesetz gilt wie in der Antike („Wehe den Besiegten…“), könnten ungemütliche Tage auf die Münchner zukommen. Hölle! Doch warten wir es ab. Denn immerhin wird ManU vermutlich ohne Sheringham und Solskjaer antreten, Schalke hat in der Arena derzeit ein Maulwurfproblem und Leverkusen, nunja, siehe oben…

FC Schalke 04

Macht’s Magath möglich? Wer weiß. Magath macht mobil! Das steht fest. Der Gelsenkirchener Großmogul hat seine Mannen fester im Griff als der härteste Drill Instructor in Vietnamkriegsfilmen. „Bullshit, ich höre nichts!“, schallt des öfteren über die Trainingsplätze der Blauweißen. Resultat des charakteristischen Medizineinsatzes (nur in Ballform verabreichen): Kevku und Co. drohen, allen davon zu rennen. Am Samstag Abend jedenfalls überrollten die elf Schalker Fußballmaschinen ihre Leverkusener Pendants so spielend wie ein Fünfzigtonner ein Bobbycar. Wenn Magath im Schlüsselspiel gegen die Bayern das gegnerische System („Nerlingma“) ähnlich erfolgreich dechiffriert, könnte Schalke der Endsieg… äh… die Meisterschaft blühen. Seien wir gespannt, liebe Fußballfans, was uns der Schöpfer der Lederkugel am Ende servieren wird. Sekt oder Selters, Bayern oder Schalke – oder doch eine andere, bittere Pille…?

Bild: Flickr / Mariano Camp

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

3 Gedanken zu „Moderner Dreikampf“

  1. Ich sag die Bayern sollten All-In gehen, geb ihn aber höchstens pocket pair 2…
    ich bin für schalke

  2. Na, na, na! Nun mal nicht gleich den Teufel an die Wand malen. Schließlich weiß doch jeder, dass in den Bundesliga-Statuen ausdrücklich drin steht, dass weder Schalke noch Leverkusen jemals Meister werden können. Mein Tipp: wie schon 2001 und 2007 wird Schalke am vorletzten Spieltag die Hosen voll haben und zu Hause gegen Werder verlieren. Zweimal Pizarro und die Schale geht (leider) wieder nach München. Aber dafür kriegen die Bayern wenigstens heute Abend gegen ManU und dann im Pokalfinale auf die Fresse!

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