Brille gegen Tulpe

magath-van-gaalGroßer Showdown heute Abend in der Arena AufSchalke. Schalke 04 kämpft gegen den Rekordpokalsieger aus München um den Einzug ins Finale des DFB-Pokals. Gegenüber stehen sich nicht nur zwei mit jungen Spielern gespickte Mannschaften, sondern vor allem: Felix Magath und Louis van Gaal.

Keine Frage: Quälix gegen Tulpen-General, das taugt zu Storylines wie direkt aus der WWE. Wäre die Halbfinalpartie ein Wrestling-Match mit offenen Regeln, würde es vermutlich zu einem erbitterten Fight zwischen den beiden Übungsleitern kommen, bei dem beide nicht nur virtuos auf der Rippenklaviatur spielen, sondern auch Spritzblumen (Gladiolen) und hochgerüstete Nasenbrillen zum Einsatz bringen würden.

Nun handelt es sich leider nicht um das Familie-van-Buyten-Gedenkderby, sondern immer noch um ein hundsgewöhnliches Fußballspiel. Wobei das Wort „gewöhnlich“ weder bei der Mingaer Aristocat noch beim Schleifer im Maßanzug Berechtigung hat. Während General van Gaal schon einmal ein fernmündliches „Sie Bratwurst“ gen Gelsenkirchen schleuderte, reagierte der stets akkurat handelnde Geheimrat mit der schlichten Feststellung, das Ziel sei einzig der Pokalsieg.

Es geht am heutigen Abend um nicht weniger als um die Vormachtstellung im deutschen Trainer-Biz. Und um Denkmalschutz. Beim monumentalen Unterfangen hat der Mann, der seinen Spielern gerne Medizinbälle verschreibt, eindeutig die Nase vorn – und das, obwohl sein Gegenüber den eindeutig ausladenderen Gewürzprüfer sein eigen nennt. Aber: Seit 2005 hat kein deutscher Trainer so viele Titel geholt wie Magath. Van Gaal hat in den letzten Monaten immerhin schon verbal seine Sonderstellung kundgetan. Taten müssen dem noch folgen.

Spannung pur also in der Arena: Es ist fast ein Duell wie auf einer staubigen Dorfstraße in Arizona. Hüben der Mann, der sich sogar von seinem Spiegelbild siezen lässt und der nie um einen kruden floristischen Vergleich verlegen ist (vgl. „Gladiolen oder tot…“), drüben der Dressman mit dem Malocher-Image, der es selbst den VfL Wolfsburg zum Meister, sprich: Wasser in Wein verwandeln kann. Mal sehen, wer zuerst zieht.

Bild: Flickr / tombothetominator

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

11 Gedanken zu „Brille gegen Tulpe“

  1. glückwunsch! und das mit lucky-luke-reminiszenzen! jag ser sjön – wie der schwede sagt!

  2. Auch von mir einen dicken Glückwunsch! Wenn das mal keinen Asbach Uralt wert ist!

  3. Sehr schade dass die Bayern wieder im Finale stehen. Aber sie kriegen eh auf die Mütze von Marin und co..oder so?!

  4. Spielt Hamses für Ägypten?

    Tor in der Tat vom Feinsten. Mein Beileid, Kingsize, vielleicht wird’s ja in der Liga wenigstens was. Die ist ja seit jeher auch die Domäne der Schalker….

  5. halte in dieser saison die CL – Teilnahme für wichtiger als die Meisterschaft.
    Und wie die Bayern über die Wiese (nicht die im Bremer Tor) herziehen, beweist nur, dass sie gemerkt haben, wie eng das Spiel war und jetzt schon Schiss vor dem 3. April haben.

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