Heiße Sporen in der Erfolgsspur

tottenham-hotspur-wappenDer Mauertakticker muss leider ausfallen – dafür geht der Blick am Samstag Morgen nach England, wo Klinsis Ex-Klub Tottenham Hotspur mit einer tollen Truppe Platz 4 festigen will. Ein Porträt des englischen Hauptstadtvereins.

Die feinen Herren aus Londons Norden können auf eine lange erfolgreiche Historie zurückblicken und sind einer der beliebtesten Traditionsvereine der Insel. Bereits 1963 gewannen die heißen Jungs von der White Hart Lane als erste britische Mannschaft den Europapokal der Pokalsieger. Seitdem holten sie mehrfach Ligapokal, FA Cup und UEFA-Trophäe. Derzeit steht das das Team von Henry „Harry“ Redknapp auf Platz 4 der Premier League, die im heutigen Kommerzspektakel nunmehr den Namen Barclays Premier League trägt.

Der jetzige Kader ist vermutlich einer der stärksten, den Tottenham je hatte, und strotzt nur so von jungen wilden Nationalspielern aus aller Herren Länder. Prunkstück der fabulösen Elf ist zweifellos das Mittelfeld. Der Takt wird angegeben von den beiden schönen Kroaten Luka Modric und Niko Krancjar, der schnellsten Maus von Mexiko, Aaron Lennon, und der kleinen Pummelfee Jermaine Jenas. Nicht weniger als elf aktuelle Internationale dribbeln für die Weißen auf. So konnte man es sich sogar leisten den absoluten Publikumsliebling Robbie „Pistolenpeter“ Keane in der Winterpause zu seinem Lieblingsklub Celtic Glasgow abzugeben und sich stattdessen mit dem inzwischen nicht mehr ganz so pfeilschnellen und torgefährlichen Eidur „Erisguterjunge“ Gudjohnson zu verstärken.

Neben dem Nordlicht wirbelt wie ein Derwisch in der Wüste Jermain Defoe mit inzwischen 16 Saisontoren. Warum das Management am Anfang der Saison Darren Bent ziehen ließ, versteht bis heute kein Spurs-Fan (derzeit steht Bent mit 18 Toren auf Platz drei der Torjägerliste). Stattdessen sicherte man sich die Dienste des Crouchpotato. Insider behaupten, ein interner Robodance-Wettbewerb habe den Ausschlag zugunsten von Lanky Pete aus Macclesfield gegeben.

Komplettiert wird der Sturm durch den mäßig begabten russischen Ölmilliardär Roman Pavlyuchenko. Am Wochenende kommen die Blackburn Rovers an die Lane, die ein sogenannter Lieblingsgegner (vgl. Fritz C. Klautermann #7) der Tottenhamer sind und in regelmäßigen Abständen in Nordlondon untergehen. Das Restprogramm hält neben dem Kanonenfutter aus Stoke, Fulham, Sunderland und Burnley an den Spieltagen 35-37 auch die Gunners, den FC Chelski und die Mannen von Sir Alex Ferguson bereit.

Es könnte schlussendlich eine überaus erfolgreiche Saison für Tottenham werden, auch wenn es bei derzeit 14 Punkten Rückstand auf Tabellenplatz 1 wohl hauptsächlich darum geht, den 4. Platz gegenüber den Citizens aus Manchester und den Reds aus Liverpool zu verteidigen.

Rang vier am Ende der Saison würde immerhin die beste Platzierung seit Gründung der Liga bedeuten. So hoch lief man nicht einmal mit den Legenden Teddy Sheringham, Garry Lineker, Gazza und „Diver“ Klinsmann erreicht. Und auch Hall of Famer Steffen Freund erreichte bei seinen 104 Spielen für die Spurs nie eine bessere Platzierung als die Nummer 9.

Mauertaktik spricht also allen Fans der Spurs aus dem Herzen, wenn wir dem Klub getreu dessen Motto aus voller Kehle zurufen:

„Audere est facere – Wagt es, tut es und sichert euch den CL-Qualiplatz!!“

9 Gedanken zu „Heiße Sporen in der Erfolgsspur“

  1. Danke schön für diesen Artikel über die Spurs. Wenn man einige Jahren Spurs verfolgt hat man aber das Gefühl das die Jungs sich jederzeit blamieren können. In 2006 lag Spurs auf dem Platz 4 vor dem letzten Spieltag. Sie müssten auswärts gegen West Ham spielen und Arsenal, auf Platz 5, musste noch zu hause spielen. Arsenal, ewiger Erzfeind vom Spurs hatte den Saison angefangen und waren teilweise 8 Punkte hinter dem North London Nachbar!

    Nach dem Frühstück im Marriott Hotel wurden etwa 10 Spieler krank mit Durchfall. Jeder der Fussball gespielt hat weiss wie schwer es ist Höchstleistung zu bringen wenn man nichts behalten kann. Spurs hatte kaum genug Spieler bereit und die Bitte an FA die 2 Spiele um einen Tag zu verschieben waren erfolglos.

    Spurs hat das Spiel gegen Londonrival Hammers 2-1 verloren und Arsenal hat gewonnen. Arsenal dürfte wieder in der Königsklasse antreten. Diesen letzten Spieltag von Saison 2006 wurde später „Lasagna gate“ getauft, auch wenn es wahrscheinlich eher ein Norovirus daran Schuld war!

    Dieses Mal sollten sich aber die Spurs die Sache früher als den letzten Spieltag entscheiden. Es sind 10 Spieltage nich zu spielen, heute das erste, gegen „Blackeye“ Rovers.

  2. Oh, und wir sind ein Spiel weg von Wembley! In der FA-cup spielen wir gegen Fulham im Viertelfinale. Wenn man da gewinnt treffen wir auf Pompey in der Halbfinale im Wembley. In der andere Halbfinale treffen „Chelski“ auf Aston Villa.

  3. Lustigerweise habe ich heute in meinem Blog ein ähnliches Thema angeschnitten, auch wenn es dort mehr um den Kampf um Platz vier als die Spurs selbst ging.

    Schöner Artikel, und ich muss zustimmen, dass auch ich die Spurs am Ende gerne dort sehen würde. Nur glaube ich eben nicht daran, spätestens an den Spieltagen 35-37 werden sie dieses Ziel wohl begraben müssen. Vielleicht lieg ich auch völlig falsch, man weiss ja nie, was ‚appy ‚arry Redknapp für Überraschungen bereithält…

  4. Und nachdem Villa und City Punkte verschenkt haben, bleibt Spurs auf Platz 4. Zumindest noch bis nächstes Wochenende!

  5. @ Geordieboy: Bist ja eh bei uns in der Blogroll – von daher ein verspätetes Placet von der Blogdirektion. Schön, dass die Premier League so gut ankommt – da wird evtl. noch mehr kommen in Zukunft.

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