Kalle Kutowski (5)

kalle-kutowskiAuch ein Kalle Kutowski saß an diesen Tagen mit seiner Lisbeth vor der Glotze und hatte die Pokalspiele laufen. Mit den Gedanken war er allerdings längst wieder bei seinem BVB und hat sich sogar was von Toptorjäger Lucas Barrios abgeguckt.

„Berlin, Berlin – Sie fahren nach Berlin! Bremen fährt nach Berlin und wir fahrn nach Europa!!“

Draufgeschissen wer den Pokal holt – Bremen oder Bayern – allet Kokolores!! Wat zählt is‘, dat wia dann am Ende vonne Saison endlich ma wieda n Quali-Platz für die Euronenliga haben. Und somit die Zeiten, in den wa die bunte weite Welt nur von Ufer von Dortmund-Ems-Kanals an uns vorbei ham ziehn sehn, endlich Geschichte sin‘. Un‘ Hand au’s Herz: dat war höchste Zeit: Denn sin‘ ma ma ehrlich – die scheiß Dampfer-Guckerei an so’n durchschnittlichn Dienstag oder Donnerstag war’n auf Dauer doch ganz schön langweilg!!

Schön, also – dat wa nächs’e Saison wieda dabei sin‘!!! Europa wir kommen!!

Un‘ zur Feier des Tages – quasi als Reminiszenz an die Bremer Pokal-Nacht hab ich zu Hause noch ma dat alte gute Lied von der „Insel mit zwei Bergen“ aufgelegt – sehr zum Verdruß vonne Lisbeth, versteht sich. Aber wat soll’s …die Lütten vonne Uschi hatten dafür umso mehr Spass!! Wat allerdings ers‘ der Auftakt war – als Bonus hab ich miar nämlich gestern noch n kleines Extra gegönnt und ein paar neue Töppen gekauft. Quasi als Huldigung für den zweiten Garanten unserer Bundesliga-Pole-Position: Lucas Barrios!

Denn: wenn auch nur n Funken Wahrheit dran is‘, wat sich hiar die Spatzen vonne Dächer pfeifen, dann spielt der Barrios nämlich ein hinterhältiges Spiel mit seine Gegener. Katz und Maus… Der Reinhard vonne Initiative Schwarz-Gelb hat nämlich folgende These aufgestellt – egal ob gegen Bochum oder Leverkusen – der Lucas zieht sich ers‘ ma n paar gelbe Töppen an mit den‘ er die Gegner inne ersten Halbzeit ers’ma blenden tut, nur um dann inne Zweiten in weiß zuzuschlagen. Indiez hierfür – so Beck – is nich nur die Statistik, sondern auch die Tatsache, dat der Lucas auf sein weißen Schuhn auch noch so’n Puma hat un‘ auf den gelben nich‘ – wat für so’n Panther wie den Barrios natürlich wie’n Omen is,woll!!

Aber egal. Ich also jetz‘ auch in zweier-Kombi unterwegs – auf dat die Nasen von Schmitti sein Spar-Klub,mit den ich am Freitach imma am Skat spielen bin, ma ordentlich wat von‘ ihrn Guthaben springen lassen könn‘ – wär doch gelacht, wenn ich die dann nich‘ mit der Barrios-Taktik ers‘ ins Boxhorn und dann inne Verzweiflung treiben kann. Un‘ quasi in bester Panther-Manier zum Grand Ouvert ansetzen tu!

Wie dem auch sei:Ich bin auf jeden Fall schon wieda heiß wie Frittenfett.

Und dann steht uns ja noch dat nächste Auswärtsspiel bei de Hertha ins Haus: wer weiß, wofür s gut is …schließlich weiß man bei den‘ dieses Jahr überhaupt nich‘ woran man is‘. Selbs‘ meine Lisbeth – die ja vom Fußball nur bedingt viel Ahnung hat – hat mir letztens gesteckt: „Weiß’e, Schatz, die Hertha, ich glaub, die kommt mir manchma vor wie die Wundertüte vonne Bundelisga – da is allet drin, mal süß mal sauer, aber imma schön auffe Zwölf!!“ Un’ich dann so: „Aber Hauptsache die nehm nich‘ wieda die Trainerbank auseinanda, wenn wa mit den‘ fertich sind – schließlich muss der Oppa ja auch noch noch irgendwo drauf sitzn könn‘, wenn der Friedel sein‘ Hut nimmt.“

In diesem Sinne – gehabt euch wohl, ich empfehle mich. Euer Kalle!

Bild: TimTim.com

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.