Tag der offenen Tür

gruenkohl_200Die Europa-League geizte in den Achtelfinalrückspielen nicht mit Toren und die deutschen Mannschaften mischten da munter mit. 18 Tore in drei Spielen – schon ganz ordentlich. Aber was steht hinter diesen Handballergebnissen? Ein geheimer UEFA-Plan zur Aufwertung des Wettbewerbs oder doch sportliche Gründe? Mauertaktik blickt zurück und tritt nach.

Der Wahnsinn nahm in Bremen seinen Lauf. Dort war schon alles für das nächste Wunder an der Weser bereitet. Klaus Allofs hatte die Valencianer schon vorab per Fax informiert, dass ihnen vier Dinger eingeschenkt werden. Der wunderliche Marivilla-Villa hatte das aber irgendwie falsch verstanden und schoss, entgegen jedwede Absprache, frech auf das gegnerische Tor. Das war so überraschend für die Bremer Abwehr, dass er sogar dreimal ins Schwarze traf. Noch ein Treffer von Club-Mata und fertig war das 4:4. Was war da falsch gelaufen? Schuld war eindeutig die Frisur von Thomas Schaaf. Es ist doch allgemein bekannt, dass man gegen Valencia die besten Ergebnisse mit blonder Löwenmähne erzielt. Er hätte sich den Skalp von Winnie Schäfer bestimmt ausleihen können. Dann wäre es ein schönes 7:0 geworden.

Dieses Torfestival wollte der HSV natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Dabei halfen ihm die Tormänner und vor allem Jerome Boateng. Letzerer machte das 1:0 für den HSV selbst und bereitete anschließend zwei Treffer für Anderlecht vor. Drei Scorerpunkte. Der Proto-Typ im belgischen Tor machte an diesem Abend auch nicht die beste Figur, besonders als der Ball beim 1:0 über ihn hinwegsegelte. Allerdings kaum vergleichbar mit Fränkie Rosts Auftritt beim 2:4, als er hoffnungsvoll mit offenen Armen auf den Ball wartete, bevor Oans-Zwoa-Boussoufa ihn kurzerhand in die kurze Ecke spitzelte. Interessiert jetzt aber nicht mehr wirklich, es gab ja ein Happy End.

Genauso wie in Wolfsburg. Dort waren ja die Tartaren aus Kasan zu Gast. Immerhin das Duell des russischen mit dem deutschen Landesmeister. Es wurde zu einem spannenden Spiel, bei dem am Ende Grünkohl mit Pinkel über Steak tartare die Oberhand behielt. Spätzle-Gentner steuerte den Sensationstreffer zum 2:1 in der 119. bei. Lecker! Ordentliche Leistung, die natürlich dadurch begünstigt wurde, dass die Rubinspieler die ganze Woche Schnee schippen mussten und so in der Verlängerung auf dem letzten Loch pfiffen. Schuld eigene. Die VfL-Spieler konnten glücklicherweise unter der Woche auf VW-Betriebsratsfeiern genügend „regenerieren“. Freuen wir uns also auf die heutige Auslosung!

(Bild: flickr.com / Best German Food unter creative commons)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.