The Special One

mourinhoEr kehrt zurück. Skandalcoach Jose Mourinho beehrt mit Inter Mailand am Dienstag Abend seine alte Wirkungsstätte, die Stamford Bridge. Pöbeleien dürften inklusive sein. Mauertaktik fragt: Ist das noch mein Ernst?

Ein italienisch-portugiesisches Duell in der Coaching Zone wirft seinen Schatten voraus. Während auf der einen Seite Trainer-Kater Karlo Ancelotti gleichsam auf Sammetpfoten die Geschicke seines Teams leitet, dreht sein Gegenüber Jose „Der Gentleman“ Mourinho in regelmäßigen Abständen ordentlich frei. Dabei versteht er es in seiner überaus charmanten Art nicht nur seine Trainerkollegen, sondern auch die gegnerischen Spieler, Schiedsrichter, Masseure, Eisverkäufer und somit eigentlich jeden, der nicht Fan von Internazionale (zu ersetzen durch: aktuellen Klub Mourinhos) ist, zur absoluten Weißglut zu bringen.

Galant vereint Jose das Äußere eines Weltmannes mit dem Charme der portugiesischen Gosse. Edelmann und Hooligan, Dressman und Vorzeigeprolet, Schwarz und Weiß, all diese Gegensatzpaare passen auf Mourinho wie die Faust aufs Auge. Doch bei näherer Betrachtung stellt sich dem interessierten Fan unweigerlich die Frage: Meint er das wirklich alles Ernst?!? Kann einer, der Sätze wie: „Bitte nennen Sie mich nicht arrogant, aber ich bin Champions-League-Sieger und etwas ganz Besonderes“ äußert, das auch wirklich so meinen? Der Mann, der sich selbst gerne „der Auserwählte“ nennt, schwebt offenkundig in ganz eigenen Sphären.

Große Frage: Ist Mourinho sich der Wirkung seiner Aussagen, in einer Position in der viele von Vorbildfunktion für die Jugend sprechen, wirklich bewusst, wenn er etwa über Claude Makele sagt, dass dieser „kein Fußballspieler, sondern Sklave“ sei? Wie hält es ein Mourinho mit den von der FIFA angemahnten Regeln Fair Play und Respekt, wenn er über seinen Kollegen Sir Alex Ferguson in aller Öffentlichkeit sagt: „Nach dem Spiel am Mittwoch unterhielten wir uns bei einer Flasche Wein in meinem Büro. Der Wein war leider sehr schlecht, deswegen werde ich ihm beim Rückspiel in Old Trafford den besten portugiesischen Tropfen mitbringen.“

Dem allen gegenüber steht Mourinhos großer sportlicher Erfolg, den er mit Champions-League-Siegen, Pokaltriumphen, Meisterschaften und Uefa-Cup-Titeln durchaus glaubhaft belegen kann. Darf ein Trainer, der sage und schreibe 130 Heimspiele in Folge nicht verloren hat (38 mit dem FC Porto, 60 mit dem FC Chelsea und 32 mit Inter Mailand), sich und seine Person etwas verzerrt, sprich: überhöht, wahrnehmen und darstellen?

Mauertaktik weiß auf alle diese Fragen natürlich die Antwort, wir werden jedoch Ihnen, werte Leser, selbst das Urteil überlassen und freuen uns auf ein hoffentlich spannendes Gipfeltreffen in London. Wer weiß, vielleicht ist es mal wieder Zeit für einen echten Mourinho (→ einen Mourinho machen). Bis dahin ein wenig Zeitvertreib mit dem folgenden kleinen Video: Mourinho at his best!!!

In diesem Sinne: „Wenn ich einen leichten Job wollen würde, wäre ich in Porto geblieben. Ein wunderschöner blauer Stuhl, die Champions-League-Trophäe, Gott und direkt nach Gott ich.“

Bild: http://www.flickr.com/photos/gowestphoto/ / CC BY 2.0

4 Gedanken zu „The Special One“

  1. Es ist natürlich alles ein Spiel, ein Riesenshow. Man kann schon sagen dass es etwas Zeit braucht sich ihm anzugewöhnen. Das muss man ja, wenn man viel Fussball schaut, er ist ja überall zu hören mit seinen Sprüchen. Er hat ein krasse arrogante Art und der ist der letzte den du als Gegner haben willst. Wenn dass schon gesagt ist, war er meistens fairer nach dem Spiel als seine damaligen Premier League Kollegen Taggart (Sir Alex) and Arsene “ I did not zee ze incident“ Wenger oder The Spanish Waitor.

    Egal was man von dem hält, er ist unterhaltsam und er kann auch was…

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